Interview mit der Boxerin Nadia Raoui „Gegen Susianna Kentikian steht noch ein Rückkampf aus“

Nadia Raoui ist eine deutsche Boxerin und Weltmeisterin im Fliegengewicht.

 

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

Ich wünsche Euch viel Spaß beim Lesen dieses Interviews.

Nadia, Ich hoffe es ist okay, wenn ich „Du“ schreibe. Wie bist Du eigentlich das erste Mal mit dem Sport in Berührung gekommen?

Eigentlich durch einen Kreuzbandriss. Meine frühere sportliche Leidenschaft war erst Judo und dann Kickboxen. Klar war meine Familie – vor allem meine Mutter – vom Kickboxen gar nicht begeistert. Aber der Sport hat mir halt Spaß gemacht und so wurde daraus immer mehr. Bei einem Leistungskampf habe ich mir dann einen Kreuzbandriss zugezogen. Damit war das Kicken für mich erledigt und ich habe es mit Boxen probiert – wobei ich auch schon vorher, im Rahmen meines Trainings, geboxt habe. Bei meinem ersten „Profikampf“ habe ich dann auch gleich gewonnen – und so bin ich diesem Sport treu geblieben.

 

Und was genau gefällt Dir am Boxsport am meisten? 

Boxen ist wie Schach. Wer keine Strategie hat und plump drauf losschlägt, der wird am Ende als Verlierer aus dem Ring steigen. Es sei denn, es gelingt der Lucky Punch, aber das ist sehr selten.

 

Am 13.04 ist Dein nächster Kampf gegen Eileen Olszewski. Der Boxfan erinnert sich natürlich an Deinen ersten Kampf gehen die Hawaianerin 2008. Ist das Ziel dieses Mal eine sehr klare Entscheidung? Oder wie gehst Du diesen Kampf an?

Ich gehe davon aus, dass der Kampf über die volle Distanz geht, daher trainieren wir unter anderem intensiv meine Fitness. Ich muss körperlich top fit sein und selbst in der zehnten Runde noch alles geben können. Wenn dies der Fall ist, dann wird die Siegerin am Ende klar Nadia Raoui heißen und die Revanche für 2008 ist geglückt. Ein deutlicher Sieg ist ganz klar mein Ziel.

 

Hast Du eigentlich Angst vor Deinen Kämpfen? Angst vor einer Verletzung? Angst vor einer Niederlage? Wie gehst Du damit um?

Wenn ich Angst hätte, bräuchte ich gar nicht in den Ring gehen. Dann wäre Boxen der falsche Sport für mich. Ich habe vor jeder Gegnerin den nötigen Respekt, was ich auch für sehr wichtig erachte. Und sicher bin ich nicht scharf auf einen Cut oder eine andere Verletzung, aber Angst habe ich davor nicht. Solche Verletzungen sind Teil des Sports genau wie Kreuzbandrisse zum Fußball gehören. Toi, toi, toi, bis dato habe ich mir noch keinen Cut zugezogen. Das spricht für meine Deckung! 😉

 

Was sind Deine Ziele für die kommenden Jahre? Ich nehme an es wird irgendwann noch einmal zu einem Kampf gegen Susianna Kentikian kommen, oder?

Meine mittelfristigen Ziele sind, weitere Gürtel zu gewinnen. Ein Vereinigungskampf wäre klasse. Bei welchem Verband, das muss man sehen. Jetzt verteidige ich erst einmal meinen WIBA Gürtel gegen Eileen. Das war mir wichtig, da ich der Boxwelt zeigen möchte, dass das Unentschieden damals nicht die sportlichen Verhältnisse im Ring wiedergespiegelt hat. Und ja, natürlich wird es irgendwann zum Kampf gegen Susi kommen. Da steht ja noch ein Rückkampf aus. Ich hoffe nur, dass auch Sie das so sieht.

Gibt es etwas, dass Du gerne an dieser Stelle dem Leser mitteilen würdest?

Vielleicht einfach nur mein Lebensmotto: Wer kämpft kann verlieren, wer nicht kämpft, hat schon verloren.

 

Mit wem würdest Du nicht in der Sauna sitzen wollen?

Hmmhh, gar nicht so einfach. Vielleicht mit einem Mann, für den Frauen nicht in den Ring gehören, sondern in die Küche. Mit dieser Weltanschauung habe ich so meine Probleme.   

 

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von Daniel Pietrzik | nachgebloggt | cc-by-nc

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