Interview mit dem UFO-Forscher Alexander Knörr “Ich habe schon vieles gesehen, was erst mal als UFO gemeldet werden würde”

Alexander Knörr ist ein deutscher UFO-Forscher und Autor. Außerdem ist er 1. Vorsitzender der Deutschsprachigen Gesellschaft für UFO-Forschung Degufo e. V. , Bad Kreuznach und der Generationenbibliothek e. V., Krefeld.

 

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

Ich wünsche Euch viel Spaß beim Lesen dieses Interviews.

alex portrait Interview mit dem UFO Forscher Alexander Knörr Ich habe schon vieles gesehen, was erst mal als UFO gemeldet werden würde

Alexander, wann entstand eigentlich Ihre Liebe zu dem UFO-Thema? Gibt es da einen Moment an den Sie sich erinnern?

Na ja, Liebe ist wohl etwas übertrieben, Leidenschaft wäre wohl der treffendere Ausdruck. Da gab es schon einen gewissen Zeitpunkt. Ich hatte schon immer die Prä-Astronautik als Hauptaugenmerk und forsche auch aktiv in dieser Sparte. Gleichwohl interessiere ich mich für alles mögliche das rätselhaft erscheint. So schaltete ich immer wieder auch mal Anzeigen in Regionalblätter mit Aufrufen wie z. B. “Haben Sie etwas außergewöhnliches erlebt? Dann melden Sie sich bei mir!” Und eine dieser Anzeigen brachte dann gleich drei UFO-Sichtungen zu mir. In mir wurde dann der Drang spürbar, dass ich diese auch klären möchte. Ich deckte mich mit entsprechender Literatur ein und nahm Kontakt zu UFO-Forschern auf. So fing das Ganze dann an.

 

Ich persönlich glaube kaum daran, dass sich hinter UFO Sichtungen auch Außerirdische verbergen. Ich bin allerdings ein Anhänger der Prä-Astronautik und der Meinung die Außerirdischen wären technologisch so fortschrittlich, dass sie sich vor uns verbergen könnten, was glauben Sie welchen Grund könnten Außerirdische haben sich uns zu zeigen oder mit uns in Kontakt zu treten, wie einige Menschen ja berichten (Entführungen), halten Sie das für realistisch?

Wenn Sie ein Anhänger der Prä-Astronautik sind, wie ich ja auch, dann dürfte sich Ihnen die Frage, ob es möglich wäre, dass UFO-Sichtungen heutzutage auch außerirdischen Ursprungs sein könnten, gar nicht erst stellen. Denn wenn man es für möglich hält, dass vor Jahrtausenden Außerirdische hier gewesen sein könnten, dann könnten diese auch heute wieder hier sein. Und eben aus diesem Grund der Prä-Astronautik wäre es auch schlüssig, wenn sie sich heutzutage wieder den Menschen zeigen oder aber auch im Verborgenen diese erforschen. Ich gehe persönlich davon aus, dass die Menschheit in ihrer Vergangenheit von Außerirdischen besucht und beeinflusst wurde. Wenn dies so ist, wäre es möglich, dass sie heute wieder hier sind und “ihr Werk” beobachten. Wir haben dafür keine Beweise, aber es wäre eine Möglichkeit, die mir persönlich zusagen würde.

 

In Ihrem Buch kommen auch Autoren wie Lars A. Fischinger zu Wort, den ich sehr schätze und auch schon interviewt habe. Wie ist das in der Szene so? Kennt man sich gut, versteht man sich? Gibt es Meinungsverschiedenheiten oder unterschiedliche Ansichten?

Wir kennen uns alle mehr oder weniger gut. Mit einigen meiner Co-Autoren habe ich mehr, mit anderen weniger zu tun, und gerade mit Lars A. Fischinger, Marius Kettmann und Roland Roth verbindet mich auch eine Freundschaft. Natürlich gibt es auch hier und da Meinungsverschiedenheiten, das bleibt nicht aus. Diese werden jedoch nie so als dass man wirklich Streit bekommen würde.

 

Wie scher ist es eigentlich ein Verlag für Bücher über UFOs zu finden? In Ihrem Buch bedanken Sie sich ja mit einigen Worten bei Ihrem Verlag, dass dieser den Mut hat das Thema zu veröffentlichen. Ich nehme an, dass viele Verlage da nicht so offen sind, woran glauben Sie liegt das?

Es ist äußerst schwer einen Verlag zu finden. Gerade die großen Publikumsverlage tun sich hier schwer. Und einfach aus dem Grund, dass die Themen der UFO-Forschung und Prä-Astronautik, wenn sie seriös behandelt werden, ohne Sensationsheischende erfundene Geschichten, schlichtweg nicht gut verkauft werden. Ein großer Verlag braucht seine 10 000 Bücher, die von jedem Titel verkauft werden, sonst ist es für ihn nicht rentabel. Kleinverlage sind da flexibler. Allerdings hat man dann als Autor den Nachteil, dass man eben weniger Bücher verkauft, weil einfach die Vertriebswege und die Werbung fehlen. Wenn die großen Verlage einen Autor haben, der sich mit dieser Thematik beschäftigt, ist das schon viel und ausreichend für den Verlag.

 

Vor kurzem konnte man Sie bei Stefan Raab sehen, da sehr sympatisch und man hat irgendwo gemerkt, das Stefan Raab schon ein wenig Interesse an der Thematik hatte. Ich finde es auch superinteressant, dass Sie eingeladen wurden. Wie war das für Sie? Wie haben Sie die Show wahrgenommen?

Die Zeit in Köln bei der Aufzeichnung von TV Total war sehr spannend und natürlich super aufregend. Man wurde von A bis Z sehr gut betreut und so nahm man mir auch ein wenig die Aufregung. Die Show an Sich nahm ich weniger wahr, als ich dann mal auf der Couch von Stefan Raab saß, nahm ich mich einfach ihm und seinen Fragen an. Die dutzenden Leute drumherum von der Produktion und das Publikum nahm man dann gar nicht mehr so sehr wahr. Leider konnte man in diesem Format als auch der Zeit nicht alles so bringen, wie ich es gerne getan hätte. Aber die Sendung war zuerst einmal dafür gedacht, das Thema in der Öffentlichkeit weg von Miniaturheißluftballonen wieder bekannter zu machen. Ich denke, diesen Job habe ich erfüllt.

 

Wenn ich in meinem Freundeskreis davon erzähle, dass ich denke, die Menschen wurden in der Frühzeit schon von Außerirdischen beeinflusst und Erich von Däniken zitiere werde ich spaßeshalber schon als Spinner bezeichnet, haben Sie die Erfahrung auch schon gemacht? Falls ja, wie gehen Sie damit um?

Natürlich mache ich quasi jeden Tag diese Erfahrung. Aber leider gibt es auch immer wieder wirkliche Spinner, die unser Thema dann wieder in den Sumpf der Unglaubwürdigkeit drängen. Gerade gestern habe ich einen Brief auf der Schweiz erhalten, in dem mich der Verfasser darauf aufmerksam machen möchte, dass die “Migroskassiererinnen” (Migros ist eine Einzelhandelskette in der Schweiz, Anm. d. Autors) allesamt Aliens sind und diese nur gut getarnt wären. Glücklicherweise sind dies Ausnahmen und die meisten Menschen, die sich mit unserer Thematik beschäftigen sind bodenständig. Ich persönlich gehe sehr locker und selbstironisch mit diesen Situationen um. Und da viele Menschen, die in unserer Thematik forschen und sich dafür interessieren, auch in ihrem Freundes- und Familienkreis oft als Spinner gelten, habe ich den Verein Generationen-Bibliothek e. V. gegründet. Aus dem Grund, dass mein Archiv, das ich in jahrzehntelanger Feinarbeit zusammengetragen habe, und die Archive von Forscherkollegen aber auch Privatpersonen, die sich mit Grenzwissenschaften beschäftigen, nach deren Tode nicht verloren gehen, sondern für die Öffentlichkeit aufbewahrt werden.

cover 21 Interview mit dem UFO Forscher Alexander Knörr Ich habe schon vieles gesehen, was erst mal als UFO gemeldet werden würde

Haben Sie eigentlich schon selbst einmal ein UFO gesichtet?

Ich habe schon vieles gesehen, was erst mal als “UFO” gemeldet werden würde, konnte mir diese Sichtungen jedoch immer sehr schnell selbst erklären. Die meisten UFO-Sichtungen gehen nach wie vor auf Verwechslungen mit natürlichen Himmelsphänomenen oder ganz menschlicher Technik zurück.

 

Eine etwas komischere Frage, über die ich mir manches Mal Gedanken mache. Nehmen wir an Obama hätte damals zugegeben, dass Kontakt zu Außerirdischen bestünde, was ja viele gehofft haben. Wie wäre die Welt heute? 

Ich denke nicht, dass man diese Frage so pauschal beantworten kann. Die Gefahr, die so oft dargestellt wird, dass die Welt komplett aus den Fugen geraten würde, besteht meiner Meinung nach nicht. Sicherlich hätten die Weltreligionen ihre Probleme mit einem solchen Beweis. Vor allem die katholische Kirche würde ihre “Vorrangstellung” verlieren.

 

Was ist für die nahe Zukunft und darüber hinaus noch geplant, wird es weitere Bücher von Ihnen geben?

Am 24. März 2012 werde ich in Wien auf dem Kongress “We are not alone” einen Vortrag über die UFO Thematik halten und die Degufo Regionalgruppe Österreich ins Leben rufen. Die Degufo hat jetzt schon mehrere Mitglieder aus dem Alpenstaat und möchte damit in Österreich eine Anlaufstelle für UFO-Sichter bilden, wie sie es in Deutschland schon ist. Wir werden dort eine Melde-Hotline installieren und ein eigenes Team von Sichtungsermittlern etablieren. In Sachen Buchprojekte wird es in diesem Jahr wohl noch eine Neuerscheinung von mir geben. Ich schreibe gerade an einem Buch, das sich mit den Rätseln Chinas beschäftigt und das dieses Jahr im Twilightline Verlag erscheinen wird. Weiterhin ist eine weitere Anthologie geplant. Dieses mal im Bereich Prä-Astronautik. In dieser werden neue Rätsel der Vergangenheit behandelt. Themen, die bisher unbehandelt blieben oder in Deutschland noch eher unbekannt sind.

 

Gibt es etwas, dass Sie gerne an dieser Stelle dem Leser mitteilen würden?

Aus meiner Jahrzehntelangen Erfahrung weiß ich, dass es viel mehr zwischen Himmel und Erde gibt, als man sich erklären kann. Niemand sollte sich verstecken müssen, nur weil er etwas außergewöhnliches erlebt hat! Wenden Sie sich in diesen Fällen an Fachleute, die es in verschiedenen Grenzwissenschaftlichen Bereichen gibt. Bei UFO-Sichtungen gerne an die Degufo (www.degufo.de) aber auch andere Forschungsgesellschaften machen sehr gute Arbeit. Aber lassen Sie sich nicht in eine Ecke drängen!

 

Mit wem würden Sie nicht in der Sauna sitzen wollen?

Ohje, da ich kein Saunagänger bin, ist das ja noch schwerer zu beantworten. Ich würde sagen mit Angela Merkel. Allein aus dem Grund, dass man jemanden, der nackt vor einem sitzt nicht ganz so ernst nimmt, als angezogen. Und wenn ich schon mal die Chance hätte, mit Angela Merkel zusammenzusitzen, dann hätte ich so viele interessante Fragen, die ich lieber mit ihr angezogen bereden würde.

 

nachgebloggt bedankt sich ganz herzlich für dieses Interview. Es ist nicht selbstverständlich, dass jeder sich die Zeit nimmt für ein Interview, für seine Fans, für interessierte Menschen. Wenn Dir dieses Interview gefällt, sage es gerne weiter und wenn Du noch Fragen hast, darfst Du diese gerne hier stellen.

 

Interessante Links zu diesem Beitrag

© Daniel Pietrzik | nachgebloggt.de

Das könnte Dir auch gefallen: