Interview mit dem Synchronsprecher Oliver Mink „Das ich ein besonderes Talent oder Stimme habe ist mir eigentlich nie aufgefallen“

Oliver Mink ist ein deutscher Synchronsprecher, Hörspielsprecher, Off–Sprecher und Schauspieler.

 

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

Ich wünsche Euch viel Spaß beim Lesen dieses Interviews.

 

Als Jugendlicher waren Sie ja Darstellern sind dann aber irgendwann komplett ins Synchronsprechen „übergegangen“ hat Sie das Schauspielern nicht gereizt oder das Synchronsprechern mehr Spaß gemacht?

Als Kind habe ich ja mit dem synchronisieren, das schauspielern nicht aufgegeben, sondern das lief dann parallel. So habe ich neben dem synchronisieren der  „Fünf Freunde“ z.B am „Feuerroten Spielmobil“ mitgewirkt, mit Georg Thomalla am Ku`Damm Theater gespielt,oder auch mit Harald Juhnke „Ein Mann will nach oben“ gedreht.

 

Gab es einen Moment an dem Sie gemerkt haben, dass Sie ein besonderes Talent haben bzw. eine besondere Stimme haben?

Das ich ein besonderes Talent oder Stimme habe ist mir eigentlich nie aufgefallen. Dass wurde mir wenn nur von anderen gesagt.

 

Ihre Stimme begleitet mich bereits ca. 30 Jahre, seit ich das erste Fünf Freunde Hörspiel hörte, den ersten Film mit Ihnen als Stimme sah oder sie im TV als Sprecher hörte. Wie ist das eigentlich, werden Sie unterwegs vom Aussehen her erkannt? Wahrscheinlich eher von der Stimme oder?

Mein letzter grosser Dreh war die Serie „Zugriff“, und zu der Zeit hat man mich tatsächlich auf der Strasse erkannt. Manch einer mag das ja toll finden, ich fands eher nervig. Meine Stimme erkennt man wohl eher wenn man weiss was ich mache, so auf der Strasse passiert mit das nicht. Dazu müsste man wahrscheinlich eine prägnante Stimme wie z.B. Ekki Belle haben.

 

Wenn ich jetzt sage, dass Sie die Stimme von Mark Wahlberg sind, von Luke Perry oder von Max Gruber aus Geheimakte Tunguska kann jeder eine Stimme damit assoziieren. Stört es Sie eigentlich manchmal, dass man als Synchronsprecher im Vergleich doch eher wenig Rum abbekommt obwohl jeder Ihre Stimme kennt oder nehmen Sie das nicht so wahr?

Das wir Synchronsprecher mehr im Hintergrund sind und keine öffentlich bekannten Personen sind, ist mir persönlich nur Recht. Das wir aber aus unseren eigenen Reihen heraus klein gehalten werden und seid 35 Jahren die gleichen Gagen bekommen, das find ich erbärmlich und wird der Branche auf Dauer auch nicht gut tun. Manchmal nehm ich junge Leute mit ins Synchronstudio, wenn die mich fragen wie ihre Chancen in diesem Beruf sind, noch dazu als Neueinsteiger, sage ich ihnen immer: „Wenn du mal ne Familie ernähren willst, lern was anständiges“

 

Wenn man mal schaut bei was sie alles synchronisieren frage ich mich wie das zeitlich alles geht? Dokus, Werbespots, Spiele, Filme, bleibt da noch Zeit für Freunde und Verwandte? Wie sieht zb. ein typischer Arbeitsalltag bei Ihnen aus?

Den typischen Arbeitstag gibt es bei mir nicht. Mal hab ich frei, mal hab ich 5 Termine an einem Tag. Als ich die Serie „Whats up Dad“ synchronisiert habe, war es durch meinen Wohnsitz in München und der Synchronarbeit zu „Whats up Dad“ in Berlin manchmal etwas stressig. Ich erinnere mich noch als wir Nachts um 2:00 eine Folge Germanys next Topmodel aufgenommen haben, ich um 3:30 ins Auto gesprungen bin, nach Berlin gefahren, geduscht und um 10:00 im Synchronstudio stand.

 

Und selbst nochmal schauspielern… ist das für die Zukunft mal eine Option, oder kommt das gar nicht mehr in Frage?

Ich hätte nichts gegen eine Rolle im Film oder Theater, aber hey, ich bin über 35! Da ist man im deutschen Fernsehen doch viel zu alt.

 

Was ist für die nahe Zukunft und darüber hinaus noch geplant, darf man da schon etwas verraten, wo werden wir Sie als nächstes hören??

Naja, aktuell hört man mich bei „Germanys next Topmodel“ und dann machen wir grad eine Lifestyle und Fashion Geschichte deren Namen ich glaub ich noch nicht nennnen darf. Im Moment läuft auf D-Max „Die Autopaten“ da spech ich den Tommy. New York Ink läuft auch gerade auf D-Max,da bin ich das Voiceover von Ami James.

 

Mit wem würden Sie nicht in der Sauna sitzen wollen?

Charles Manson.

 

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