Der große Crash – Margin Call | Blu-ray

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Es ist kein Tag wie jeder andere in einer großen Investmentbank an der New Yorker Wall Street. Denn durch die Flure der Großraumbüros schreiten Männer und Frauen mit stoischer Miene, die nur eine Aufgabe haben: die Angestellten darüber zu informieren, dass sie gefeuert sind. Einer der ersten, die es erwischt, ist Eric Dale (Stanley Tucci). Dass sich der Risikoanalyst große Verdienste um die Firma erworben hat und ihr viele Jahre lang treu gedient hat, nützt ihm in diesem Augenblick wenig: Mitleidlos wird er aufgefordert, seinen Schreibtisch leerzuräumen und das Gebäude umgehend zu verlassen. Sein Diensthandy wird selbstverständlich abgeschaltet. Obwohl Eric von einem Wachmann nach draußen begleitet wird, kann er seinem jungen Kollegen und Protégé Peter (Zachary Quinto) in letzter Sekunde einen USB Stick zustecken. „Sei vorsichtig!“, rät er ihm. Dann schließt sich die Fahrstuhltür.

Nachwuchsanalyst Peter, ausgebildeter Raketenwissenschaftler und heimliches Mathematik-Genie, hat den ganzen Tag beobachtet, wie ein Kollege nach dem anderen gehen musste. Jetzt fürchtet er selbst um seinen Job – und vergeudet keine Zeit, sich die Daten auf dem Stick anzusehen. Nach einigen kurzen Berechnungen erkennt er, was die Zahlen bedeuten: Die Firma steht kurz vor dem Ruin. Schockiert ruft er seinen Kollegen Seth (Penn Badgley) an, der bereits im Feierabend ist. Er soll sofort ihren direkten Vorgesetzten Will Emerson (Paul Bettany) informieren und zurück ins Büro kommen. Emerson ist der Haupt-Trader der Firma, der rund zwei Millionen Dollar pro Jahr verdient.

Doch die Informationen, mit denen ihn Peter und Seth konfrontieren, verschlagen selbst Will Emerson die Sprache. Ratlos beschließt er, ihren gemeinsamen Boss Sam Rogers (Kevin Spacey) anzurufen, der um diese späte Uhrzeit längst auf dem Weg nach Hause ist. Und klammheimlich um seinen geliebten Hund trauert, der beim Tierarzt eingeschläfert werden musste.

Sam, der seit 34 Jahren für die Firma arbeitet, hat in dieser Zeit eine Menge gesehen und erlebt. Aber zu erfahren, dass das Kapital des Unternehmens komplett vom Verlust bedroht ist, versetzt ihm einen Schock, der sein ganzes Weltbild ins Wanken bringt. Bestürzt muss er sich eingestehen, dass Kurzsichtigkeit und falsche Prioritäten die drohende Kernschmelze herbeigeführt haben. 

Die Katastrophenmeldung verbreitet sich wie ein Lauffeuer durch sämtliche Leitungsebenen der Unternehmenshierarchie. Zur kurzfristig einberufenen nächtlichen Krisensitzung treffen alle wichtigen Entscheider in den Büroräumen ein. Ob und wie Schadensbegrenzung ausgeübt werden kann, darüber diskutieren zunächst Jared Cohen (Simon Baker), ein inkompetenter hochrangiger Manager, und Sarah Robertson (Demi Moore), Leiterin der Abteilung Risikomanagment, mit Sam, Will und den jungen Analysten. Auf die Schnelle ist aber kaum zu klären, ob die Firma noch zu retten ist – selbst ungeachtet der Folgen, die ein solcher Versuch für die Wall Street und den Rest der Welt haben könnte.

Alle Planspiele und Diskussionen dieses Kriegrats sind ohnehin in dem Moment Makulatur, als der Konzernchef John Tuld (Jeremy Irons) per Helikopter eingeflogen wird. Der Mann, dem ein Jahresgehalt von 86 Millionen Dollar nachgesagt wird, ist ein gnadenloser Kapitalist, dem es ausschließlich um eigene Interessen geht. Sam, der immerhin noch eine Spur von Moral und Anstand besitzt, widersetzt sich Tulds Plan, die wertlos gewordenen Wertpapiere zu verkaufen, um den Konzern fürs erste aus der Gefahrenzone zu bugsieren. Doch Geld hat die schlimme Eigenschaft, das Gewissen zum Schweigen zu bringen und sämtliche Impulse, das Richtige zu tun, zu verhindern.

Wirklich selten kommt man in den Genuss einen so gut besetzten Film zu schauen, in der wirklich jeder Schauspieler seine Rolle nahezu perfekt verkörpern kann und spielt. Besonders gut hat mir Stanley Tucci gefallen, der seiner Rolle so gut gespielt hat, dass ich mir im Nachhinein keinen anderen dafür hätte vorstellen können. Über die Story will ich gar nicht so viel erzählen, das steht ja bereits weiter oben, die hat mir gefallen, war so ein wenig „Wall Street“ mäßig unterwegs, wenn auch mehr auf die einzelnen Menschen fokussiert. Die Extras der Blu-ray sind der Hammer, es ist alles dabei was das Herz begehrt, Deleted Scenes, Making-Of, Interviews, Trailer, vollgepackt sozusagen. Ein Film, den man gesehen haben muss, so ein letztes Fazit. Viel Spaß beim Gucken. Mein Dank geht an Koch Media, die mir freundlicherweise diese Blu-ray für eine Rezension zur Verfügung gestellt haben.

ANSPRUCH  96%
AUFMACHUNG  86%
EXTRAS  98%
GESAMTWERTUNG   93%

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© Daniel Pietrzik | nachgebloggt.de