Interview mit dem Hörbuch-Autor Jan Gaspard “Offenbarung 23 kann im zweiten Anlauf nur gelingen wenn alle mithelfen”

 

Jan Gaspard ist ein deutscher Hörbuch-Autor. Große Bekanntheit erreichten seine Hörbücher Offenbarung 23.

 

Liebe LeserInnen,

nachgebloggt bedankt sich ganz herzlich für dieses Interview. Es ist nicht selbstverständlich, dass jeder sich die Zeit nimmt für ein Interview, für seine Fans, für interessierte Menschen. Wenn Dir dieses Interview gefällt, sage es gerne weiter und wenn Du noch Fragen hast, darfst Du diese gerne hier stell

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Jan, Jan Gaspard ist ja „nur“ ein Pseudonym, von dem Menschen hinter dem Namen würde ich gerne mehr erfahren. 

Der Name ‘Jan Gaspard’ ist für mich mittlerweile sehr viel mehr als ‘nur’ ein Pseudonym. Er steht in meinem Pass, wenn auch nur als Künstlername. Aber Jan Gaspard ist schon auch zu einem großen Teil meiner Identität geworden – oder besser andersherum: Ein Teil meiner Identität wurde zu Jan Gaspard. Und zwar der Teil, der bei allem was ich so beruflich treibe, ‘den anderen Blick’ auf die Dinge hat. Ich bin Journalist – aus Passion. Ich schreibe seit meinem 14. Lebensjahr für Zeitungen, hatte mit 16 Jahren einen eigenen kleinen Verlag, war mit 21 der jüngste Redaktionsleiter Deutschlands. Und so weiter. Eine steile Karriere, die dann aber einige Brüche erhielt – als ich begriff, dass es da draußen eine Realität gibt, die bisschen anders funktioniert als jene, von der wir in den Zeitungen und Medien sonst so im Allgemeinen erfahren. Ich kam durch meinen Beruf – als Journalist, als PR-Berater, als Pressesprecher bestimmter Unternehmen; und als Spin-Doctor – sehr nahe an wichtige Strippenzieher des öffentlichen Lebens, der Politik und der Wirtschaft. Und konnte mehr als einmal hinter die Kulissen dessen sehen, was man wohl heute am besten mit dem Begriff ‘Matrix’ beschreiben kann. Seitdem bin ich ein sehr skeptischer, zuweilen auch misstrauischer Mensch geworden. Der aber auf der anderen Seite seinen unverbesserlichen Optimismus nicht verloren hat, ein klein wenig dazu beitragen zu können, die Welt zu einem etwas besseren Ort zu machen, als er gestern vielleicht noch war. Allein durch die magische Kraft der Worte – vielleicht in einem Hörspiel …

 

Bekannt bist Du aber als Jan Gaspard, der Erfinder der „Offenbarung 23“ wie kommt man eigentlich auf solche Storys? Hast Du da einen Hang zu Verschwörungstheorien? Interessierst Du dich da besonders für? 

Na ja, das stimmt nicht ganz. Unter meinem bürgerlichen Namen habe ich für kurze Zeit auch mal eine begrenzte Prominenz erreicht, als einige TV-Kulturmagazine über ein Buch berichteten, dass meine damalige Frau und ich veröffentlichten hatten. Das war aber eine Bekanntheit, die mir unheimlich war. Sie kostete mich einen guten Job, führte dazu, dass meine Kinder einem bedenklichen Spießrutenlauf in der Öffentlichkeit ausgesetzt waren. Wir mussten danach damals den Wohnort wechseln. Seitdem genieße ich die relative Anonymität, die mir meine Pseudonyme (es gibt mehr als eines) bieten.

Was die Storys aus Offenbarung 23 angeht -man mag es mir vielleicht nicht abnehmen (die wenigsten tun das), aber ich sehe mich kein Stück als Verschwörungsindianer. Ich sehe mich als bedingungslosen Aufklärer. Ich schreibe zwar fiktive Geschichten, aber die spielen mit Fakten, die mir bei echten journalistischen Recherchen über den Weg gelaufen sind. Sicher, ich male gerne und leidenschaftlich die blinden Flecken einer Story aus, die auch mit noch so viel Recherche nicht zu enthüllen waren. Aber der große Kern meiner Geschichten ist das wirkliche Leben. Und, ja, das ist meine absolute Leidenschaft – die Wahrheit zu suchen. Und sie manchmal auch zu finden …

 

Und wie gehst Du an eine Story ran? Recherchierst Du viel? Denkst Du dir viel aus? 

Der Kosmos von Offenbarung 23 ist über Jahre, Jahrzehnte gewachsen. Alle Themen begleiten mich meist seit vielen Jahren. Immer wieder sind Puzzleteilchen dazugekommen, haben sich Bilder vervollständigt. Das ‘große Ganze’ der Storyline habe ich in den Jahren 2002 und 2003 entwickelt – zum Teil mit Hilfe eines damaligen Kollegen in einer PR-Agentur, für die ich u.a. für den Kunden 20th Century Fox gearbeitet habe. Mein Vorbild dabei war die TV-Serie ‘Akte X’, für die ich zeitweise die PR-Arbeit mit betreut habe (und die ich liebe). Da ich auch seit meiner Kindheit Hörspiele liebe, vor allem „Die drei Fragezeichen“ – ich identifiziere mich voll und ganz mit Justus Jonas, vor allem auch, was die Körperfülle angeht … -, lag es irgendwie nahe, aus den Themen eine Hörspielserie zu kreieren – denn damals war das Medium ‘Hörspiel’ völlig vernachlässigt und weit hinter ihren Möglichkeiten, wie ich fand. Da konnte man was bewegen, da konnte man mit den Themen auffallen und mit etwas neuem Zeichen setzen. Ein Stück weit ging diese Rechnung auf. Auch wenn dann, ich sag mal, der Erfolg mich ein wenig ‘überrannt’ hat – als man mich aus meiner eigenen Serie versucht, hat raus zu streichen …

 

Was alle Fans glücklich macht, ist die Tatsache, dass es bald weiter geht mit der Offenbarung 23. Als HIGHSCOREMUSIC bei Dir anfragte ob Du bei neuen Folgen mit dabei bist was war da Dein erster Gedanke? 

Mein erster Gedanke war: Warum bringt der neue Produzent einen Hund zum ersten Gespräch mit? Der zweite Gedanke war: Das klappt nie, dass er alle Beteiligten wieder zu einer Vereinbarung zusammenbringt. Und der dritte Gedanke war dann der Schwur: Ich würde alles tun, damit diese Chance auch wirklich genutzt werden kann.

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Die neuen Folgen setzen ja direkt an die 29. an, wie behandelst Du die Folgen 30-41?  

Mit insgesamt fünf Zeilen im Drehbuch der Folge 42. Darin wird alles zu diesem Thema gesagt, was meiner Meinung nach dazu gesagt werden muss an dieser Stelle. 

 

Darfst Du schon was verraten, auf welche Geschichten wir uns freuen dürfen? 

Alle Fans von Offenbarung 23 wissen, dass meine Story mit der Folge 29 (’9/11′) an einer inhaltlichen Zäsur angekommen war; insofern war es eigentlich okay, dass die Serie an der Stelle – aus meiner Sicht – ‘unterbrochen’ wurde. Weiter geht es mit einem etwas veränderten Georg Brand, der in der ersten neuen Staffel ein wenig mit seiner eigenen Geschichte konfrontiert wird. Als Hacker T-Rex werden wir ihn daher leicht ‘verwandelt’ erleben, seine Rolle verändert sich; er scheint seine ‘Mission’ ein wenig mehr angenommen zu haben.

Ansonsten wird es ein Wiedersehen / (-hören) mit vielen alten Bekannten geben. Es gibt aber auch einige neue Charaktere, die Kenner meiner sonstigen Werke möglicherweise bekannt vorkommen werden (Stichwort: “Spion der Fugger”). Und von einigen Figuren heißt es Abschied nehmen. Was sich auch verändern wird: Da ich festgestellt habe, dass fast ausnahmslos alle Fans, die Offenbarung 23 verfolgen, immer auch alle Episoden der Serie kennen, hebe ich die bisher eigentlich ziemlich strikte Trennung der einzelnen Folge ein Stück weit weiter auf als bisher schon. Die Episoden sind ein Stück weit mehr miteinander verwoben, was aber – meiner Meinung nach – der Dramaturgie und der Tiefe der Figuren sehr zugutekommt. Aber nach wie vor ist es immer noch so, dass jede Folge auch Standalone funktioniert, zumindest im Bezug auf die dargestellte Thematik, bzw. Theorie; es gibt nur ein bisschen mehr übergeordnete Handlungsstränge und Erzählfäden.

Eine Veränderung, die dem neuen Produzenten (gerne) geschuldet ist, ist ein insgesamt höheres Tempo der Folgen – wobei mir persönlich (das ist ja kein Geheimnis) die ruhigen, akademischen Folgen wie “Wissen der Menschheit” oder die poetischen, wie „Pyramiden-Saga“ eigentlich die liebsten sind. Aber das ist schon okay. Und wurde ja auch von vielen Fans der Serie so gefordert.

Was nun die eigentlichen Themen angeht … Wir werden was darüber erfahren, wo sich die modernen Illuminaten heute wirklich verstecken (und wer Ihnen in Offenbarung 23 entspricht), was die Hintergründe der Brandkatastrophe im Montblanc-Tunnel waren, inwieweit Satanisten heute in der Gesellschaft sichtbar sind und wo man das Rheingold, den sagenhaften Nibelungen-Hort, möglicherweise tatsächlich finden kann …

Ach ja, noch ein Novum der Serie wird sein, dass reale journalistische Werke auch von mir, die ich in verschiedenen Medien zu den jeweiligen Themen so veröffentlicht habe, in den Plot eingebaut werden. Ich bemühe mich, das nicht zu platt zu machen; aber es soll doch unterstreichen, dass in Offenbarung 23 das wirkliche Leben die wesentliche Hauptrolle spielt.

 

Gibt es etwas, dass Du gerne an dieser Stelle dem Leser mitteilen würdest? 

Hm … Vielleicht: Das Abenteuer Offenbarung 23 kann im zweiten Anlauf nur dann gelingen, wenn alle, denen diese Serie etwas bedeutet, dabei mithelfen, es wieder zu einem Erfolg werden zu lassen. Ich denke, es ist jetzt jedem klar, wie zerbrechlich solch ein Werk wie diese Hörspielserie sein kann. Bisher war es so, dass auf eine verkaufte CD von Offenbarung 23 – oder einen legalen Download – bis zu 200, 300 illegale Downloads kamen … Das zeigt zwar zum einen, wie viele Menschen die Themen und Geschichten von Offenbarung 23 erreichen konnten – es sind da draußen grob hochgerechnet zwischen 4 und 6 Millionen (größtenteils eben illegale) Copies unterwegs; aber nur, wenn die Fans bereit sind, auch die Serie durch einen legalen Erwerb der Hörspiele zu honorieren, wird sie auf Dauer lebensfähig sein. Das hat nichts mit Geschäftemacherei zu tun. Hörspiele macht man, weil man Idealist ist. Vielleicht auch, weil man verrückt ist. Weil es einem um die Sache geht, um das Medium – um ganz genau diese Kunstgattung. Aber so eine Produktion muss auch zumindest kostendeckend sein.

Vielleicht hilft da dem einen oder anderen die Mitteilung, dass ich einen befreundeten Journalisten und Lehrer kenne, der den Erwerb seiner Offenbarung 23-Edition tatsächlich steuerlich absetzen konnte – als Lehrmaterialen für den Publizistik- und Geschichtsunterricht … icon wink Interview mit dem Hörbuch Autor Jan Gaspard Offenbarung 23 kann im zweiten Anlauf nur gelingen wenn alle mithelfen

 

Mit wem würdest Du nicht in der Sauna sitzen wollen?

Es gibt da einen sehr unangenehmen Ex-Kollegen, bei dem sich mir immer die Nackenhaare aufstellten, wenn er sich mir nur auf dreißig Metern näherte … Hat nichts mit Offenbarung 23 zu tun. Aber wegen dem habe ich tatsächlich mal ´ne Sauna verlassen – komplett, weil ich sah, wie er das Gebäude betrat … Ganz ernsthaft.

 

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© Daniel Pietrzik | nachgebloggt.de

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