Jazz für die Russen | TV

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© WDR/sarabandefilm/Igor Vysotski

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Das Erste, 20.02.2012, 23.45 – 00.30 Uhr

Sommer 1962, der Höhepunkt des Kalten Krieges zwischen den USA und der Sowjetunion. Ausgerechnet jetzt schickt die amerikanische Regierung – im Rahmen eines kulturellen Austauschprogramms – Benny Goodman mit 19 jungen Jazzmusikern auf eine abenteuerliche Reise in die Sowjetunion. Es ist die erste amerikanische Big Band auf sowjetischem Boden. Und es ist die Antwort Amerikas auf die perfekten klassischen Musiker, die Moskau in die USA geschickt hatte und die überall gefeiert worden waren. Auf dem Gebiet konnten die Vereinigten Staaten nicht mithalten. Also war ihre Antwort: Jazz, die Musik Amerikas, der Sound der Freiheit, Benny Goodman. Die Konzertreise dauert sechs Wochen und führt den King of Swing und seine Big Band kreuz und quer durch Chruschtschows Reich. Ihr Auftrag: Sie sollen mit ihrer mitreißenden Musik den „American way of life“ in den totalitären Sowjetstaat tragen, den Geist der Freiheit. „Jazz ist frei. So wie es die Meinungsfreiheit gibt, so gibt es die Freiheit in der Musik,“ sagt Joya Sherill, die Sängerin der Band. „Du singst, wie du willst und sagst, was du willst.“

© WDR/sarabandefilm/Igor Vysotski

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Benny Goodman und sein Orchester spielen 30 Konzerte vor fast 180.000 Menschen – in Moskau, Sotschi, Tiflis, Taschkent, Leningrad und Kiew. Mit ihrer Musik reißen sie erste Löcher in den „Eisernen Vorhang“, lernen dabei viel über die Sowjetunion und manches über ihr eigenes Land. Benny Goodman soll einmal gesagt haben, dies sei die beste Band gewesen, die er jemals hatte. Für die ARD-Dokumentation sind alle noch lebenden Mitglieder noch einmal vor die Kamera getreten, um von ihrer außergewöhnlichen Reise zu erzählen: Joya Sherill (Gesang), John Bunch (Piano) – beide starben nach Abschluss der Dreharbeiten zu diesem Film – Bill Crow (Bass), Jerry Dodgion (Saxophon), John Frosk (Trompete), Phil Woods (Saxophon) und Joe Wilder (Trompete). Die Dokumentation folgt der Band auf ihrer abenteuerlichen Reise quer durch das Land, zeigt Konzertausschnitte ihrer Auftritte in Moskau und Leningrad und eine Reihe von unveröffentlichten Photos und Dokumenten sowie spektakuläres, noch nie gezeigtes Amateurfilmmaterial der Jazzmusiker von unterschiedlichen Stationen ihrer Reise.

© WDR/sarabandefilm/Igor Vysotski

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Zu Wort kommen auch die damaligen sowjetischen Fans der „amerikanischen Giganten des Jazz“, wie der berühmte Petersburger Jazzmusiker David Goloschekin sie heute noch nennt. Sie haben sein Leben verändert, obwohl der KGB damals alles versucht hat, um jeden Kontakt zwischen den bewunderten Idolen und ihren enthusiastischen Anhängern zu unterbinden. Für den russischen Saxophonisten und Bandleader Gennadi Golschtein war Jazzmusik seine Zuflucht in einem grauen Land und einer schweren Zeit. Dass er mit Goodmans Band in einer heimlichen Jamsession Saxophon spielte, wurde ihm in seiner Heimatstadt Leningrad fast zum Verhängnis. ..

Ich mag modernere Jazz Musik, die so in die Richtung Götz Alsmann geht, muss aber auch ehrlich gestehen, dass ich ansonsten keine Ahnung von dieser Musik habe und auch die Künstler in dieser Doku mir nicht bekannt sind. Ich denke so geht es vielen und aus der Sicht kann ich sagen ist die Doku echt spannend, weil man das eben nicht so mitbekommen hat und, das einem nicht so bewusst ist, wie das damals war, warum man diesen kulturellen Austausch gemacht hat, was dahinter steckt und wie die Künstler sich in den entsprechend anderen Ländern gefühlt haben. Schau doch mal rein, die Doku ist super gemacht, kann ich Dir also empfehlen. Viel Spaß beim Gucken.

© Daniel Pietrzik | nachgebloggt.de

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