Interview mit der Schauspielerin Julia Heinze „Es bestehen immer Gemeinsamkeiten und Gegensätze zwischen Schauspieler und Figur“

Julia Heinze ist eine deutsche Schauspielerin. Bekannt ist sie durch ihre Rolle in der Serie Um Himmels Willen.

 

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

Ich wünsche Euch viel Spaß beim Lesen dieses Interviews.

© ARD/Jacqueline Krause-Burberg

© ARD/Jacqueline Krause-Burberg

Die ersten Jahre Ihrer Karriere begannen indem Sie in Kurzfilmen mitwirkten, wie ist das zu dieser Zeit Schauspieler/in zu werden. Hat man es heutzutage eigentlich schwer Schauspieler zu werden? Ist die Masse nicht unglaublich groß geworden oder täuscht das?

Ich hatte das große Glück, dass ich direkt nach der Schauspielschule die Chance bekam, die Hauptrolle in einem Fernsehzweiteiler zu spielen (Apollonia). Das war natürlich ein großartiges Gefühl und ich hatte einen sehr guten Start. Früher oder später wird aber jeder, der in einem freien, künstlerischen Beruf tätig ist, Höhen und Tiefen zu spüren bekommen. Denn es gibt keine Sicherheit und jedes Jahr läuft anders. Ich denke, das war und wird zu jeder Zeit so sein.  

Ich habe aber auch das Gefühl, dass die Masse an jungen Menschen, die Schauspieler oder überhaupt Künstler werden möchten, größer geworden ist. Die Frage ist nur, ob der Traum den Beruf auszuüben dahinter steht, oder nur das Bedürfnis, in der Öffentlichkeit zu stehen. Bei letzterem würde ich vielleicht eher abraten… Aber jeder geht seinen eigenen Weg. Mich hätte jedenfalls damals keiner davon abhalten können, auf die Schauspielschule zu gehen.

 

Wie entstand denn Ihr Wunsch Schauspielerin zu werden? Kann man sagen, der Wunsch war schon relativ früh da oder wollten Sie in Ihrer Jugend einen anderen Beruf lernen?

Was ich noch weiß: im Kindergarten spielte ich im Märchenspiel Dornröschen eine von sechs Tauben. Natürlich hätte ich lieber das Dornröschen gespielt. Etwas später, im Kinderballett durfte ich das erste Mal vor großem Publikum Bühnenluft schnuppern. Fand ich gut! Also, stand für mich fest: „Ich will Primaballerina werden“! Dieser Wunsch hielt sich bis etwa Fünfzehn. Mit 17 Jahren war mir klar:“ Ich will nicht nur tanzen – nach dem Abi geh ich auf die Schauspielschule!“. Aber, mir war damals nicht klar, was der ganze Beruf so mit sich bringt und erfordert. Das ist aber auch ganz gut so, man wächst mit seinen Aufgaben.

 

Mittlerweile sind Sie ja fest in der Serie „Um Himmels Willen“ integriert, da startet die Tage die neue Staffel. Wie ist das eigentlich eine Novizin zu spielen? Bedurfte das einer besonderen Vorbereitung?

Natürlich beschäftigt man sich bei der Vorbereitung auf den Dreh mit Fragen des Glaubens und des klösterlichen Lebens. Dabei offenbaren sich Annehmlichkeiten und Vorzüge. Aber natürlich auch einige Entbehrungen… Am spannendsten war für mich die Frage “warum eine junge Frau wie Maria die Entscheidung trifft ins Kloster zu gehen?“ Sie sehnt sich nach einem Halt im Leben, nach Ehrlichkeit und nach einer (nie gehabten) Familie. Genau das findet sie im Kloster und die Mitschwestern wachsen ihr ans Herz. Sie denkt, sie ist sich ihrer Entbehrungen bewusst. Doch auch in der neuen Staffel wird sie sich erneut mit der Frage auseinander setzen müssen, ob ihr Weg der richtige war und ist.

Aber egal, ob Novizin, Psychopathin oder Erna um die Ecke….- es sind alles Menschen, die es zu verstehen gilt. Das schöne bzw. die Herausforderung an der Schauspielerei besteht doch darin, sich in unterschiedliche Charaktere hinein versetzen zu dürfen und ihr Denken und Handeln verstehen und nachzuvollziehen zu können.

 

Erzählen Sie mal wie Sie Ihren Charakter „Maria Gasser“ selbst beschreiben würden.

Nun, das ist nicht so einfach in der Kürze. Das ist ein bisschen, wie wenn es heißt: „Ach, stellen sie sich doch bitte mal kurz vor, in 1-3 Sätzen.“ Ich versuche es in Schwarz/Weiß. Maria ist natürlich viel bunter… Sie hat viel Energie. Sie ist neugierig, ehrgeizig, temperamentvoll, aber auch sehr zerbrechlich und mitfühlend. Sie hat gelernt sich nach außen hin stärker zu geben, als sie ist. Sie isst lieber bei den Köchen in der Küche, als beim Adel am Tisch. Sie ist interessiert, aktiv, ungeduldig und übernimmt gerne Verantwortung. Allerdings nur, wenn sie von einer Sache überzeugt ist. Wenn nicht, dann wird sie gerne bockig.

 

Und gibt es Gemeinsamkeiten?

Ja, natürlich gibt es Gemeinsamkeiten. Ich denke, es bestehen immer Gemeinsamkeiten und Gegensätze zwischen Schauspieler und Figur. Mal mehr, mal weniger. Man muss schließlich aus seinem eigenen Erfahrungsbereich schöpfen um die Figur zu verstehen und ihr Leben zu geben. Den Rest überlasse ich der Phantasie.

© ARD/Jacqueline Krause-Burberg

Was schauen Sie als Schauspielerin eigentlich selbst am liebsten im Fernsehen?

Um ehrlich zu sein, wenn ich gerade viel um die Ohren habe, lass ich mich auch gerne berieseln, mit dem, was gerade läuft. Ansonsten schaue ich ganz gerne Spielfilme, Reisedokumentationen, Harald Schmidt, Stromberg, Tagesthemen,……manchmal auch Kochsendungen, da ich selber wahnsinnig gerne koche. Überhaupt: Reisen, Humor und gutes Essen sind Dinge mit denen ich mich grundsätzlich gerne beschäftige.

 

Was ist für die nahe Zukunft und darüber hinaus noch geplant?

Da der Jahresanfang bei mir meistens die ruhigste Phase im Jahr ist, versuche ich um diese Zeit immer eine längere Fernreise zu machen. Somit steht zunächst Reiseplanung und Urlaub im Vordergrund. Ansonsten bin ich sehr gespannt, was das  neue Jahr so bringen wird…..

 

Gibt es etwas, dass Sie gerne an dieser Stelle dem Leser mitteilen würden?

Jaa! Ich wünsche allen einen guten Jahresstart und ein wundervolles, gesundes und fröhliches neues Jahr!!!!

 

Mit wem würden Sie nicht in der Sauna sitzen wollen?

Mit einem Schneemann: wir würden zusammen reingehen und ich käme alleine wieder raus…! Das wäre doch traurig….

 

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© Daniel Pietrzik | nachgebloggt.de

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