Interview mit der Moderatorin Sabine Heinrich „Ich höre sehr gerne Interviews und freue mich, wenn die Interviews länger als drei Minuten sind“

Sabine Heinrich ist eine deutsche Radio- und Fernsehmoderatorin.

 

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

Ich wünsche Euch viel Spaß beim Lesen dieses Interviews.

© WDR/Thomas Kierok

© WDR/Thomas Kierok

Die Liste der 1Live Moderatoren aus denen wirklich was geworden ist im laufe der Jahre ist ja sehr lang, warum glaubst Du ist das so? Was ist an 1Live so anders als bei anderen Sendern? (Ich meine natürlich…im Fernsehen was geworden ist…)

Was bedeutet „aus denen was geworden ist“? Ich finde, wenn man Moderator bei 1live ist, dann hat man es schon verdammt weit gebracht. Die Herausforderung ist aber dann zu schauen, dass man sich darauf nicht ausruht. Bei 1live zu moderieren kann nicht gleich bedeutend sein mit „Stillstand“ – und die Bewegungen meiner Kollegen sind zum Teil sehr öffentlich (siehe Thorsten Schorn, Anja Backhaus und Olli Briesch) und zum Teil auch sehr im Hintergrund. So studieren viele Kollegen nebenbei noch oder arbeiten als Autoren.

 

Und wie bist Du zu 1Live gekommen? Ganz klassisch beworben? Wie wird mann dann zur Moderatorin?

Oh das war gar kein Plan oder gar ein Traum. Ich hätte mich gar nicht getraut mich da als Moderatorin ins Gespräch zu bringen. Ich bin da eher aus Zufall ins Casting gekommen. Ich wollte ein Praktikum zum Ende meines Lokalfunkvolontariats machen. Das ging nicht und so wurde mir ein kleiner Zeitvertrag als Redakteurin angeboten. Da ich aber als Redakteurin bei Antenne Unna im Prinzip auch moderieren durfte und ganz glücklich war,  habe ich dann beim WDR abgesagt. Der Chef war erstmal sehr überrascht und lud mich dann zum Casting ein.

 

Hast Du eigentlich Vorbilder im Bereich Radio?

Ohja. Ich höre mich quer durchs Land. Alles dabei. Ich höre sehr gerne Interviews und freue mich, wenn die Interviews länger als drei Minuten sind und klug geführt werden. Es gibt dann Kollegen, da freue ich mich dann über Fragestellungen und Interviewtechniken.

 

Neben dem Radioprogramm bist Du ja auch hin und wieder im Fernsehen zu sehen. USFO war die bisher größte Show, ich selbst sehe Dich gerne bei Zimmer Frei als Reporterin, macht Dir Fernsehen auch soviel Spaß, womöglich mehr?

Nö. Mehr Spaß könnte ich nicht sagen. Das hängt vom Thema ab. Es ist natürlich ganz schön lustig fürs ARD Morgenmagazin mit einem Schwerlastschiff um halb Europa zu schippern. Es ist aber wesentlich aufwendiger als Radio.  Es ist schön zu beobachten, wie ich es mir so langsam aber sicher erarbeite. Natürlich kann ich im Fernsehen noch nicht die Routine haben, die ich im Radio habe. Radio ist aber ganz klar meine Liebe.

© WDR/Thomas Kierok

© WDR/Thomas Kierok

Wo siehst Du Dich denn selbst in 10 Jahren? Mehr im Fernsehen, Radio oder ganz woanders?

Gemein! Diese Frage erlaube ich nicht. Scherz. Ich bin froh, dass sich diese Frage gerade nicht stellt. Ich habe keinen Masterplan oder ein Strategiepapier. Die schönsten Jobs haben sich bei mir immer ergeben. Die Moderationen von USFO oder auch vom Echo lassen sich nicht planen und darauf bewirbt man sich nicht.

 

Ich erinnere mich, dass Matthias Opdenhövel Dich in einer Sendung ein wenig „verarscht“ hat bezüglich Deiner Zahnlücke, die ich im übrigen sehr sexy finde, bist Du da eigentlich Eitel? Denkst Du das gehört zu Dir oder stört Dich das?

Mittlerweile mag ich sie auch und habe sie akzeptiert. Mit 17 oder 18 mochte ich sie gar nicht. Meine Zähne sind gesund, sie sind gepflegt und daher nehme ich die Optik hin. Es gibt Zuschauer, die mögen die Zahnlücke gar nicht und schreiben mir dann. Ich antworte dann und frage zurück, ob sie bereit wären, sich zugunsten eines durchschnittlichen Schönheitsideals operieren zu lassen. Und Matthias mochte die Zahnlücke auch.

 

1Live Talk mit Frau Heinrich heißt Dein neustes Projekt, wie schwer ist das eigentlich die „richtigen“ Fragen ausfindig zu machen für bestimmte Personen?

Das ist ganz unterschiedlich. Oder? Geht Dir doch bestimmt auch so. Es gibt Interviews, da fliegen mir die Fragen so zu und ich frage sehr intuitiv, weil die Fragen auf der Hand liegen. Manchmal tue ich mich aber sehr schwer und sitze dann vorm leeren Blatt. Ich stelle auch nicht immer die richtigen Fragen…aber ich versuche es.

 

Kannst Du Dich noch an Dein allererstes Interview erinnern? Also an das was mit Dir geführt wurde und das was Du als erstes geführt hast?

Hmm…das erste Interview…das wird wohl bei meinem ersten Termin als freie Zeitungsreporterin für den Stadtspiegel Kamen gewesen sein. Da wurde ein Spielplatz eröffnet. Ich war so unerschrocken, dass ich sogar dem Fotografen der Konkurrenz meinen Fotoapparat in die Hand gedrückt habe, weil ich damit nicht umgehen konnte.

Das erste Interview das ich gegeben habe? Neee…kann ich mich nicht erinnern. War also nicht so schlimm. Ich kann ganz schlecht loslassen und habe wirklich Schwierigkeiten mich interviewen zu lassen. Ich habe immer zig Gegenfragen. Jetzt gerade übrigens auch.

 

Was ist für die nahe Zukunft und darüber hinaus noch geplant?

Ich werde dieses Jahr daran arbeiten meinen Talk bei Einsfestival zu etablieren und darf für den WDR eine feine Reportage machen. Dann bin ich weiterhin Reporterin bei Zimmer frei und werde viel Radio machen und offen sein für das was noch kommen mag.

 

Gibt es etwas, dass Du gerne an dieser Stelle dem Leser mitteilen würdest?

Ich freue mich, dass die Leser bis hierhin überhaupt gelesen haben. Und dass ich sie nicht gelangweilt habe.

 

Mit wem würdest Du nicht in der Sauna sitzen wollen?

Ich sitze mehrfach die Woche nach dem Sport in der Sauna und weil da Sprechverbot ist, ist es mir egal, wer da neben mir sitzt.

 

nachgebloggt bedankt sich ganz herzlich für dieses Interview. Es ist nicht selbstverständlich, dass jeder sich die Zeit nimmt für ein Interview, für seine Fans, für interessierte Menschen. Wenn Dir dieses Interview gefällt, sage es gerne weiter und wenn Du noch Fragen hast, darfst Du diese gerne hier stellen.

 

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