Interview mit dem Musiker Felix Meyer “Ich höre mir sehr viel an und kann vielen musikalischen Stilen etwas abgewinnen”

Felix Meyer ist ein Deutscher Musiker.

 

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

Ich wünsche Euch viel Spaß beim Lesen dieses Interviews.

singlecover CMYK Interview mit dem Musiker Felix Meyer Ich höre mir sehr viel an und kann vielen musikalischen Stilen etwas abgewinnen

© 105 Music/ Michael Ebert-Hanke

Felix in einem Interview hast Du gesagt wir leben in einer Zeit der Superlativen und das das für Dich nicht so wichtig ist. Würdest Du  nicht gerne so einen Hype um Deine Person haben wie es zb. ein Pietro Lombardi dieses Jahr hatte, der DSDS gewonnen hat?

Superlative sind eine zunehmend wichtige gesellschaftliche Größe geworden, um in den Medien Nachrichtenlöcher zu stopfen. Die Aufmerksamkeit, die man für die Dauer einer Staffel im Fernsehen bekommen kann, ist kaum zu überbieten. Meist verglühen diese Kometen noch während wir sie wahrnehmen. Ich hatte von Herrn Lombardi noch gar nichts gehört. Vermutlich spielt er in einer anderen Liga (…) und einer anderen Disziplin.

 

Was hälst Du denn generell von diesen Sendungen wie DSDS, The Voice, Popstars etc. Es gibt da sehr viele gute Sänger,  sind das aber auch gute Musiker in deinen Augen?

Über die Güte von Sängern oder Musikern möchte ich mir kein Urteil erlauben. Gerade bei Sängern ist es ja oft fragwürdig, ob die Urteile “gut” oder “schön” den jeweiligen Erfolg beschreiben können. Ob Udo Lindenberg, Grönemeyer, Jaques Brel, Bob Dylan oder Tom Waits. Niemand würde behaupten wollen, dass ihrem guten Ruf eine schöne Stimme voraus eilt. Ich finde es wichtig, dass es unter den Casting Shows jetzt auch ein paar Formate gibt, bei denen es zu allererst um Musik geht. Das ist neu.

 

Man liest ja das Du Straßenmusiker warst, schon viele Jahre lang bevor Du deine erste Platte aufgenommen hast. Hast Du eigentlich noch einen anderen Beruf oder ist die Musik Deine einzige Berufung?

Ich habe Grafik Design studiert und einen Abschluss als Fotograf gemacht. Ich hab auch schon als Kameramann gearbeitet. Vor vielen Jahren lebte ich in Berlin eine Weile davon, Croissants zu backen und in Cafés zu verkaufen. Ich bin mit dem Daumen im Wind durch Europa gereist und wir haben uns als Band dabei immer wieder getroffen und Konzerte auf der Straße gespielt. Musik ist dabei eine Sache. Und eine Konstante. Die Geschichten und Bilder, die man darin verpacken kann, sind mir mit der Zeit noch wichtiger geworden.

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© 105 Music/ Michael Ebert-Hanke

Wann hast Du eigentlich gemerkt, dass Du ein besonderes Talent zur Musik hast?

Ich wollte irgendwann singen. Das war jugendlicher Leichtsinn und ist auch schon fast 20 Jahre her. Mit der Zeit habe ich rausgefunden, dass ich gerne schreibe. Die Reaktionen auf der Straße waren oft sehr positiv und berührend und im Endeffekt haben wir darüber dann auch alle kennen gelernt, mit denen wir unsere erste und auch die aktuelle Platte “erste Liebe/ letzter Tanz” gemacht haben. Peter Hoffmann, der uns in Lüneburg auf der Straße gesehen hat, war der erste Produzent, den ich ernst genommen habe. Über ihn sind wir dann zu Franz Plasa ins Studio gekommen.

 

Hast Du eigentlich musikalische Vorbilder?

Ich höre mir sehr viel an und kann vielen musikalischen Stilen etwas abgewinnen. Entscheidend ist für mich aber immer, ob ich die Stimme mag, ob sie mir etwas erzählen will und ob ich ihr das, was sie mir erzählen will, glauben kann.

 

Deine Musik erinnert mich irgendwie ein wenig an die von Götz Alsmann, was denkst Du über solche Vergleiche?

Vergleiche sind manchmal schöner als Schubladen. Götz Alsmann hab ich als Vergleich noch nie gehört. Dafür aber Element of Crime, Rio Reiser, oder Klaus Hoffmann. Das ist ein bisschen wie beim Einkaufen im Netz: “Kunden, die Felix Meyer gekauft haben, kaufen auch…!”  Gefällt mir.

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© 105 Music/ Michael Ebert-Hanke

Jetzt erscheint Dein zweites Album, spielst Du eigentlich noch auf der Straße oder sind es nur noch größere Auftritte?

Seit wir vor drei Jahren mit den eigenen Liedern losgefahren sind, ist alles immer ein bisschen größer geworden. Auch auf der Straße haben wir fast immer mehrere Hundert  Zuhörer. Ich würde gerne beides weiter machen. Mal sehen, wie der Sommer wird. “erste Liebe/ letzter Tanz” erscheint am 20. Januar. Da werden wir nicht auf der Straße spielen.  Juhu!

 

Was ist für die nahe Zukunft und darüber hinaus noch geplant?

Jetzt erst mal mit den neuen Liedern raus zu den Menschen. Eine Tour ist für Ende Februar/ Anfang März geplant. Dann wird es langsam wärmer und ich hoffe auf ein paar gute Festivals. Wir sind es gewohnt, sehr viel zu spielen und ich geh mal davon aus, dass wir genau das auch dieses Jahr tun werden. Unterwegs wäre es schön, neue Lieder zu skizzieren. Ich schreibe schon seit Monaten immer wieder an Texten für die dritte Platte.

 

Gibt es etwas, dass Du gerne an dieser Stelle dem Leser mitteilen würdest?

Geht raus auf die Straße, ins Netz oder zum Konzert und hört es Euch selber an. Es gibt neue Stimmen mit Geschichten, die etwas mit dem Menschen und der Gegenwart zu tun haben wollen. Wir haben auf den Straßen immer wieder die Erfahrung gemacht, dass die Leute überrascht waren, dass es uns wirklich gibt und dass Musik möglich ist. Auch ohne die ganz große Showtreppe. Zum Beispiel hier: www.felixmeyer.eu

 

Mit wem würdest Du nicht in der Sauna sitzen wollen?

Mit Homer Simpson. Dankeschön!

 

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