Interview mit dem Blutzbrüdaz Regisseur Özgür Yildirim „Sido war praktisch der Angelpunkt des gesamten Projekts“

Özgür Yildirim ist ein türkisch-deutscher Filmregisseur.


Liebe Leserinnen, liebe Leser,

Ich wünsche Euch viel Spaß beim Lesen dieses Interviews. 

© NDR/Maria Krumwiede

© NDR/Maria Krumwiede

Özgür, das letzte Interview haben wir im Juni gemacht, damals wolltest Du noch nicht viel verraten über Deinen neuen Film BLUTZBRÜDAZ. Damals hatten wir über Chiko gesprochen. Wo ist für Dich der größte Unterschied zwischen BLUTZBRÜDAZ und Chiko?

Beide Filme unterscheiden sich ihren Genres. Chiko ist ein Gangsterfilm. Blutzbrüdaz dagegen eine Hip Hop-Komödie. Sie haben unterschiedliche Tonalitäten.  

 

War das für Dich eine große Umstellung?

Nein. Es war eher reizvoll, in ein komplett anderes Genre hineinzutauchen. Für mich hätte der Film auch gar nicht anders funktionieren können. Als ich eine frühe Drehbuchfassung von Blutzbrüdaz gelesen hatte, spürte ich, dass der Stoff Potential hat. Allerdings war es noch unklar, in welche Richtung der Film gehen sollte. Mir wurde nach einer Weile bewußt, dass der Film nur als Deutscher Hip Hopfilm mit einem komödiantischen Unterton funktionieren kann.

 

Wie lange hat es eigentlich gedauert den Film zu realisieren? So von der Idee bis zum Drehstart?

Die Idee war schon da, bevor ich in das Projekt eingestiegen bin. Einer der Produzenten, Oliver Berben, hatte mit Sido beschlossen, einen Kinofilm zu machen. Erst nach diversen Drehbuchfassungen fragten sie mich an.

 

Sido war auch deine Wunschbesetzung?

Sido war praktisch der Angelpunkt des gesamten Projekts, wie also schon erwähnt, war er vor mir in dem Projekt. Er ist einer der sehr wenigen Hip Hop-Künstler in Deutschland, der ironisch und sarkastisch ist. Das macht ihn einzigartig. Und genau diese Qualität war unser Bonus. Ich hätte es blödsinnig gefunden, wenn wir nicht davon Gebrauch gemacht hätten.

 

Ich stell mir den „Job“ als Regisseur sehr schwer vor wenn man mit Schauspielern arbeitet, die eigentlich Musiker sind, wie war das am Set, war das wirklich manches Mal etwas schwierig?

Der Unterschied zwischen professionellen und nicht-professionellen Schauspielern ist die Erfahrung. Deshalb wollte ich auch unbedingt intensiv proben.  Wobei ich sagen muss, dass ich auch bei meinem ersten Film „Chiko“ ebenso ausführlich mit meinem Cast geprobt habe, ob nun professionell oder nicht. Wir waren in „Blutzbrüdaz“ so dermaßen gut vorbereitet, dass wir am Set nur noch Akzente setzen mussten. Ich muss meinen Schauspielern vertrauen können und umgekehrt natürlich genauso. Dann entstehen am Set wundervolle Dinge, vor allem durch Improvisationen.

 

Du hast mir beim letzten Interview erzählt, dass Dein Vater wieder, wie auch in Chiko, eine kleine Rolle spielt, magst Du uns verraten was er spielt?

Ja, mein Vater hat in „Chiko“ einen kurzen Auftritt als Taxifahrer. In „Blutzbrüdaz“ ist er der Hotelrezeptionist, der Sido ein Zimmer vermietet.

 

Wie geht es denn jetzt in der Zukunft weiter, hast Du schon neue Ideen?

Ja, ich arbeite zur Zeit an einem eigenen Drehbuch. Ein Biopic. Auch hier bediene ich also ein anderes Genre. Ob das nun mein nächstes Projekt wird oder das übernächste, das weiß der liebe Gott. 

 

nachgebloggt bedankt sich ganz herzlich für dieses Interview. Es ist nicht selbstverständlich, dass jeder sich die Zeit nimmt für ein Interview, für seine Fans, für interessierte Menschen. Wenn Dir dieses Interview gefällt, sage es gerne weiter und wenn Du noch Fragen hast, darfst Du diese gerne hier stellen.

 

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