Interview mit dem RTL Moderator Andreas von Thien „Wir sind in Deutschland mit RTL Marktführer, da ist es doch ganz normal, daß alle ganz besonders auf einen schauen“

Andreas von Thien ist ein deutscher Journalist und Fernsehmoderator.

 

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

Ich wünsche Euch viel Spaß beim Lesen dieses Interviews. 

Herr von Thien, man kann ja sagen, dass Sie eines der Urgesteine von RTL sind. Seit über 20 Jahren dabei, das ist ja in der Fernsehbranche ungewöhnlich, was glauben Sie woran liegt das?

Es liegt daran, daß ich meinen Kindheitstraum, irgendwann einmal Sportreporter zu werden, wirklich wahr machen konnte. Dazu kommt sich ein großer Schuß Leidenschaft, Stehvermögen und Spaß am Job – dann funktioniert´s. Wobei ich es manchmal auch nicht fassen kann, daß ich schon 20 Jahre „mein RTL“ sagen darf…

 

Die journalistische Arbeit war auch immer ein Traumberuf von Ihnen?

Wie gesagt, als Kind wollte ich immer Reporter werden. Olympia 1968 in Mexiko habe ich im zarten Alter von eins (!) komplett auf dem Schoß meines Vaters vor dem TV verbracht. Außerdem wurde ich mit Tag meiner Geburt im Wismarer Box-Verein angemeldet. Es mußte wohl einfach alles so kommen…

 

Wie war das dann als das Privat-Fernsehen so langsam startete, erkannten Sie gleich die Möglichkeiten dort zu arbeiten oder ergab sich das später?

Zum Fernsehen bin ich eher durch Zufall gekommen. Zuvor war ich als Reporter bei verschiedenen Zeitungen unterwegs (Ostsee-Zeitung, Sportecho, Hamburger Morgenpost, Berliner Kurier). Dann kam das RTL-Frühstücksfernsehen nach Berlin, suchte 1992 neue Leute – und ich lernte in vielen Nacht-Schichten, wieviel Zeit und Arbeit in einem kleinen News-Beitrag stecken.

 

Mit der Karriere Ihres Vaters verbindet Sie ja eigentlich auch nur noch das Kommentieren von Boxkämpfen, aber dadurch ist Ihre kommentatorische Vorliebe zu dem Sport entstanden? Oder war das nur Zufall?

 Boxen war und ist der A und Oin meinem Elternhaus. Es dreht sich immer alles ums Boxen. Ich habe den Sport sozusagen mit der Muttermilch aufgesogen. Und dann durfte ich 1999/2000 auch noch für RTL die WM-Kämpfe von Sven Ottke und Markus Beyer live kommentieren – und daß nach der Reporter-Legende Werner Schneyder. Da ging ein Traum in Erfüllung.  Daß damals die Wahl auf mich fiel, war ein schöner Augenblick in meiner Karriere.

 

Selbst Boxen war aber nie ein Thema?

Doch, natürlich. Mein Vater hätte aus mir am liebsten einen Olympiasieger im Boxen gemacht. Als Kind habe ich auch die Boxhandschuhe angezogen und trainiert. Aber die Qualität, in diesem wahnsinnig harten Sport ein Großer zu werden, hatte ich nicht. Das habe ich früh gemerkt. Ich konnte schon immer besser drüber reden als selber die Fäuste fliegen zu lassen. Deswegen habe ich auch einen Übungsleiterschein gemacht – und dem Nachwuchs Tipps gegeben.Aber noch heute halte ich mich mit Boxen fit. Da gebe ich in meinem Keller Vollgas am Sandsack.  

 

RTL ist ja als Privatsender immer wieder irgendwo in der Kritik, wie nehmen Sie das eigentlich wahr im Unternehmen? Kommt das an Sie ran?

Kritik gibt es überall. Wenn sie berechtigt ist, habe ich damit kein Problem. Wir sind in Deutschland mit RTL Marktführer, da ist es doch ganz normal, daß alle ganz besonders auf einen schauen. Jede Kritik wird in den Redaktionen sehr ernst genommen. Wenn sich zum Beispiel ein Zuschauer per Mail darüber beschweren, daß wir ein bestimmtes Thema nicht in RTL Aktuell hatten, versuchen wir ihm kurz zu erklären, warum wir so entschieden haben.

 

Was ist für die nahe Zukunft und darüber hinaus noch geplant, wo kann man Sie eigentlich im Moment alles genau sehen? 

Ich bin der Leiter des Sportpools bei infonetwork. Bei uns werden Sportnachrichten für die RTL-Sendergruppe produziert. Außerdem moderiere ich – neben Ulrike von der Groeben und Birgit von Bentzel – den Sportblock in RTL Aktuell. Dazu kommt die ein oder andere Event-Veranstaltung. Im Kinofilm „Schmeling“ durfte ich den Ringreporter spielen – ein Riesen-Erlebnis. Ein Hörbuch über Max Schmeling habe ich auch aufgenommen. Wer weiß, was 2012 alles passiert. Ich lasse mich überraschen. Mit der EM und Olympia wird es ja ein Mega-Sportjahr. 

 

Gibt es etwas, dass Sie gerne an dieser Stelle dem Leser mitteilen würden?

Bleiben Sie sportlich! Und nehmen Sie den Sport nicht zu allzu ernst. Ach ja: Immer schön fair bleiben!

 

Nun aber auch schon zu meiner letzten Frage, diese stelle ich immer jedem, ein Markenzeichen, und bin sehr gespannt wie diese dann beantwortet wird: Mit wem würden Sie nicht in der Sauna sitzen wollen? 

Ich sitze mit jedem in der Sauna, solange er den Mund hält und die Ruhe nicht stört. 

 

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© Daniel Pietrzik | nachgebloggt.de

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