Interview mit der Band KLEE „Mit KLEE zehn Jahre alt zu werden fühlt sich besonders an“

KLEE ist eine deutschsprachige Popband.

 

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

Ich wünsche Euch viel Spaß beim Lesen dieses Interviews. 

Fotograf: Jo Jankowski

Fotograf: Jo Jankowski

 Suzie, Stan Euren Namen „KLEE“ habt Ihr ja im Prinzip einem unschönen Zustand zu verdanken. Ist diese „Autounfall“ eigentlich immer noch präsent? Bewegt Euch das noch oder ist das schon verdaut?

Natürlich prägt einen so ein schreckliches Ereignis und man lernt daraus bestenfalls. Wir für unseren Teil sind dankbar über das große Glück, dass wir hatten, mit unserem Leben davon gekommen zu sein. Die äußerlich sichtbaren Narben erinnern an den Unfall und ermahnen uns auch immer wieder. Immer seltener haben wir Flashbacks, wenn wir mit dem Auto unterwegs auf Konzertreise sind. Wir  gehen aber auch verantwortungsvoller mit der Aufgabe zu reisen um. So fahren wir z.B. auf keinen Fall übermüdet zu lange Strecken. Gut ist, dass wir seitdem so viele schöne Erlebnisse und Erinnerungen sammeln konnten mit KLEE dass der Unfall nicht mehr alles überschattet.

 

Suzie, welches ist denn dein Lieblingswerk von Paul Klee, dem Namensgeber?

Ich kann mich gar nicht auf nur ein Werk festlegen. Ich mag die Zeichnungen der Engel sehr gerne. „Engel, vergesslich“ oder „Schellenengel“ z.B., der einen unglaublich ausdrucksstarken Blick hat, obwohl fast nur aus einem Strich gezeichnet. Die Symbolkraft hinter der Zwitscher -Maschine fasziniert mich durch ihren Bildwitz mit diesem sonderbar tragischem Unterton. Und das ist eben auch einer der Gründe, warum wir uns nach Paul Klee genannt haben. Er ist nicht nur ein großer Maler gewesen, sondern eben auch Poet und Musiker. Er hat es geschafft die Künste miteinander zu verbinden. Genre übergreifend. Kaum ein anderer Maler oder Graphiker des 20.Jahrhunderts hat sich so intensiv mit der Musik befaßt und sich so explizit in seinen Werken auf die Musik bezogen wie Paul Klee.

Fotograf: Jo Jankowski

Fotograf: Jo Jankowski

 2005 habt Ihr beim Bundesvision Song Contest mitgemacht. Damals war es der 10. Platz, würdet Ihr sagen, dass sich seitdem viel verändert hat oder wie hoch kann man den BuViSoCo bewerten?

Der BuViSoCo war eine Station für uns, es war aufregend, weil es der allererste BuViSoCo überhaupt war und damals auch noch keiner ahnen konnte, dass sich dieses Sendekonzept durchsetzen und auch halten wird. Stefan Raab bietet Bands eine Plattform an, die eben nicht alle der 16 Teilnehmer so einfach bekommen würden. Zwar ist bislang noch kein Teilnehmer, von dem man es nicht sowieso erwartet hätte, auf den ersten 3 Plätzen gelandet, aber es gab doch schon die ein oder andere Überraschung oder eben auch Neuentdeckung. Viel wichtiger ist es aber für uns Konzerte zu spielen, denn da fühlen wir uns wirklich zu Hause und weniger in einem künstlich kreierten Konkurrenz Wettbewerb im Halbplayback Format.

 

Wie steht Ihr eigentlich zu dem Thema „Raubkopien“? Es gibt ja Künstler die sagen „Mir egal, solange die Leute die Musik hören“ und Künstler die verachten ihre Fans dafür. Würdet Ihr da Unterschiede machen? Gibt es Menschen denen man es „erlauben“ würde Eure Tracks illegal zu hören?

Ich kann es verstehen, wenn man sich längst Vergriffenes, nicht mehr im Handel erhältliche Raritäten, die anderswo nirgendwo zu kriegen sind, oder die man nur für horrende Preise bekommt, auf irgendwelchen spannenden Blogs runterlädt. Grundsätzlich bin ich aber der Überzeugung das Kunst honoriert gehört, und wenn jemand die Entscheidung fällt, seine Musik nicht zum freien Download ins Netz zu stellen, dann sollte das respektiert werden. Und knapp ein Euro für einen legalen Download finde ich nun wirklich nicht zuviel verlangt für ein Lied, das möglicherweise zum Soundtrack deines Lebens gehören wird.   

 

Nächstes Jahr ist ja Euer 10 jähriges Bestehen, zumindest als KLEE, ist da was besonderes geplant?

Ich kann mich noch ganz genau daran erinnern als ich selbst 10 Jahre alt geworden bin. Endlich 2 Zahlen. Das war für mich als Kind ein ganz besonderer Geburtstag und mein Bruder hat die Zahl 10 ins Gras hinter unserem Haus gemäht, sodass selbst der Himmel und die Sterne am Niederrhein davon wussten. Mit KLEE zehn Jahre alt zu werden fühlt sich genauso besonders an und ich werde dafür sorgen, dass auch bei diesem Jubiläum der Himmel und die Sterne davon Wind bekommen.

Fotograf: Jo Jankowski

Fotograf: Jo Jankowski

 Welches Resümee würdet Ihr aus den letzten 10 Jahren ziehen?

Rückblickend möchte ich mit Nichts und Niemanden tauschen. Es waren wunderbare, spannende Jahre. Es gab Höhen und Tiefen, wie in jedem Leben. Eine schöne und passende Zusammenfassung findet sich auf unserem aktuellen Album  „aus lauter Liebe“ in dem Song  „Wir beide“ wieder.

 

Wo seht Ihr euch in 10 Jahren?

Am liebsten auf der Bühne auf unserer Welttournee

Fotograf: Jo Jankowski

Fotograf: Jo Jankowski

 Was ist also für die nahe Zukunft und darüber hinaus noch geplant?

Wir feiern Weihnachten, atmen einmal tief durch und freuen uns auf das Jahr 2012 mit vielen Konzerten z.b. auf der Nena Tour im Frühjahr und auf neue Aufnahmen mit Klee

 

Gibt es etwas, dass Sie gerne an dieser Stelle dem Leser mitteilen würden?

Passt gut aufeinander auf

 

Mit wem würden Sie nicht in der Sauna sitzen wollen?

Mit einem Schneemann …. 

 

nachgebloggt bedankt sich ganz herzlich für dieses Interview. Es ist nicht selbstverständlich, dass jeder sich die Zeit nimmt für ein Interview, für seine Fans, für interessierte Menschen. Wenn Dir dieses Interview gefällt, sage es gerne weiter und wenn Du noch Fragen hast, darfst Du diese gerne hier stellen.

 

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© Daniel Pietrzik | nachgebloggt.de

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