Interview mit dem Moderator Thomas Koschwitz „Radio macht mir mehr Spaß“

Thomas Koschwitz ist ein deutscher Hörfunk- und Fernsehmoderator.

 

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

Ich wünsche Euch viel Spaß beim Lesen dieses Interviews. 

Angefangen haben Sie beim Hessischen Rundfunk als jüngster Moderator, mit gerade mal 19 Jahren. Warum war für Sie das Medium „Radio“ eigentlich damals so interessant?  

Weil ich es als Junge hörte und durch einen Freund auf die damals existierenden „Piraten Stations“ aufmerksam wurde (der Film Das „Boot das rockt“ erzählt diese Geschichte). das war mein Traum: Ein Sender auf einem Schiff…

 

War es dann schon immer ein Traum Moderator zu werden?

Ja! Wobei ich als Nachrichtensprecher anfing, weil ich’s mir dann doch erst Mal nicht zugetraut habe

 

Dann wechselten Sie ja auch mal zum Fernsehen, was ich mich schon vor Jahren immer gefragt hatte, waren Sie eigentlich damals sauer auf Thomas Gottschalk oder Harald Schmidt? Schließlich konnten Sie zumindest durch letzteren ihre RTL Nachtshow nicht weitermachen.

Nein, nicht sauer, aber traurig. Ich hatte damals einen besten Freund im Radio Werner Reinke. Den vertrat ich immer in der Hitparade und wäre nicht im Traum darauf gekommen ihm diese Sendung eines Tages streitig machen zu wollen. Diese Treue ist aber wohl von Grund auf naiv, denn Thomas Gottschalk tat alles um zu verhindern, dass mein Licht heller strahlte, als seins. Und Harald Schmidt konnte nichts dafür, dass es die Chefs meiner alter Produktion vorzogen lieber für Harald zu arbeiten (und damit ihre Firmenanteile komplett behalten zu dürfen), als für mich und damit für RTL zu arbeiten. RTL wollte damals an Brainpool nicht unerheblich beteiligt werden. das aber wollte Jörg Grabosch nicht…

 

Und was macht Ihnen persönlich mehr Spaß, Moderationen im Fernsehen oder Radio? Gibt es da dann eigentlich große Unterschiede außer das man Sie eben nicht sehen kann? 

Man kann es einfach nicht vergleichen. Radio macht mir mehr Spaß, weil es eine ähnliche Ebene bedient (wenn es gut gemacht wird) wie ein guter Roman: die Fantasie! Fernsehen erinnert mich immer an meine Zeiten in der Schule, wenn wir Theaterstücke aufführten: Proben. Lichteinstellungen. Auftritte. Ich liebe die Bühne, aber das Radio braucht ein völlig anderes Talent: Vorstellungskraft.

 

2002 dann ein nicht so schönes Kapitel in Ihrem Leben, Ihr Schlaganfall. Ich hoffe Sie haben sich gut davon erholt? Oder merken Sie da heute noch etwas davon? 

Nein, ich hatte großes Glück, eine wunderbare Familie an meiner Seite und die besten Freunde. das einzige, was ich immer wieder zu merken versuche ist die Ruhe im Krankenhaus. Ich hatte plötzlich Zeit einen Baum im Herbst zu beobachten…

 

Was denken Sie über Kollegen wie Gaby Köster, die sich nach schweren Schlaganfall wieder im Fernsehen arbeiten wollen? Ist das nicht vielleicht ein bisschen viel? 

Ach, mir steht es nicht zu Urteile über andere zu fällen.  Ich leide mit ihr, denn wir alle, die wir so öffentlich krank wurden, oder werden wollen (oder glauben zu müssen) eben dieser Öffentlichkeit zeigen, dass wir noch da sind und vergessen dabei, dass es dieser Öffentlichkeit ja eben nie um uns geht, sondern um die Rollen die wir spielen.

Aber erfreulicheres, Ihr Sohn tritt ja sozusagen in Ihre Fußstapfen, da ist man als Vater doch sicher sehr stolz oder? Wie war so sein Entscheidungsprozess Moderator zu werden, haben Sie da sehr viel, ich will nicht sagen beeinflusst?

Er saß als kleiner Junge oft Abends in meinem Kellerstudio um der Mutter zu entkommen, die ihn nach einem langen Tag, ins Bett stecken wollte. das prägt, oder?

 

Was ist für die nahe Zukunft und darüber hinaus noch geplant? Wo kann man Sie hören und vielleicht sehen? 

Man kann mich vor allem hören. In Berlin bei 104.6 RTL mit „Koschwitz am Nachmittag“ Diese Show läuft schöner weise so erfolgreich, dass sie zeitgleich auch Nachmittags bei Radio Brocken läuft. Eine Syndication, wie man sie aus Amerika kennt. Außerdem läuft seit 7 Jahren meine Sendung „Koschwitz zum Wochenende“ , der unterhaltsame Wochenrückblick, mit Leuten, die wirklich etwas zu sagen haben, Prominente und die Hörer bei Radio Brocken und Hitradio RTL in Sachsen.

 

Mit wem würden Sie nicht in der Sauna sitzen wollen?

Silvio Berlusconi

 

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