Interview mit der Sängerin Alin Coen “Der BuViSoCo hat kaum etwas verändert”

Die Sängerin Alin Coen ist Kopf der Alin Coen Band. Diese ist dem breiten Publikum mit der Teilnahme am BuViSoCo 2012 bekannt geworden.

 

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

Ich wünsche Euch viel Spaß beim Lesen dieses Interviews. 

Alin Ausgabe n 9 1 copy Interview mit der Sängerin Alin Coen Der BuViSoCo hat kaum etwas verändert 

Alin, Man kann ja im Prinzip sagen, dass Ihr besonders YouTube bzw.dem Internet einen großen Teil eures Erfolges verdankt oder?

Ich hoffe, dass es auch ein kleines bisschen an der Musik und den Texten liegt. Ich habe das Gefühl, dass für uns die einzig nachhaltige Variante “Erfolg” aufzubauen, darin liegt, live aufzutreten. Ich habe das Gefühl, dass man auf die Art und Weise die größte Nähe mit dem Zuhörer herstellt und eine Bindung mit Leuten aufbaut, wie sie über Videoclips nicht aufzubauen geht. Ich empfehle also allen, die dieses Interview lesen, nicht allein die Internet-Videos zu gucken, sondern auf alle Fälle auch mal auf ein Konzert von uns zu kommen.

 

Wie steht Ihr als Band denn zu der negativeren Seite im Netz? Speziell meine ich damit Dinge wie Filesharing? Ist das immer schlecht oder wie denkt Ihr beispielsweise über Menschen die Eure Songs runterladen würden weil sie kein Geld haben diese zu kaufen, was es ja zweifellos zu Hauf in unserer Gesellschaft gibt? Würdet Ihr da Unterschiede machen?

Ich glaube, es ist viel mehr eine Frage der Wertschätzung, als eine Frage der finanziellen Mittel, die jemandem zur Verfügung stehen. Ich habe in Weimar eine Situation erlebt, wo jemand “kein Geld” hatte, die drei Euro Eintritt für ein Konzert zu zahlen, aber durchaus das Geld, sich an dem Abend für 5 Euro Zigaretten und für 10 Euro drei Bier zu kaufen. “Kein Geld” ist also relativ. Wenn man das ganze praktisch betrachtet, ist da halt auch der Haken, dass es jede Menge Geld kostet Aufnahmen herzustellen. Wir bezahlen Studio, Tontechniker, Gast-Musiker und Transportkosten. Natürlich in der Hoffnung, dass man die Kosten über die Plattenverkäufe auch wieder reinbekommt. Aber zum Glück ist unsere Hörerschaft wunderbar “old-school” – viele kaufen noch CDs oder Vinyl-Platten oder laden sich die Musik eben legal aus dem Internet herunter. Wenn ich Musik sehr mag, dann will ich die Leute, die die Musik machen auch gerne unterstützen. Ich denke, dass es auch weiterhin Leute geben wird, die das ebenfalls so sehen.

 

Würdet Ihr sagen Ihr lebt mehr von dem Verkauf von CDs oder von Konzerten?

Bisher leben wir persönlich ausschließlich von den Konzerten. Aber wir haben ein gemeinsames Konto, auf das die Einnahmen der CD-Verkäufe fließen und davon bezahlen wir die ganzen Ausgaben, die man für Aufnahmen, Merch-Artikel u.s.w. hat. Wenn am Ende des Jahres noch was übrig ist, dann werden wir wahrscheinlich noch einen Teil davon auf zum Leben verwenden können.

 

Vor kurzem sah man Euch bei BuViSoCo, wie ist es eigentlich zu der Teilnahme gekommen?

Wir haben einen TV-Promoter darum gebeten unsere Musik einzureichen. Wir wollten da sehr gerne mitmachen, und haben uns schon letztes Jahr drum beworben und haben es dann dieses Jahr geschafft dabei zu sein.

 

Wie war denn die Erfahrung da mitzumachen, was ist euch noch am meisten präsent?

Es war zum Glück nicht das Gefühl von Konkurrenzdruck zwischen den Bands zu spüren. Der Auftritt selber war ein bisschen so, als ob man in ein riesiges UFO steigt. Besonders gefreut habe ich mich über den Thüringenblock der links vor uns war und während unseres Auftritts mordsmäßig gejubelt und mit Leuchtstäben gewedelt hat.

alin Interview mit der Sängerin Alin Coen Der BuViSoCo hat kaum etwas verändert 

Wie zufrieden seid Ihr mit eurem Platz 12?

Uns war von vornherein wichtig, das Ganze nicht als Wettbewerb zu verstehen, sondern als Möglichkeit, sich vielen Zuschauern zu präsentieren, mit der Hoffnung, dass darunter auch welche sind, die unsere Musik gut finden und sie so entdecken können. Mein Wettbewerbsgedanke beschränkte sich darauf, dass ich mit meiner Band nicht auf dem letzten Platz landen wollte, und das hat geklappt.

 

Sicher hat das Interesse an euch sehr zugenommen, in wie fern hat sich Euer Status in der  Öffentlichkeit nach eigenem Empfinden geändert?

Ich habe den Eindruck, dass sich kaum was verändert hat. Es gibt ein etwas gesteigertes mediales Interesse, also Radio-Sender oder Internetmedien, die durch die Teilnahme am BuViSoCo auf uns aufmerksam geworden sind, und uns deshalb zu Interviews einladen, aber zuschauer- und fanmäßig ist das nicht so deutlich spürbar. Ich glaube fast, dass die wenigsten unserer Fans, überhaupt einen Fernseher haben und von denen, die einen haben gucken die meisten vermutlich andere Programme. Also mit anderen Worten vermute ich, dass das Publikum vom BuViSoCo nicht so ganz deckungsgleich mit unserem Publikum ist und dadurch auch kein großartiger Sprungbretteffekt entstanden ist.

 

Was ist für die nahe Zukunft und darüber hinaus noch geplant?

Erstmal müssen wir das hinbekommen, dass ganz viele Leute mitbekommen, dass wir vor Kurzem eine EP mit 6 neuen Titeln rausgebracht haben und dann kümmern wir uns außerdem gerade darum unser nächstes Album aufzunehmen. Im Dezember sind wir auf Tour (Termine stehen unter www.alincoen.com) und im Frühjahr werden wir auch Konzerte geben.

 

Gibt es etwas, dass Sie gerne an dieser Stelle dem Leser mitteilen würden?

Ah..oh ja! Wir haben ein Songbuch gemacht wo die Noten, Tabs und Texte von den meisten Liedern drin sind, die wir bisher veröffentlicht haben. Alle Lieder, die man alleine auf der Gitarre spielen kann, sind dabei. Ich halte das für ein super Weihnachtsgeschenk für alle, die Gitarre lernen wollen oder unsere Lieder einfach selber spielen möchten.

 

Mit wem würden Sie nicht in der Sauna sitzen wollen?

Am liebsten mit niemandem. Ich würde am liebsten alleine in der Sauna sitzen. Wenn das jetzt zu diplomatisch ist, dann bin ich gerne auch noch bereit, alle meine Lehrer mit aufzunehmen in die Liste. Ich möchte weder mit meinen ehemaligen Schullehrern noch mit meinen ehemaligen Uni-Profs in der Sauna sitzen müssen.

 

nachgebloggt bedankt sich ganz herzlich für dieses Interview. Es ist nicht selbstverständlich, dass jeder sich die Zeit nimmt für ein Interview, für seine Fans, für interessierte Menschen. Wenn Dir dieses Interview gefällt, sage es gerne weiter und wenn Du noch Fragen hast, darfst Du diese gerne hier stellen.

 

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© Daniel Pietrzik | nachgebloggt.de

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