Interview mit der Autorin und Moderatorin Sabrina Fox „Ich lebe jetzt ein komplett anderes Leben als früher“

Sabrina Fox ist eine deutsche Autorin und Moderatorin.

 

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

Ich wünsche Euch viel Spaß beim Lesen dieses Interviews. 

 

Von Fotoredakteurin zu Moderatorin ist ja schon ein ziemlich weiter Schritt, war das eigentlich damals das Ziel im oder für das Fernsehen zu arbeiten?

Das war für mich kein Ziel, da damals (immerhin reden wir von 1984) dieser Beruf nicht wirklich in der öffentlichen Wahrnehmung war. Natürlich gab es Fernsehmoderatorinnen, aber nur wenige und die auch schon sehr lange. Eine Carolin Reiber, eine Petra Schürmann, das waren die Frauen, die im Fernsehen waren. Außerdem hatte ich kein Abitur, keinen Studienabschluss und hätte auch gar nicht gewusst wie man bitte ins Fernsehen kommt. Davon abgesehen, gab es bis auf den „Talentschuppen“ (lacht) keine Casting-Shows. Ich wurde als Journalistin – als Gast – in eine Fernsehsendung von meinem damaligen Chefredakteur von „Bild und Funk“ Günther van Waasen geschickt und meinen Auftritt sah ein Regisseur von Bayerischen Fernsehen, der mich dann zu einem Casting einlud. Ich hatte überhaupt nicht damit gerechnet, ausgewählt zu werden, sondern wollte nur über diese Casting-Erfahrung schreiben. Und dann hatte man sich zu meiner großen Überraschung für mich entschieden und mir wurden Sendungen angeboten.

 

Ich erinnere mich an Sie noch aus dem Sat.1 Frühstücksfernsehen, im Fernsehen sind Sie aber schon lange nicht mehr zu sehen, woran liegt das eigentlich?

Meine letzten regelmässigen Sendungen machte ich 1994. Ich hatte kurz vorher angefangen zu schreiben und war dann auch mehr an spirituellen Themen interessiert. Dann kamen meine Vorträge hinzu und immer mehr Bücher. So hatte sich das einfach weg vom Fernsehen entwickelt. Außerdem lebte ich zu diesem Zeitpunkt – von 1989 bis 2004 – mit meinem damaligen Mann in Los Angeles und das macht das Fernsehgeschäft auch nicht leichter.

 

Reizt Sie das Fernsehen nicht mehr?

Nicht wirklich. Ich bin ab und zu Gast in Talkshows aufgrund meiner Bücher. Fernsehen ist mir sehr vertraut. Ich fühle mich wohl vor der Kamera und es ist ein natürliches Umfeld für mich. Ich bin auch nicht anders vor, neben oder hinter der Kamera. Obwohl ich für mich gedanklich mit dem Fernsehen abgeschlossen habe, kommt tief aus meiner Intuition immer mal wieder der Satz: „Das ist noch nicht fertig.“ (lacht) Da bin ich mal gespannt, ob da wirklich nochmal was passieren wird. Ich kümmere mich nicht darum. Ich liebe mein Schreiben und meine Bildhauerei. Das füllt mich beides sehr aus.

 

Als „was“ oder wie würden Sie Ihren Beruf selbst bezeichnen? Moderatorin? Schriftstellerin? Autorin? Bildhauerin? Was davon trifft am meisten zu?

Ich bin am liebsten Schülerin. Ich lerne sehr gerne Neues dazu. Als Moderatorin stelle ich mich nie vor. Das übe ich schon lange nicht mehr aus. Ich bin es noch, aber ich mache es nicht mehr. Hauptsächliche sehe ich mich als Autorin und Bildhauerin. Das kommt auf die Tagesform drauf an. Wenn ich ein neues Buch schreibe, dann schreibe ich über Wochen sehr intensiv. Wenn ich damit fertig bin, brauche ich dringend die Arbeit im Atelier. Die Generation meiner Eltern hatte nur einen Beruf und den übte man bis an sein Lebensende aus. Meine Generation und die Generationen nach uns, wechseln ihre Berufe, denn wir haben nicht nur ein Talent, eine Begabung, ein Interesse. Das wäre ja auch zu langweilig auf Dauer, oder?

 

Ihr aktuelles Buch heißt „BodyBlessing – der liebevolle Weg zum eigenen Körper“ hört sich ja spannend an, erzählen Sie mal um was es dabei geht.

BodyBlessing ist der bewusste Umgang mit dem eigenen Körper und die Erkenntnis, dass wir eine Seele sind, die sich genau diesen Körper geschaffen hat. Warum? Weil wir durch unseren Körper lernen. Unser Körper hört uns zu. Nicht nur auf das, was wir sagen, sondern auch das, was wir denken. Doch was denken wir über unseren Körper? Vielen von uns gefällt er nicht. Wir fühlen uns von ihm gestört. Manchmal verraten. Wir vertrauen ihm nicht. Doch kann unser Körper uns vertrauen? Behandeln wir ihn wie einen guten Freund? Lieben wir ihn? Segnen wir ihn? Loben wir ihn? Ich hatte natürlich auch – wie viele – ein gestörtes Verhältnis zu meinem Körper. Ich hatte viele Diäten gemacht, nicht auf ihn gehört und ihn schon gar nicht als Barometer gesehen, was er ist. Das Buch beschreibt die Annäherung zum Körper. Und dazu habe ich „BodyBlessing“ entwickelt, das ist ein dreißig Minuten Programm, das uns schrittweise erleben lässt, wie es sich anfühlt, wenn wir unseren Körper als das wahrnehmen, was er ist: Unser Freund und eben auch unser Barometer.Unser Körper schickt uns Zeichen. Gibt uns Nachrichten. Manchmal klare Anweisungen. Denn unser Körper ist auf unserer Seite. Auf der Seite unter Seele. Nicht immer auf der Seite unseres Verstandes.

 

Unter dem Punkt spirituelles auf Ihrer Webseite steht, dass Sie sich vor 15 Jahren auf den Weg machten ein weniger anstrengendes Leben zu führen. Haben Sie das eigentlich erreicht und warum empfanden Sie Ihr Leben zu der Zeit eigentlich als anstrengend?

Ich lebe jetzt ein komplett anderes Leben als früher. Nicht nur äußerlich, sondern besonders innerlich. Ich habe für mich die Fragen beantwortet, die ich hatte: Warum lebe ich? Was mache ich hier? Wer bin ich?  Dieses lange Suchen hat mich zum Beantworten meiner Fragen geführt. Ich fühle mich angekommen, in mir und in meinem Leben. Ich lebe ein entspanntes Leben. Natürlich gibt es auch in meinem Leben Herausforderungen. Nur habe ich gelernt, anders damit umzugehen. Heute frage ich mich bei einer kommenden Krise: „Was ist der Segen darin?“ und erkennt häufig, wie wichtig diese bestimmte Krise für mich ist, damit ich mich weiterentwickele. Früher wachte ich immer mit einem schweren Gefühl im Magen auf. Ich dachte, das gehört zum Leben dazu. In unserer Kindheit lernt jeder von uns ein bestimmtes Verhalten. Ich komme – wie viele – aus einer anstrengenden Familiensituation. Mein Vater war zum Beispiel Alkoholiker und dementsprechend schwierig war es, sich in solch einem Umfeld sicher und beschützt zu fühlen. Ich wurde mit 17 Jahren von meinem Vater rausgeschmissen und musste die Schule abbrechen und ab dann für mich selbst sorgen. Durch meine Kindheit hatte ich mir angewöhnt, mich nach außen zu orientieren. Denn von „Außen“ kamen die Gefahren. Erst in meinem spirituellen Training begann ich meine Antennen nach Innen zu richten. Herauszufinden, was ich brauche, was für mich richtig und wichtig ist. Und die Wunden in mir zu erkennen und zu heilen. Mich so zu akzeptieren wie ich bin und mich selbst zu lieben. Das hat ein bisschen gedauert (lacht). Früher dachte ich immer, die anderen sind an allem Schuld und es dauerte eine Weile, bis ich merkte, dass ich durch mein Verhalten bestimmte Situationen anzog. Ich konnte zum Beispiel nicht wirklich „Nein“ sagen. Ich musste mir auch bestimmte Glaubensbekenntnisse abgewöhnen und erkennen, dass ich das, was mir an mir und meinem Leben nicht gefällt, ändern kann.

 

Was ist für die nahe Zukunft und darüber hinaus noch geplant?

Ich versuche aufmerksam im „Jetzt“ zu leben und wirklich auch wach zu sein. Ich schreibe gerade meinen ersten Roman und das ist recht spannend. Außerdem sorge ich immer dafür, dass ich Neues lerne und mache gerade eine Ausbildung zum Mediator und Konflikt-Coach. Und der Rest wird sich zeigen.

 

Gibt es etwas, dass Sie gerne an dieser Stelle dem Leser mitteilen würden?

Das, was ich gerne teilen möchte, schreibe ich in meinen Büchern. Das es jemand liest, dafür möchte ich mich gerne bedanken. Also: Danke!!!

 

Mit wem würden Sie nicht in der Sauna sitzen wollen?

Mit einem Schneemann.
Mit den Fischerchören.
Mit jemandem mit speziellen körpereigenen Duftstoffen.
Mit jemandem, der mein Handtuch teilen will.
Mit jemandem, der die Tür auflässt.
Mit jemandem, der gepierct ist, weil das fürchterlich weh tun muss, wenn das Metall heiß wird.
Und dann konnte ich mich plötzlich entspannt zurücklehnen, denn:
Ich gehe nur ins Dampfbad.

 

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