Der Chinese | TV

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© ARD Degeto/Yellow Bird/Hubert Mican

© ARD Degeto/Yellow Bird/Hubert Mican

Am 30. Dezember 2011, 20.15 Uhr im Ersten

Die winzige Ortschaft Hesjövallen in Mittelschweden wird Schauplatz eines blutigen Verbrechens: Fast sämtliche Einwohner fallen einem Massaker zum Opfer. Die Nachricht von dem Massenmord geht durch die Medien und erreicht auch die Strafrichterin Brigitta Roslin (Suzanne von Borsody) in Helsingborg. Der Name des Ortes lässt sie panisch aufhorchen: Ihre Eltern leben dort und es steht zu befürchten, dass sie zu den Opfern gehören. Brigitta nimmt sofort Kontakt zur ermittelnden Kommissarin Vivi Sundberg (Claudia Michelsen) auf, doch diese verweigert jegliche Informationen. Gegen den Rat ihres Mannes Staffan (Michael Nyqvist) fährt Brigitta nach Hesjövallen. Dort wird aus ihrer Angst Gewissheit: Ihre Eltern und sämtliche Verwandte gehören zu den Toten. Als Brigitta merkt, dass die Ermittlungen der Polizei in die falsche Richtung gehen, wird die Aufklärung des Mordes zu ihrem ganz persönlichen Anliegen. Brigitta nutzt ihren Status als Richterin und erschleicht sich Auskünfte und Zugang zum Tatort. Dabei stößt sie auf Hinweise, die so seltsam sind, dass die leitende Kommissarin sich weigert, ihnen nachzugehen: Ein Seidenband, das in der Hand eines der Opfer gefunden wurde, scheint von einer Lampe eines chinesischen Restaurants abgeschnitten worden zu sein. Für Brigitta wird immer klarer: Die Geschichte ihrer Familie ist mit den brutalen Morden verwoben. Und: Im amerikanischen Nevada kam es vor kurzem zu einem ähnlichen Massaker. Während die Polizei glaubt, den Täter gefunden zu haben, läuft Brigitta dem Mörder in die Hände. 

© ARD Degeto/Yellow Bird/Hubert Mican

© ARD Degeto/Yellow Bird/Hubert Mican

In allerletzter Sekunde kann Brigitta sich durch einen Sprung aus einem Hotelfenster retten. Noch im Krankenhaus telefoniert sie mit dem Sheriff aus Reno und kann den chinesischen Hotelgast, der sie attackiert hat, anhand eines Fotos identifizieren. Es handelt sich um einen gewissen Liu (Derreck Ee Ping Hin), der in China leben soll. Die Richterin entschließt sich, dorthin zu reisen. Ihr Mann Staffan versucht kaum, ihr dies auszureden, denn er weiß, dass Brigitta ohnehin tut, was sie für richtig hält. Die Eheleute leben in Scheidung und haben sich nicht mehr allzu viel zu sagen. Als sich der mutmaßliche Täter in seiner Zelle erhängt, ist Brigitta klar, dass man auch sie versuchen wird, zu töten. In China wird Brigitta das Gefühl nicht los, dass sie erwartet wurde. Polizeikameras verfolgen ihren Weg, mysteriöse Gestalten tauchen auf, es gibt merkwürdige Zufälle. Draht-zieher von alldem scheint Liu zu sein, der Sicherheitschef eines großen Finanzunternehmens. Im Hintergrund zieht Ya Ru (Jimmy Taenaka) die Fäden, ein skrupelloser Banker, der in korrupte Geschäfte mit der Regierung verwickelt ist – zum Verdruss seiner Schwester Qui Hong (Amy J. Cheng), einem hochrangigen Mitglied der kommunistischen Partei, die überzeugt für ihre politischen Ideale kämpft und für ihren Bruder nur Abscheu empfindet. Brigitta ist in der chinesischen Metropole auf sich allein gestellt. Plötzlich steht Staffan vor der Tür ihres Hotelzimmers, doch die unerwartete Hilfe ihres Noch-Ehemanns ist nur von kurzer Dauer. Den Kampf auf Leben und Tod muss sie alleine führen.

© ARD Degeto/Yellow Bird/Meng-San Lin

© ARD Degeto/Yellow Bird/Meng-San Lin

Fazit: Der Film ist eigentlich sehr spannend. Eigentlich … Eigentlich ist immer ein böses Wort, wie auch hier, denn eigentlich ist das ein sehr guter Film. Das Problem hierbei ist wie sehr oft bei den mehrteiligen Filmen in der ARD, dass diese zwischendurch einfach zu langweilig sind. Hier gibt es Szenen, die spannend sind, wo man es wirklich kaum noch aushält. Darauf dann wieder 20 Minuten irgendwas, was meiner Meinung nach oft nicht hätte sein müssen. Wahrscheinlich wäre der Film wesentlich intensiver gewesen, wenn er auf 2 Stunden minimiert wäre, aber so ist es einfach zwischendrin nur nervig. Dennoch ist der Film gut, die Geschichte ist spannend und man will eben wissen, wie es ausgeht, und bleibt halt dennoch dran. Das ist hier eben Kritik auf höchstem Niveau. Also nicht das ihr mich nun falsch versteht, ich empfehle den Film, der ist sehenswert nur eben zwischendrin mal etwas, sagen wir schwer. Viel Spaß beim Gucken.

© Daniel Pietrzik | nachgebloggt.de