Interview mit der Regisseurin Larissa Trüby „Es gibt keinen einzelnen Schlüssel zum Glück“

Larissa Trüby ist eine deutsche Regisseurin.

 

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

Ich wünsche Euch viel Spaß beim Lesen dieses Interviews.

Foto Credit: Alexander Gheorghiu

Foto Credit: Alexander Gheorghiu

Larissa, Ich habe sehr wenige Regisseure im Interview, was wohl daran liegt, dass die Leser eher Interesse an Schauspielern haben und Regisseure bei den Filmen immer schnell untergehen im Interesse, ist das auch ein Eindruck den Sie haben und warum glauben Sie ist das so, ist doch die Regie das wichtigste an einer Produktion oder?

Sicherlich hat der Regisseur in der Regel den größten kreativen Einfluss auf einen Film und ich denke auch, dass herausragende Regisseure durchaus einem breiten Publikum bekannt sind, aber natürlich bleibt der Regisseur beim Film immer hinter der Kamera. Bei einem Film soll sich der Zuschauer aber im besten Fall auch mit einer oder mehreren Figuren die er sieht identifizieren können, daher ist es klar, dass das Interesse zunächst den Schauspielern gilt.

 

Sie haben ja Dokumentarfilm und Fernsehpublizistik studiert. Was an Dokumentationen reizt Sie zb. mehr als an einem Spielfilm? Kann man das überhaupt miteinander vergleichen?

Natürlich weiss man bei einem Dokumentarfilm auch was man erzählen möchte, aber was die Menschen und Protagonisten des Filmes dann tatsächlich sagen und tun stellt man erst bei den tatsächlichen Dreharbeiten fest. Die eigentliche Geschichte die man erzählt  entsteht sozusagen beim Dokumentarfilm zu einem großen Teil später im Schnitt. Das gefällt mir wenn ich als Regisseurin arbeite.

„Glücksformeln“ ist nun Ihr Doku-Kino-Einstand, kann man sagen, erzählen Sie mal, um was geht es da und wie sind Sie zu dieser Produktion gekommen?

Ich wollte schon seit vielen Jahren einen Film darüber machen, was Menschen antreibt, was ihr Motor im Leben ist. 

Daraus entwickelte sich der Gedanke, der Frage nachzugehen, was Menschen als ihr Lebensglück sehen. So kam es zur Beschäftigung mit dem Thema Glück und insbesondere der Glücksforschung. Der wissenschaftliche Aspekt war mir dabei sehr wichtig.

Ich wollte herausfinden, welche Erkenntnisse weltweit anerkannte Wissenschaftler aus den verschiedensten Fachbereichen zum Thema Glück gewonnen haben – was sozusagen „State of the Art“ in der Forschung ist, jenseits der Pop-Psychologie. Zu anderen begleitet der Film Protagonisten in ganz unterschiedlichen Lebensaltern, von einem 11 jährigen Jungen bis zu einem 90 Jährigen. Jeder dieser Protagonisten hat eine eigene Vorstellung vom Glück und hat es für sich irgendwo gefunden.

 

Was glauben Sie macht „Glück“ aus?

Wie ein Wissenschaftler sagte : Es gibt keinen einzelnen Schlüssel zum Glück, es ist eher wie ein Rezept zu dem man verschiedene Zutaten benötigt und für jeden Menschen variieren natürlch auch die Zutaten etwas. Ich habe durch die Arbeit am Film festgestellt, dass Glück ganz viel mit einem Gefühl der Verbundenheit zu tun hat.

Sei es zu zu anderen Menschen, zur Arbeit oder zur Natur oder zur Kunst. Glück hat im Grunde gar nicht so viel mit dem eigenen Ego zu tun. Anscheinend macht es Menschen tatsächlich am glücklichsten, wenn sie etwas für andere tun oder in einer Sache aufgehen und sich nicht ausschließlich um sich selbst drehen.

 

Was ist für die nahe Zukunft und darüber hinaus noch geplant?

Ich arbeite zur Zeit an mehreren neuen Dokumentarfilmprojekten, welche jedoch noch  einige Recherchearbeit bedürfen.

 

Mit wem würden Sie nicht in der Sauna sitzen wollen?

Mit einer großen Spinne.

 

nachgebloggt bedankt sich ganz herzlich für dieses Interview. Es ist nicht selbstverständlich, dass jeder sich die Zeit nimmt für ein Interview, für seine Fans, für interessierte Menschen. Wenn Dir dieses Interview gefällt, sage es gerne weiter und wenn Du noch Fragen hast, darfst Du diese gerne hier stellen.

 

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© Daniel Pietrzik | nachgebloggt.de

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