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Mittwoch, 9. November 2011 | 20:15 im Ersten
Produktinfo: Carola Weber erschrickt bis ins Mark, als ihr Mann Jochen seinen neuen Kollegen aus dem Krankenhaus vorstellt: Diese Stimme kennt sie. Sie zu hören, katapultiert Carola in die schlimmste Zeit ihres Lebens, in die Haft im DDR-Frauengefängnis Hoheneck. Sie ist überzeugt, dass Prof. Wolfgang Limberg jener Arzt war, der sie dort mit Psychopharmaka behandelte, um eine Aussage zu erzwingen, und damit verschuldete, dass sie bei der Arbeit am Band zwei Finger verlor. Carolas Karriere als Pianistin war damit für immer vorbei.
Doch als sie Limberg mit ihrem Verdacht konfrontiert, streitet der ab, je in Hoheneck gewesen zu sein, geschweige denn als Arzt in Diensten der Stasi gestanden zu haben. Jochen gegenüber äußert er den Verdacht, dass die Haftzeit die seelische Gesundheit seiner Frau aus dem Gleichgewicht gebracht habe. Jochen ist erschüttert und verwirrt. In zehn Jahren Ehe hatte Carola ihm nie von ihrer Haftzeit erzählt. Er kann verstehen, dass die Haft wegen gescheiterter Republikflucht ein traumatisches Erlebnis war, über das Carola nicht gerne redet, aber dass sie ihm etwas so Einschneidendes verheimlichen konnte, dass sie ihn sogar über den Verlust ihrer Finger belog, kränkt ihn in seiner Liebe zu ihr. Gleichzeitig fällt es ihm schwer, die Anschuldigung gegen Dr. Limberg nachzuvollziehen. Immerhin hat er selbst den Arzt eingestellt, nicht zuletzt wegen dessen hervorragenden Rufes als Neurologe.
Carola ist Limbergs Ruf egal. Sie ist ihrer Sache sicher. Ihren ehemaligen Peiniger in überlegener Pose mit Frau und klavierspielender Tochter zu erleben, erlebt sie als Provokation: Dass der Mann, dem sie psychische Folter vorwirft, Karriere gemacht hat und ihr jetzt völlig ungerührt gegenübertritt, macht sie fassungslos. Sie beantragt eine erneute Einsicht in ihre Stasi-Akte und versucht, den Klarnamen des Arztes über seinen ehemaligen Führungsoffizier herauszufinden. Als das ergebnislos bleibt, beschließt sie eine Fahrt an den Ort, den sie in ihrem Leben nie mehr wiedersehen wollte: das Frauengefängnis Hoheneck. Wieder in dem bedrückenden Gebäude zu sein, versetzt Carola schmerzhaft in die Zeit ihrer Haft zurück. Aber sie findet auch eine kleine Spur, mit der sie weitermachen kann. Gegen Jochens Willen, der um seine Position in der Klinik fürchtet und paranoide Züge im Verhalten seiner Frau sieht, macht Carola mit ihrer Spurensuche weiter. Ihre Beziehung zu riskieren kann Carola genauso wenig aufhalten, wie die zunehmende Gefahr, in die sie sich mit ihren Recherchen begibt. Denn je stärker der Druck wird, den sie ausübt, desto skrupelloser reagiert die Gegenseite.
Fazit: Die Schauspielerin Anja Kling habe ich jetzt schon des Öfteren gesehen und bin von ihr immer sehr begeistert, auch hier spielt sie eine tolle Rolle, wenn ich sie auch ein wenig jung finde für eine solche Rolle. Von daher empfinde ich das als etwas an der Realität vorbei und kann mich da nicht so richtig in die Story reinfinden, weil Sie zur „Gefängnis-Zeiten“ noch eine jugendliche hätte sein müssen. Wie realistisch es ist einem alten Arzt hinterherzujagen weiß man nicht, wahrscheinlich nicht sehr. Auch die Beweggründe, die dazu führten, waren nicht wirklich klar, sie wollte im Prinzip, dass der Arzt sich entschuldigt, aber darauf einen Film aufzubauen finde ich etwas dünn. Die schauspielerischen Leistungen hier waren also klasse, besonders von Ulrich Noethen aber begeistern konnte mich der Inhalt nicht wirklich.
© Daniel Pietrzik | nachgebloggt.de


