Interview: Nina Puri „Gerade schreibe ich ein satirisches Buch über Engländer“

Nina Puri ist eine britische Buchautorin.

 

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

Ich wünsche Euch viel Spaß beim Lesen dieses Interviews.

Foto: Nina Puri

Foto: Nina Puri

Nina, geboren sind Sie in England, aufgewachsen auch in den USA und Deutschland, in Deutschland leben Sie auch, kann man da eigentlich noch sagen zu welchem Land man sich am meisten verbunden fühlt?

England ist meine Heimat, Deutschland meine Wahlheimat. Verbunden fühle ich mich beiden Ländern. Na gut, mit England ein bisschen mehr, schließlich wird dort mein Lieblings-Brotaufstrich Marmite hergestellt. 

 

Sie sind ja auch für IKEA als Kreativ-Supervisor tätig habe ich gelesen, das müssen Sie mal erklären, was macht man da denn genau?

Och, ganz unterschiedlich, es hat jedenfalls alles mit Werbung zu tun. Eine Zeit lang habe ich im Rahmen eines Art Kreativzirkels geholfen, die werbliche Marschrichtung für IKEA Deutschland zu entwickeln und die Entstehung von Werbekampagnen zu begleiten. Manchmal entwickle ich auch zusammen mit Werbeagenturen Ideen für Filme, Anzeigen oder Websites für IKEA. Oder schreibe Texte für IKEA Broschüren oder Kataloge. Einmal hatte ich die wunderbare Aufgabe, im Team mit einer Illustratorin einem Designer, einem Producer und einigen sehr netten IKEA Mitarbeitern ein Buch zum 30. Geburtstag des BILLY Regals schreiben zu dürfen – es sollte etwas Besonderes werden, und wir hatten ganz viel Freiheit, uns auszutoben. Besser geht’s nicht!

 

Hatten Sie eigentlich immer schon den Wunsch in diese Richtung zu gehen? zu schreiben, illustrieren etc? 

Ich war als Kind jedenfalls eine ziemlich Bücherratte. Wenn ich ein neues Buch in die Finger bekommen habe, war mit mir nicht mehr viel anzufangen, dann habe ich nur noch gelesen – gerne auch (heimlich) die halbe Nacht durch. Und die Lust am Zeichnen habe ich von meinem Vater, der bei jeder Essenseinladung das ganze Haus mit selbstgezeichneten Cartoon-Zettelchen voll geklebt hat. Als Kind habe ich die Peanuts und die Muppets geliebt. Dann Loriot, Asterix & Obelix, die Zeitschrift MAD und Don Martin, der diese wunderbar bescheuerten Frisuren gezeichnet hat. Später die Frankfurter Schule mit Robert Gernhadt, F. K. Waechter, Eckhardt Henscheid und ach, ja: überhaupt: die Titanic. Und Gary Larson. Und, und, und, es gab immer irgendwelche Vorbilder.

 

Gab es da einen Moment an dem Sie erkannt haben ein besonderes Talent zu haben?

Ich weiß gar nicht, inwieweit ich mich selbst überhaupt talentiert gefühlt hätte. Ich fand einfach immer irgendwelche Dinge toll, die andere geschrieben oder gezeichnet haben und habe dann versucht, aufzudröseln, wie die das machen und es nachzumachen. Ich finde übrigens, dass Nachmachen eine tolle Sache ist, die echt unterschätzt wird. Dabei lernt man nämlich viel!

 

Ihr aktuelles Buch heißt „Katze-Deutsch/Deutsch-Katze“ wie kam es denn zu dieser Idee, ein solches Buch zu schreiben?

Der Langenscheidt-Verlag kam mit dieser Idee auf mich zu, den dort Verantwortlichen gefiel meine Art zu schreiben und sie wussten, dass ich eine Katze habe.

 

Würden Sie auch gerne einmal eine andere Art von Buch schreiben? Beispielsweise einen Thriller oder wäre das nichts für Sie?

Mit Thrillern habe ich nicht so viel am Hut. Aber ich habe schon seit Ewigkeiten einen Roman in der Schublade, den ich ja wohl hoffentlich in diesem Leben noch auf die Reihe kriegen werde. Schauen wir mal!  

 

Was ist für die nahe Zukunft und darüber hinaus noch geplant, darf man da schon etwas verraten?

Gerade schreibe ich ein satirisches Buch über Engländer und lerne also dadurch mein Heimatland plötzlich aus ganz neuer Sicht kennen. Spannend!

 

Gibt es etwas, dass Sie gerne an dieser Stelle dem Leser mitteilen würden?

Danke für euer Interesse!

 

Nun aber auch schon zu meiner letzten Frage, diese stelle ich immer jedem, ein Markenzeichen, und bin sehr gespannt wie diese dann beantwortet wird: Mit wem würden Sie nicht in der Sauna sitzen wollen?

In der Sauna, die ich gelegentlich besuche, ist es quasi vorprogrammiert, dass ich in irgendeinen Lehrer eins meiner Kinder, ein Elternteil eines Freundes eins meiner Kinder, in den Bäcker, den Fahrradhändler, den Pizzamann, den Hausmeister,  den Versicherungsmakler oder irgendwelche Kollegen reinrassle. Und nichts für ungut: Das sind genau die, mit denen ich nicht in der Sauna sitzen will.

 

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