Harveys neue Augen | PC-Spiel Review

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Geschmäcker sind verschieden, bitte beachte das.

Produktinfo: Klosterschülerin Lilli ist die Hauptfigur von Harveys Neue Augen, dem neuen Adventure von Daedalic und rondomedia. Das auf den ersten Blick äußerst brave Mädchen erledigt gewissenhaft all ihre Aufgaben, egal wie ungerecht diese auch sind. Die unschuldige, gleichmütige Art mit der sie ohne zu reflektieren den Anweisungen Anderer folgt, hat etwas gleichsam Tragisches wie auch Unheimliches. Jeglichen Ärger, jegliche Kindlichkeit vergräbt sie tief in ihrem Inneren. Und falls doch einmal etwas Unangenehmes in ihrer Umgebung passiert, gibt es ja immer noch die fröhlichen Zensurgnome. Die pinseln alles rosa an, mit dem sich Lilli lieber nicht auseinandersetzen möchte. Sie sind also nicht nur lustig, sondern auch extrem praktisch. Aber sind Lillis kleine kartoffelförmige Freunde echt oder nur ein Produkt ihres lebendigen Unterbewusstseins?

Fazit: Das Adventure „Harveys neue Augen“ ist wirklich sehr außergewöhnlich und daher für mich absolut gewöhnungsbedürftig. Ich weiß nicht, vielleicht bin ich auch einfach nur zu alt für dieses Abenteuer von Lilli? Als erstes musste man sich erstmal eine Art Code an einer Pappscheibe erdrehen, um überhaupt ins Spiel gelassen zu werden. Das fand ich wirklich witzig. Man muss halt nur aufpassen, dass man diese Scheibe nicht verlegt, da man sonst bestimmt nicht mehr in das Spiel reinkommt. Dann ging es los, mit außergewöhnlichen Figuren und Charakteren. Alle in Comicgrafik. Ich muss dazu sagen, dass ich Comicgrafiken in Adventures nicht gewöhnt bin und eigentlich eher auf realistische Darstellungsweise al la „Lost Horizon“ stehe. Und Comic und Comic ist auch nicht dasselbe. Es war für meinen Geschmack also eher weniger schön gezeichnet, nicht so wie Tom und Jerry oder die Disneyfiguren.

Die Figuren sind teilweise extrem häßlich und haben nicht mal einen Mund. Das war natürlich die Absicht des Autors, die Figuren so skurril und verrückt wie möglich rüber kommen zu lassen. Leider hat es aber nicht so meinen Geschmack getroffen. Nach kurzer Zeit war ich von der Hintergrundmusik sowie den Geräuschen der Hauptdarstellerin Lilli nur noch genervt und musste Musik und Sound ausstellen. Lilli spricht nämlich nicht und macht nur „hmm“, „aarggh“ oder „hmmppff“, während alle anderen Charaktere eigentlich sehr schön gesprochen sind. Besonders der „Erzähler“, gesprochen von Götz Otto hat mir gut gefallen. Die Rätsel sind einfach bis schwierig, ich denke mal das ist aber genau typisch für ein Adventure. Es sind immer einfache Sachen dabei und Dinge, auf die man absolut nicht kommt. Die Bedienung ist sehr einfach, ein normales Point&Click-Adventure. Einfache Menübedienung, einfaches Inventar. Alles mitnehmen, was man kriegen kann. Das war sehr angenehm.

Ich denke für absolute Adventurefans oder für die, die bereits „Edna bricht aus“ gespielt haben ist es ein Muss. Man macht bestimmt nichts falsch, da man mit diesem Spiel sicher einige nette Stunden verbringen kann. Man muss aber ein bißchen „abgedreht“ sein, um es zu mögen 😉  Sehr schön dazu ist, dass es extra eine Soundtrack CD dabei gibt, was ja selten ist. Mein Dank geht an Felix Buschbaum, der mir freundlicherweise dieses PC-Spiel für eine Rezension zur Verfügung gestellt hat.

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Gastbeitrag von Patricia Förster
© Daniel Pietrzik | nachgebloggt.de