Interview: Jochen Horst „Method Acting, das spielen der persönlichen Erfahrungen“

Jochen Horst ist ein deutscher Schauspieler.

 

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

Ich wünsche Euch viel Spaß beim Lesen dieses Interviews.

© ARD/Claudius Pflug

© ARD/Claudius Pflug

Jochen, Sie sind in Osnabrück geboren und haben Ihr Schauspielstudium in Graz bestanden, das ist ja ein kleiner Weg für einen Studenten, wie sind Sie denn gerade auf Graz gekommen als Studienort?

Ich wollte aus Deutschland und vom Elternhaus weg und „strandete“ wegen einer schönen Frau in Graz, wo zeitgleich Prüfungen an der Hochschule stattfanden. Da mir das Geld ausging und ich die Dame beeindrucken wollte, entschloss ich mich zur Prüfung. Bestand die auch. Nur mit dem Mädel wurde nichts: Sie kam aus Wien.

 

In London haben Sie dann noch mal 2 Jahre weiter studiert um das Method Acting zu vertiefen, was kann sich der Leser denn unter Method Acting vorstellen?

Die genaue Erklärung würde hier zu weit führen, aber prinzipiell ist es eine Spieltechnik, die einzig und nur auf den persönlichen Erfahrungen des betreffenden Schauspielers beruhen. Ein „Methodian“ würde nie eine Emotion spielen, die er selbst noch nie erfahren hat. Und um diese Präzision beim Spiel zu erreichen, bedarf es einer ganz bestimmten Fähigkeit zur Vorbereitung eines Schauspielers, die leider in Deutschland nicht gelehrt wird. Auch gibt es leider keine „Methodians“ in Deutschland.

 

Relativ zum Anfang Ihrer Karriere bekamen Sie den O.E. Hasse-Preis als bester Nachwuchsdarsteller, den Preis haben ja schon einige große Namen bekommen, läuft man da als junger Schauspieler eigentlich Gefahr übermütig zu werden und sich zu überschätzen? Wie sind Sie damit umgegangen?

Nein, im Gegenteil, ich habe mich und meine Art zu spielen noch viel mehr hinterfragt, als ich es ohnehin schon tat. Der Preis hat mir eher geschadet, da Regisseure sagten: „Nachwuchspreis? Na, den holen wir erstmal von seinem hohen Sockel wieder runter“, ich war damals sehr verunsichert …

 

Spannend finde ich, dass Sie auch schon mit Hollywoodgröße Burt Lancaster gedreht haben, wie war denn die Erfahrung? Da hat man doch sicher ganz schön die Buxxe voll oder?

Sie werden es kaum glauben: Trotz meiner Verunsicherung war ich sehr frech. Ich hatte eine Szene mit Lancaster und während meines Gegenschusses stand der Produzent mit einer schwarzen, riesigen Sonnenbrille keinen Meter von mir entfernt und starrte mich mürrisch an. Ich sagte zu Mr Lancaster, dass er mich kurz entschuldigen solle, wendete mich an den Produzenten und sagte: „Entweder nehmen sie die Brille ab, wenn sie mir zusehen oder verpissen sie sich (or get lost). Lancaster bekam einen Lachanfall, der den Produzenten, der kurz überlegte, wie er mich wohl am einfachsten umbringen könne, ansteckte. Ich hatte wohl Welpenschutz oder so was …

 

Warum sind Sie eigentlich damals bei Balko ausgestiegen? War doch ein riesen Erfolg die Serie?

Ich war müde und abgedreht.

© ARD/Claudius Pflug

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Wie ist das im Moment? Was drehen Sie aktuell und wo kann man Sie in der nächsten Zeit wieder sehen?

Abgesehen von DIE STEIN wird man mich auf meiner Harley sehen.

 

Gibt es etwas, das Sie gerne an dieser Stelle dem Leser mitteilen würden?

 

Das würde hier nicht hinpassen.

 

Mit wem würden Sie nicht in der Sauna sitzen wollen?

Mit einem Esel.

 

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