Interview: Smudo „Grand Prix Legends hat mich zum Realmotorsport gebracht“

Smudo  ist ein deutscher Musiker, der ein Mitglied der Fantastischen Vier ist.

 

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

Ich wünsche Euch viel Spaß beim Lesen dieses Interviews.

 

Smudo, nennt Dich eigentlich heute noch jemand Schmuddel?

Nein – schon sehr lange nicht mehr – den Spitznamen hatte ich eigentlich nur eine kurze Zeit in der Schule.

 

Wie kam es eigentlich zu diesem ersten Spitznamen?

Im Rahmen meine Pubertät und mein damit einhergehendes ungepflegtes Äußeres hat in Kombination mit meinem Nachnamen „Schmidt“ zu diesem saloppen Rufnamen geführt, der aber noch in der Schule abgelegt wurde und sprachliche Erosion hat dann auch bald „Smudo“ daraus gemacht.

 

Was ich superspannend finde, ist, dass Du mehrere Programme bei Input 64 veröffentlicht hast, für die Leser, die nicht wissen, was das ist, es geht um das Programmieren unter dem C64. Welche Art von Programmen hast Du denn da geschrieben?

Ich habe auf dem C64 einen Basic-Assembler-Mix programmiert. Ein Text-Grafik-Adventure namens „Price Of Peril“ hat einen Leserwettbewerb bei „Input 64“ gewonnen. Das war mein größter Erfolg. Das führte u.a. dazu, das mich der Verlag damals engagierte eine Tabellenverwaltung zur damaligen Fußballeuropameisterschaft (1988) zu erstellen. Meine Leidenschaft sind Spiele gewesen. Sind es noch immer, nur heute eben als User. Mit Andy, ebenfalls Fanta4 und unser Produzent, habe ich damals gemeinsam viele kleine Spielchen entwickelt. Diese Leidenschaft führte in weiterer Linie zur elektronischen Musikproduktion und eben den Fantas.

 

Hat diese Leidenschaft bis heute eigentlich noch gehalten? Programmierst Du noch, arbeitest Du noch in irgendeiner Form mit dem Computer oder nimmt die Musik alle Zeit in Anspruch?

Als User von Rechnern ist es eine gute Sache eine Old-School-Coding-Vergangenheit gehabt zu haben, aber ich programmiere nicht mehr aktiv und habe auch den Anschluss an die zeitgemäßen Techniken verloren. Als User aber verehre ich die hohe Kunst der Spieleerstellung und des Gamedesigns.

 

Es heißt ja, das Spiel: Grand Prix Legends hat dich beeinflusst selbst Rennen zu fahren. Du bist also auch ein Spieler gewesen, ich nehme an, dass Du dafür auch wenig Zeit hast, oder spielst du noch gerne? Wenn ja, was?

Grand Prix Legends ist in meiner Begriffswelt kein Spiel, sondern eine Simulation. Ein Meisterwerk. Dieses Stück Software hat Millionen Fans an den Realmotorsport herangeführt und ist ein tolles Beispiel dafür, wie man mit Rechnern, einen Teil in der Realwelt in einem Mass erlebbar darstellen kann, dass man die abgebildeten Leistungen in der Realwelt besser nachvollziehen kann. Mich hat es zum Realmotorsport gebracht, den ich nun seit 11 Jahren betreibe. Ich habe nicht allzuviel Zeit zum Spielen, aber doch tue ich es so gut ich kann und besitze alle nennenswerten Konsolen. Von dem 14 Jahre alten „Zelda Ocarina of Time“ bin ich auf dem 3DS wieder sehr faszinierend, vor allem weil es dreidimensional eine neue Erfahrung ist und mich gleichzeitig daran erinnert, wie wegweisend das Original für heutiges Gamedesign war. Und nach langem langem Weg ist es mir endlich gelungen Fallout 3 endlich durchzuspielen. Als Race-Fan kann ich uneingeschränkt iRacing empfehlen, was der realistischste Rennsim zurzeit ist.

 

Collage von Screenshots - Price of Peril

Collage von Screenshots - Price of Peril

Du bist unglaublich vielseitig und hast total viele Projekte, Du fährst Rennen, fliegst, machst Musik, hast 2 Kinder, bist also Familienvater, wie viel Zeit bleibt da eigentlich wirklich für Dich und Deine Familie? Ist das nicht manchmal alles wirklich viel Stress?

Meine Familie ist mir sehr wichtig und ich nehme mir für sie auch sehr viel Zeit. Manche Dinge lassen sich mit der Familie verbinden und hinzu kommt, dass mein selbstständiger Beruf auch viel Flexibilität mitbringt.

 

Seit nun über 20 Jahren bist Du ein Teil von „Die Fantastischen Vier“ kann man sich so eine „Band“ eigentlich wie eine Ehe vorstellen? Und was wäre dann euer Beziehungsgeheimnis?

„Ehe“ ist kein ganz falsches Bild für das innerfantastische Verhältnis. Ich kann keine Geheimnis-Checkliste anbieten, aber ich denke, dass wir gelernt haben unsere Schwächen gegenseitig zu akzeptieren und unsere Stärken einander zu preisen. Auch das Wir in verschiedenen Städten leben ist eine gute Sache für uns.

 

Dir wurden bestimmt alle Fragen schon mal gestellt, wenn man solange im Geschäft ist. Nervt das eigentlich manchmal?

Aber selbstverständlich. Dass man sich mal gegenseitig nervt, ist eine normale Sache. Wichtig ist, es so zu hinzudrehen, dass man sich darüber nicht unnötig streitet.

 

Kannst Du Dich noch an dein allererstes Interview erinnern?

Nein.

 

Wie sieht es in nächster Zeit bei Dir denn aus, was ist für die Zukunft noch Schönes geplant, kann man da schon was verraten?

Wir werden im Dezember noch einmal mit dem aktuellen Programm und der spektakulären Rundbühne auf Tour gehen. Wir planen ein spezielles ITunes-Konzert für September und 2012 wollen wir dann mit den Arbeiten zu einem neuen F4-Album beginnen.

 

Mit wem würdest Du nicht in der Sauna sitzen wollen?

Ich sitze in der Sauna am liebsten alleine. Andere Personen, die ich mir gerne nackt vorstelle, möchte ich nicht in der Sauna, sondern gerne woanders treffen.

 

nachgebloggt bedankt sich ganz herzlich für dieses Interview. Es ist nicht selbstverständlich, dass jeder sich die Zeit nimmt für ein Interview, für seine Fans, für interessierte Menschen. Wenn Dir dieses Interview gefällt, sage es gerne weiter und wenn Du noch Fragen hast, darfst Du diese gerne hier stellen.

 

Interessante Links zu diesem Beitrag

© Daniel Pietrzik | nachgebloggt.de

Das könnte Dir auch gefallen: