Interview: Christian Reif „Die Zeit ist REIF für eine Medaille bei der WM“

Christian Reif  ist ein deutscher Weitspringer.

 

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

Ich wünsche Euch viel Spaß beim Lesen dieses Interviews.

 

Christian, wie lange betreiben Sie eigentlich schon den Sport „Weitsprung“?

Mit 7 Jahren habe ich mit der Leichtathletik begonnen.  In diesem Alter macht man noch Dreikampf (50m, Weitsprung, Ballwurf). Spezialisiert auf Weitsprung habe ich mich dann mit 16 Jahren.

 

Was daran fasziniert Sie denn so und wann haben Sie gemerkt, dass Sie dazu ein besonderes Talent haben?

Weitsprung MUSS einfach faszinieren, den Zuschauer, aber auch den Sportler selbst: Die besten Springer der Welt laufen mit fast 40km/h an und versuchen dann ein 20cm breites Brett so optimal zu treffen, dass sie möglichst wenige Zentimeter verschenken. Nur so ist es dann möglich Weiten von mehr als 4 aneinandergestellten Betten zu springen.

 

Waren Sie mit dem Zweiten Platz bei der deutschen Meisterschaft sehr enttäuscht?

Ja, auch wenn das vielleicht nicht für jeden nachvollziehbar ist. Vor 5 Jahren hätte ich mich riesig darüber gefreut, aber mittlerweile sind die Erwartungen, die ich an mich selbst stelle deutlich gewachsen. Wie heißt es so schön: Ein guter Sportler ist selten zufrieden, ein zufriedener Sportler selten gut. 🙂

 

Wenn man mal Ihre Bestmarke nimmt von 8,47 m und vergleicht mit dem Sprung bei der Deutschen Meisterschaft von 7,82 m ist das ja ein deutlicher unterschied, wie viel Tagesform macht so einen Sprung aus?

In der Woche vor den Deutschen Meisterschaften habe ich mich überhaupt nicht fit gefühlt. Mein medizinisches Team hat mir sogar abgeraten zu starten und dadurch die Teilnahme bei der WM zu gefährden. Zwei Tage vor dem Wettkampf habe ich mit meinem Trainer spontan einen Belastungstest durchgeführt. Die Sprints waren sehr gut gewesen und haben mir Sicherheit für den Wettkampf gegeben. Letztendlich hatte ich diese Sicherheit aber zwei Tage später nicht mehr. In Barcelona war ich in der Form meines Lebens. Diese beiden Wettkämpfe sind wie Tag und Nacht und zeigen das die Tagesform sehr entscheidend ist.

 

Und Wie viel Glück macht so einen Sprung aus?

„Glück“ ist ein schwieriger Begriff. Was bedeutet „Glück“ wenn ich es selbst in der Hand habe weit zu springen? Nach dem ich bei der EM in der Qualifikation und im Finale kurz vor dem Aus stand und mich letztendlich mit 8,47m nicht nur gerettet hatte, sogar Meisterschaftsrekord gesprungen war und den EM-Titel geholt habe könnte man von „Glück“ sprechen, aber das wäre zu banal.  Dazu war ich zu aktiv an diesem Ausgang beteiligt. Wind und Wetter könnten einen solchen Sprung verhindern. Deshalb würde ich sagen: Wenn Wind und Wetter mitspielen kann man mit Glück und Können weit springen.

 

Als nächstes steht die Weltmeisterschaft an, was haben Sie sich dafür vorgenommen?

Eine Medaille wäre das Größte. Die Zeit ist REIF dafür! Wenn ich es schaffe fit und gesund zu bleiben ist alles möglich.

 

Was ist darüber hinaus noch geplant?

Nach der WM stehen noch sehr schöne Wettkämpfe auf dem Programm. Unter anderem in Zürich und in Berlin. Darauf freue ich mich schon sehr. Als nächstes großes Ziel ganz klar natürlich die Olympischen Spiele in London 2012.

 

Mit wem würden Sie nicht in der Sauna sitzen wollen?

Eine bestimmte Person fällt mir hierzu nicht ein, deshalb ganz allgemein: laute und rücksichtslose Menschen.

 

nachgebloggt bedankt sich ganz herzlich für dieses Interview. Es ist nicht selbstverständlich, dass jeder sich die Zeit nimmt für ein Interview, für seine Fans, für interessierte Menschen. Wenn Dir dieses Interview gefällt, sage es gerne weiter und wenn Du noch Fragen hast, darfst Du diese gerne hier stellen.

 

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© Daniel Pietrzik | nachgebloggt.de

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