Dokumentarfilm im Ersten: Robert Bosch – Vermächtnis eines Großindustriellen

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© SWR/Robert Bosch-GmbH

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Dienstag, 16. August 2011 | 22:45 Uhr im Ersten

Die Bosch-Zündkerze machte den Anfang, sie revolutionierte die Autoindustrie. Der Schwabe Robert Bosch gilt als großer technischer Pionier, der mit den Erfindungen seiner Konstrukteure die Motorisierung der Menschheit vorangetrieben hat. Und als früher Globalisierer – bereits vor dem ersten Weltkrieg war das Unternehmen in 33 Ländern vertreten. 

Dabei ließ sich Robert Bosch, anders als die Quandts, die Flicks oder die Krupps, nicht ausschließlich von wirtschaftlichen Interessen leiten. Als Arbeitgeber folgte er zeitweise sogar sozialistischen Idealen, führte schon kurz nach 1900 die Betriebsrente, den Acht-Stunden-Tag und eine klare Urlaubsregelung ein. Er war überzeugter Ökologe, Homöopath und nicht zuletzt Atheist, Freigeist und Pazifist. Bosch galt als Querkopf, der sich grundsätzlich nur auf sein eigenes Denken verließ. Dabei geriet er immer wieder in schwere Konflikte, rieb sich auf zwischen Geschäft und sozialen Idealen, zwischen Welterfolg und Familiendramen, zwischen Rüstungsbeteiligung und politischem Widerstand.

Als seine Zündkerzen im Ersten Weltkrieg eingesetzt werden, wird Bosch herzkrank. Doch auch im Zweiten Weltkrieg sind es maßgeblich Bosch-Produkte, die das Funktionieren fast jeden Panzers und nahezu jeden Bombenflugzeugs möglich machen. Nach außen hin muss der Großindustrielle mit den Nazis paktieren. Doch während bei Berlin die Tarnfabrik Dreilinden aufgebaut wird, in der ab 1943 auch Zwangsarbeiter und KZ-Häftlinge Flugmotorenteile für Bosch produzieren, unterstützt der alte Robert Bosch aktiv den Widerstand gegen Hitler, rettet Juden und beschäftigt heimlich Verfolgte des Naziregimes. Das Kriegsende und die totale Zerstörung seiner Fabriken in Stuttgart Feuerbach erlebt Bosch nicht mehr: Mit 82 stirbt der große alte Mann – an einer Ohrentzündung. Die Ironie des Schicksals will es, dass die Nazis den toten Industrieboss mit einem riesigen Staatsbegräbnis wagnerianischen Stils doch noch vereinnahmen.

© SWR/Robert Bosch-GmbH

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Im September 2011 wäre Robert Bosch 150 Jahre alt geworden. Der Dokumentarfilm begibt sich auf seine Spuren – mithilfe vieler historischer Fotos und Filmaufnahmen, Neudrehs an Originalschauplätzen, Interviews und Ortsbegehungen mit Mitgliedern der Familie. Nahezu alle Bosch-Familienmitglieder haben sich intensiv mit der Figur und dem Erbe des Firmengründers auseinandergesetzt und auf sehr unterschiedlichen Wegen Zugang zu dem alten Querdenker gefunden. Und es geht auch nach China, wo der Konzern heute 60 Prozent seines Umsatzes in der explodierenden Automobilbranche macht.

Fazit: Ansich kann ich diese Doku empfehlen, weil sie sehr detailliert ist und man wirklich viel über BOSCH erfährt, denn mal ehrlich, wer weiß eigentlich schon, was hinter dieser Marke steckt? Ich wusste es auf jeden Fall nicht und war beeindruckt, wirklich beeindruckt von dem, was Herr BOSCH alles so gemacht hat. Beispielsweise, ohne zu viel vom Inhalt zu verraten, hat er den Gewinn, den er mit seiner Fabrik im Ersten Weltkrieg machte, weitestgehend gespendet. Das Arbeiten in seinen Fabriken war auch vorbildlich, da hat er viel Wert draufgelegt, dass es seinem Arbeitern gut geht. Er hat u.a. als einer der Ersten den 8 Stunden Tag eingeführt etc. Die Liste ist lang und die Doku spannend aufgebaut. Das Einzige was etwas nervt sind seine Enkel, die zwischendrin über ihren Großvater erzählen, die eine schweift so ab und fängt an irgendwann über Transsexuelle und Intersexuelle zu erzählen, der andere Enkel singt am Ende, das hätte meiner Meinung nach nicht sein müssen und macht die Doku etwas kaputt bzw. zieht sie an mancher Stelle etwas ins lächerliche, dennoch von mir eine klare Empfehlung diese zu schauen, man kann echt eine Menge lernen über BOSCH.

© Daniel Pietrzik | nachgebloggt.de