Tim Bendzko – Wenn Worte meine Sprache wären | CD Review

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Produktinfo: Tim Bendzko ist gerade mal elf Jahre alt, als für ihn feststeht, dass er eines Tages ganz groß als Musiker rauskommen wird. Weil die Zeit aber noch nicht reif dafür ist, konzentriert er sich erstmal auf andere Aufgaben. Er spielt Fußball beim 1. FC Union Berlin, studiert Evangelische Theologie und arbeitet erfolgreich als Auktionator. Bis er eines Tages seinen magischen Moment erlebt. Er spürt, dass seine Zeit gekommen ist, und es gibt kein Halten mehr. 2009 singt er bei einem Konzert in Berlin für fast 20.000 begeisterte Zuschauer. Der Plattenvertrag ergibt sich im Anschluss beinahe von selbst.

Heute ist der waschechte Berliner 26 Jahre alt und Wenn Worte meine Sprache wären ist sein Debütalbum. Der charismatische Lockenkopf schreibt Texte, die man mehrmals hören muss, weil das Offensichtliche meistens nicht gemeint ist. Sein Humor ist berüchtigt, seine Intelligenz verführerisch und seine Songs erzeugen eine Sogwirkung, der man sich nicht entziehen kann. Tim Bendzko hat lieber Talent als Allüren, weil er weiß, was er kann: Pop – warm, smart und intensiv. Dafür kombiniert er akustische Instrumente und klassische Singer/Songwriter-Elemente mit modernen Beats. Im Gesamtklang eher einfach gehalten, bietet die Musik durch ihre einladenden Melodien viel Raum für Emotionen – man fühlt sich aufgehoben und verstanden. Tims Songs erscheinen überwiegend melancholisch, erzeugen aber immer ein positives Gefühl und den intensiven Wunsch nach mehr. Seine Texte liefern dem Zuhörer viele Identifikationsmomente, auch wenn sich die Botschaft des smarten Newcomers oftmals erst nach und nach erschließen lässt. In seiner einzigartigen Sprache versteht er es, Kompliziertes darzustellen und einfach erscheinen zu lassen. So geht es in seiner ersten Single „Nur noch kurz die Welt retten“ nicht – wie man zunächst vermuten könnte – um einen Helden, der sich tatsächlich aufmacht und uns alle rettet, sondern vielmehr um die vielleicht jedem vertraute Situation, in der wir vortäuschen, etwas extrem Wichtiges zu tun, um uns eigentlich mit Belanglosem, Unwichtigem und im Idealfall Spaßbringendem zu beschäftigen. Und all das singt Tim Bendzko mit einer unglaublichen Stimme, die ihresgleichen sucht.

Fazit: Ich höre ja nie wirklich Alben von ganz neuen Künstlern, weil ich damit in der Vergangenheit immer schlechte Erfahrung gemacht habe, weil ehrlich gesagt das Album dann besch… ist, kennst Du ja bestimmt, ein Lied ist gut der Rest ist Müll, was hier aber nicht der Fall ist. Ich könnte nun zwar nicht sagen, welches Lied mir am besten gefallen hat, weil alle ziemlich ähnlich waren, ähnlich gut. Meiner Meinung nach kann man das Album gut laufen lassen und ist wunderbar unterhalten. Ich bin jetzt schon sehr gespannt wie sich Tim Bendzko in der Zukunft weiter entwickeln wird, ich denke er wird Erfolg haben, wenn sein zweites Album auch so gut wird. Mein Dank geht an Sony Music, die mir freundlicherweise dieses Album für eine Rezension zur Verfügung gestellt haben.

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© Daniel Pietrzik | nachgebloggt.de