Interview: Ohrbooten „Übers Netz kommst du schnell und unkompliziert an Musik“

Die Ohrbooten sind eine Berliner Band.

 

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

Ich wünsche Euch viel Spaß beim Lesen dieses Interviews. Meine Fragen beantwortete Matze. 

Fotocredit: Sven Hagolani

Fotocredit: Sven Hagolani

Ihr selbst bezeichnet euren Stil als „Gyp-Hop“ was bedeutet das genau?

Wir machen Musik, die Einflüsse aus unterschiedlichen Genres vereint. Um da nicht immer alle aufzuzählen, haben wir das „GypHop“ getauft. Reisen und Musik durchziehen die letzten Jahre, wir sind die Zigeuner, die von der Gemeinschaft gefüttert werden, weil wir schöne Musik machen…

 

Ihr habt ja alle vor den Ohrbooten unterschiedlichste Musik gemacht, wie passen diese ganzen Stile zusammen?

Jeder einzelne von uns frönt neben den Ohrbooten auch anderen Musikstilen, Onkel und ich treffen uns zum Metalgeballer, Noodt kann richtig Jazz spielen, und Ben rappt, wo er kann. Wenn wir uns dann zu viert treffen, spielen wir das zusammen, worauf jeder Bock hat. Und das geht meistens richtig gut, weil wir uns gegenseitig inspirieren können, das macht den kreativen Pool wertvoll.

 

Und wie habt Ihr euch dann eigentlich kennen gelernt?

Ben und ich (Matze) lernten uns in einem Laden in Berlin/Treptow kennen, wo er zu einem DJ Bass spielte. Für die Ohrbooten ist Hamburg mit seinem Popkurs eine wichtige Adresse, dort lernten sich Ben, Onkel und Noodt kennen, und etwas später trafen wir uns alle zusammen in Marzahn, wo auch unser Proberaum ist. 2003 kam der Stein ins rollen.

 

Ihr seid unglaublich viel unterwegs, spielt auf vielen Festivals, wie sieht es denn mit einem neuen Album aus, ist da schon was geplant?

Wir bringen ein viertes Album heraus, auf den Festivals, auf denen wir zur Zeit spielen, haben wir auch schon neue Songs mit dabei. Die Planung sieht grob eine Veröffentlichung im nächsten Jahr vor.

 

Seit 2007 habt Ihr eure Singles ja nur via Download vertrieben, wie steht Ihr als Musiker dazu, dass es eben Menschen gibt die die Tracks lieber Downloaden?

Find ich ok. Wenn die Leute zum Konzert kommen und mit uns singen und feiern, ist alles in Ordnung. Wenn sie nur noch zu Hause am Rechner sitzen und sich nicht mehr raustrauen, wäre das sehr bedauerlich. Wie sollen wir denn da den Krieg gewinnen? 

Fotocredit: Sven Hagolani

Fotocredit: Sven Hagolani

Und wenn diese Menschen kein Geld dafür haben und es auch nicht kaufen würden, wenn sie Geld hätten, wäre das downloaden dann in Ordnung?

Hm. Diese Mutmaßung hinkt. Jemand hat einen Computer und kein Geld? Du sprichst eine mangelnde Wertschätzung an, die manche Leute einfach nicht auf dem Schirm haben, weil ihnen die Zusammenhänge nicht klar sind, die Musik entstehen lassen. Übers Netz kommst du schnell und unkompliziert an Musik, das ist gut. Wenn du aber in den Genuss eines ekstatischen Livekonzerts kommen willst, musst du den Computer ausschalten und rausgehn. Das wird wohl immer so bleiben, deshalb mach ich mir keine Sorgen. Wenn das Internet klug genutzt wird, ist es auf unserer Seite.

 

Was ist für die nahe Zukunft und darüber hinaus noch geplant, darf man da schon etwas verraten?

Nein. Darf man nix verraten. Sonst geht nachher alles in Erfüllung. Oder nix. Einfach machen. Mögen wir im nächsten Februar in Jerusalem spielen! Amen.

 

Gibt es etwas, dass Sie gerne an dieser Stelle dem Leser mitteilen würden?

Kuck mal: Alle radikalisieren sich. Du auch?

 

Mit wem würden Sie nicht in der Sauna sitzen wollen?

Mit einem Eimer voll Kotze.

 

Nachgebloggt bedankt sich ganz herzlich für dieses Interview. Es ist nicht selbstverständlich, dass jeder sich die Zeit nimmt für ein Interview, für seine Fans, für interessierte Menschen. Wenn Dir dieses Interview gefällt, sage es gerne weiter, und wenn Du noch Fragen hast, darfst Du diese gerne hier stellen.

 

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