Interview: Ingo Pohlmann „Ich geh auf Tour, kommt alle vorbei“

Ingo Pohlmann ist ein deutscher Popmusiker.

 

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

Ich wünsche Euch viel Spaß beim Lesen dieses Interviews.

Fotocredit: Ben Wolf

Fotocredit: Ben Wolf

Ingo, Sie sind ja gelernter Maurer, also war die Musik zuerst nur ein Hobby und kein Berufswunsch?

Ich sah für mich erstmal keinen anderen Weg als eine Maurerlehre im Unternehmen meines Vaters zu machen. Zumal ich nur einen Hauptschulabschluss hatte.  Das Selbstbewusstsein ein Musiker sein zu können kam erst danach. Die Lehre war eine Zeit mit viel Zähne knirschen. Da ich mit meinem Kopf in den Wolken für den Polier nicht einfach zu Händeln war, gab es oft Zoff.  Meine 2 Gesellenjahre danach haben mir aber so viel Spaß gemacht, dass die Zeit eines Tages schneller verging. Es ist ein schönes Gefühl an einem blauen Frühlingsmorgen den Sonnenaufgang zu erleben, während man einen Giebel ausmauert, während man mit einem Kollegen rum witzelt. An solche Zeiten erinnere ich mich gern.

 

Wann war dann klar, dass die Musik größeren Einfluss in Ihrem Leben hatte?

Mit Beginn meines Zivildienstes nach den Gesellenjahren lernte ich Leute kennen die mir das Selbstbewusstsein gaben meine Schullaufbahn noch mal anzugehen. Ich zog nach Münster, wo ich mein Abi nachmachen wollte und in eine Grunge Band einstieg da war ich so 22 Jahre alt. Zu diesem Zeitpunkt dachte ich darüber nach was es für mich bedeutet das intensiver zu machen.

 

Sie waren ja ein Teil der der Hamburger-Band „Goldjunge“ … Nach der Auflösung kann man ja schon fast sagen fing Ihr Erfolg bei der breiteren Masse an. Also eine gute Entscheidung sich aufzulösen?

Ja war es. Die Band war in ihren Vorstellungen davon wie man Erfolg haben könnte zerstritten. Der erste Plattenvertrag hatte die Egos aufgepumpt der Flop war nur eine Bewährungsprobe, der die Band im Inneren nicht standhielt. Mit meiner Entscheidung erstmal allein zu arbeiten konnte ich für mich erst begreifen was es bedeutet der Musik zu horchen und nicht einer Band. Wobei ich gewachsene Bands immer noch das Großartigste finde. Ein Zustand in dem ich mich trotz einer Solo Karriere zum Glück befinde.

 

Haben Sie noch Kontakt zu den ehemaligen Kollegen?

Eigentlich nur zu Erik dem Drummer,  der mir schon immer eine Seelenverwandter war. Seitdem ich ihn nachts auf dem Spielplatz mit 16 in Rheda-Wiedenbrück kennen gelernt habe ; )

 

2007 haben Sie beim Bundesvision Song Contest teilgenommen, der „Durchbruch“ als Musiker?

Nein nur ein Puzzelstück. Aber schee wars ; )

 

Wie kommt es eigentlich zu einer solchen Teilnahme, wer entscheidet, wer da antreten darf?

Ohhh Ohhh das ist Unromantischer, als man denkt. Irgendwo hat Stefan Raab viel mit zu entscheiden,  aber oft schicken die Plattenfirmen ihre Pferde ins Rennen. Lokal Heros ohne Plattenvertrag oder gute Beziehungen haben es schwer.

 

Ist ein neues Album schon in Planung oder was ist für die nähere Zukunft geplant?

Ich habe bereits einige neue Songs. Worum es da geht, möchte ich noch nicht verraten. Aber der Weg zur nächsten Platte beginnt gerade.

Fotocredit: Ben Wolf

Fotocredit: Ben Wolf

Gibt es etwas, dass Sie gerne an dieser Stelle dem Leser mitteilen würden?

Ich kann nur auf Fragen reagieren.  Mit einem Bier an der Theke Schwall ich dich zu mit Dingen, die ich dem Leser erzählen könnte. Jetzt weiß ich nicht was ich zu nichts in meinem Kopf noch hinzu fügen könnte ….. ach ja  … 

Ich geh auf Tour!!! Und……. kommt alle vorbei!!! Und……… schaut euch diese Band an ich bin auch dabei ; ) wir werden dem Motto „König der Straßen“ gerecht und gehen das 3 te mal damit raus auf die Straße. Weil es Live Erfolg hat und einfach nur Spaß macht, schön ist und tief. Ich kann das so eingebildet sagen, weil ich es so empfinde. Wer uns mal erlebt hat, spürt die Dankbarkeit und ein gutes Stück Demut, der wir der Möglichkeit entgegenbringen vor Menschen die das mögen die Musik machen zu können, die wir lieben. The Ege von U2 hat mal etwas gesagt wie: „Ich kann nur deshalb so eingebildet über die Musik reden, die wir machen, weil sie nicht von uns ist, aus uns kommt sie nur raus.“ Das habe ich für mich verstanden. Das klingt etwas spirituell. Ich mag das. Musik muss man nicht erfinden. Du kannst Töne nah einander Schmieden. Damit diese aber zu einem echten Erlebnis werden, muss man sich vergessen und übernommen werden von der Musik selbst, die schon immer da war. Ein Lieblings Spruch von mir den Ben Harper einmal machte.“ You can fool people, but you can´t fool music.“ Das aber, mag jeder verstehen, wie er will … wollte ich das dem Leser mitteilen ; )

 

Mit wem würden Sie nicht in der Sauna sitzen wollen?

Es fällt mir gerade schwer diese Frage zu beantworten weil da gerade eine Menge Tiere in meinem Kopf Schlange stehen. Mehr als einen stinkenden Esel kann ich gerade nicht liefern.  

 

Nachgebloggt bedankt sich ganz herzlich für dieses Interview. Es ist nicht selbstverständlich, dass jeder sich die Zeit nimmt für ein Interview, für seine Fans, für interessierte Menschen. Wenn Dir dieses Interview gefällt, sage es gerne weiter, und wenn Du noch Fragen hast, darfst Du diese gerne hier stellen.

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