Interview: Wise Guys „Aus einem reinen Hobby wurde zunächst ein Nebenjob“

Wise Guys sind eine deutsche Musikgruppe. Die Gruppe singt meist a cappella.

 

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

Ich wünsche Euch viel Spaß beim Lesen dieses Interviews.

 

Euer Name „Wise Guys“ hat ja eine lustige Vorgeschichte. wart Ihr wirklich solche schlimmen Besserwisser in der Schule?

Dän: Ich fürchte, wir haben etwas zu häufig „schlaue“ Sprüche in die Klasse reingerufen – besonders bei Lehrern, deren Kompetenz wir anzweifelten. Wenn man älter wird, stellt man manchmal fest, dass man sich nicht immer soooo super benommen hat….

 

Überregional bekannt wurdet Ihr ja „erst“ 2001 mit dem Lied „Jetzt ist Sommer“, vorher gab es euch aber ja auch schon 10 Jahre. Gab es mal Momente an denen Ihr dachtet „Wir hören auf“?

Dän: Wir haben als Band in all den Jahren niemals konkret darüber gesprochen, uns aufzulösen. Aus einem reinen Hobby wurde zunächst ein Nebenjob zum Studium, dann ein richtiger Beruf. Und der Erfolg wurde eigentlich stetig größer, nicht kometenhaft, aber eben doch so, dass es Spaß machte und immer noch macht. Dass man als Einzelperson gelegentlich mal den eigenen Weg ruhig und sachlich hinterfragt, halte ich für wichtig und normal. Aber es wird uns schon noch ein Weilchen geben.

 

Was haltet Ihr eigentlich von Casting-Shows wie DSDS, wo Künstler quasi sofort eine riesen Erfolg haben, würdet Ihr auch sagen diesen Künstlern fehlt diese Erfahrung bei 0 anzufangen?

Dän: Man sieht ja in allen Fällen der Vergangenheit, dass diese jungen Leute für den kurzfristigen Erfolg aufgebaut werden. Man greift die Kohle ab, die durch die CD-Verkäufe aufgrund der gigantischen Fernsehpräsenz reinkommt, und dann lässt man diese Künstler fallen. Es spielt auch fast gar keine Rolle, um welche Persönlichkeiten es sich handelt, die Songs klingen alle gleich. Mir tun diese Leute ehrlich Leid, sie gewöhnen sich in ganz schneller Zeit und in extrem jungen Jahren an einen Riesenerfolg und stürzen dann ins Bodenlose – meist ohne Chance, es jemals wieder im Musikgeschäft zu schaffen. Das ist übel. Noch schlimmer finde ich allerdings, dass Bohlen und Co. die Kandidaten für ein paar billige Lacher so oft in die Pfanne hauen. Es gibt da mit Sicherheit etliche Traumatisierte, die dann vielleicht nie wieder singen.

 

Wie steht Ihr als Musiker eigentlich dem Filesharing gegenüber? Ist es wirklich so, dass Filesharer euch das Leben schwer machen oder könnt Ihr auch deren Seite verstehen, das manche eventuell einfach kein Geld haben eure Musik zu kaufen?

Dän: Es ist ein komplexes Thema. Prinzipiell freuen wir uns, wenn Leute über das Internet auf unsere Musik aufmerksam werden, auch wenn sie nicht dafür bezahlt haben. Andererseits ist es definitiv ein Faktum, dass es Geld kostet, Musik zu produzieren und ein Album aufzunehmen. Sogar ziemlich viel Geld. Das hat auch gar nichts mit den „bösen Plattenfirmen“ zu tun oder so. Wenn wir im Studio stehen, dann kostet das Studio Geld – außerdem können wir in der Zeit keine Konzerte machen, wir haben also in dem Moment keinen Einnahmen. Wenn die Leute nicht mehr bereit sind, für Musik zu bezahlen, ist das mittelfristig ein Problem. Und dass viele denken, sie hätten ein RECHT auf kostenlose Musik, finde ich fatal. Bücher bekommt man doch auch nicht umsonst.

 

In den letzten Jahren habt Ihr alle Zwei Jahre ein Album herausgebracht, wird in diesen Zwei jahren auch ausschließlich an einem Album gearbeitet oder wie lange dauert so eine Phase?

Dän: Das ist derzeit in etwa unser Rhythmus… und es war auch in den letzten Jahren mehr oder weniger immer so, dass quasi mit Veröffentlichung einer CD schon die Arbeit am nächsten Album begann – zumindest, was das Songwriting angeht.

 

Behaltet Ihr diesen Rythmus bei und wir können uns auf 2012 freuen?

Dän: Ja, 2012 erscheint im Frühjahr unser neues Album, und es gibt dann im Herbst noch eine Überraschung.

 

Gibt es etwas, dass Sie gerne an dieser Stelle dem Leser mitteilen würden?

Dän: Ich schicke allen Lesern herzliche Grüße aus Irland – wir sind gerade im Studio.

 

Mit wem würden Sie nicht in der Sauna sitzen wollen?

Dän: Ich hab mal gelesen, dass Helmut Kohl mit Boris Jelzin in der Sauna gesessen und dort große Weltpolitik besprochen hat. Auch wenn das historisch sicher spannend war: Da muss ich nicht unbedingt dabeigewesen sein. 😉

 

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© Daniel Pietrzik | nachgebloggt.de