Interview: Miriam Höller „Als Stuntfrau setzt man sich ständig Gefahren aus“

Miriam Höller ist Actionmodel und Stuntfrau.

 

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

Ich wünsche Euch viel Spaß beim Lesen dieses Interviews.

 

Miriam, neben Ihrer Lehre zur Sport- und Fitnesskauffrau haben Sie sich privat zur Stuntfrau ausbilden lassen, ein doch seltsamer Berufswunsch für eine junge Frau, wie entstand denn dieser?

Ich glaube das etwas ungewöhnliche Frauendasein wurde mir schon in die Wiege gelegt. Ich hab es von klein auf nicht gemocht süß auszusehen. Die hübschen Kleidchen die meine Mutter mit angezogen hat waren ständig dreckig da ich lieber im Matsch gespielt habe oder auf Bäume geklettert bin, anstatt Babys die Haare zu kämmen. Ich hab mich dann irgendwann für Actionfilme interessiert und so kam dann immer mehr der Wunsch auf, einmal selbst unter einem Helikopter zu hängen oder brennend aus einem Fenster zu stürzen.

 

Foto: Miriam Höller

Foto: Miriam Höller

Was ist denn das spaßige daran irgendwo runterzufallen, vielleicht zu brennen etc. wie man das so kennt von Stuntfrauen/männern?

Spaß würde ich es gar nicht mal nennen. Es ist eher die Faszination, was ein Mensch mit seinem Körper alles machen kann. Die Arbeit an sich, das mentale Training sowie die körperliche Fitness zu vereinen und mit dem was man macht andere Menschen zu erstaunen. Ich habe lange in einer Live-Stuntshow gespielt und mein größter Antrieb dafür waren die begeisterten Gesichter im Publikum.

 

Haben Sie eigentlich auch Angst vor Stunts? 

Angst ist das ganz falsche Wort. Wenn ich ungesichert am Dachrand stehe und Angst habe ist es der falsche Job. Das wichtigste ist, immer vor allem Respekt zu haben. Wenn man zwischen Angst und Respekt unterscheiden kann und seine emotionalen und körperlichen Grenzen selbst einschätzen kann, ist das schon mal ein guter Schritt um Stuntman zu werden.

 

Wären Ihnen eigentlich andere Berufe zu langweilig? und brauchen Sie auch Privat diese Action?

Ich habe mich in ganz unterschiedlichen Jobs versucht. Meine kaufmännischen Tätigkeiten waren mir definitiv zu langweilig. Wenn ich nur im Büro sitze, gehe ich ein wie eine Blume ohne Wasser. Der soziale Bereich während meinem Auslandsjahr bei der Delphintherapie hat mir sehr gut gefallen, nur musste ich mir selbst zugestehen, dass mir die Arbeit mit geistig und körperlich beeinträchtigten Kindern psychisch sehr nahe ging. Jetzt bin ich wirklich sehr froh, dass ich mit dem was ich kann andere Leute begeistere und einen Job machen kann der viel Spaß macht.

 

2010 haben Sie bei Germanys Next Topmodel teilgenommen, wie kam es denn dazu? Ohne Frage sind Sie sehr hübsch aber wie ist diese Action als Stuntfrau vereinbar mit dem Modelbusiness?

Als Stuntfrau setzt man sich ständig Gefahren aus, sodass blaue Flecke, Schürfwunden, Verbrennungen oder sogar Narben die Folge sind. Diesen Beruf macht man nur über eine bestimmte Zeit und nach meinen erfolgreichen Jahren in der Actionwelt wollte ich mich wieder weiterentwickeln und neue Wege gehen. Es war für mich eine Herausforderung und ein Austesten ob mir dieser Job gefällt, dass es so erfolgreich wird und mir so Spaß macht, hätte ich anfangs auch nicht gedacht.

 

Was hat sich denn für Sie nach den Auftritten bei GNTM verändert?

Persönlich habe ich natürlich sehr viel in der Zeit gelernt. Über Mode, MakeUp, Schuhe und die typischen Frauenthemen halt. Aber auch Tricks, wie man sich zum Beispiel am besten die Beine rasiert, Taschen trägt oder auf High Heels läuft. Dies war vorher eher uninteressant für mich. Jetzt bin ich super froh, dass ich mich mal ganz neu entdeckt habe und mir die Chance gegeben wurde mich zu präsentieren. Seither reise ich beruflich sehr viel, laufe auf tollen Modenschauen oder habe ausgefallene Fotoshootings. 

 

Und wie sieht Ihre momentane Arbeit aus, beschrieben Sie mal so eine typischen Stuntfrauen Tag.

Neben der Modelarbeit möchte ich natürlich den Job, indem mein Herzblut steckt nicht aufgeben und arbeite weiter im Actionbereich. Der kann natürlich ganz unterschiedlich aussehen. Sehr stolz war ich, als mir beim neuen 4711 Werbespot die Möglichkeit gegeben wurde den Model mit dem Stuntbereich zu verbinden. Ich musste von einem Kran in Matten springen und dabei gut aussehen. Ich fände es toll, wenn mehr Werbeagenturen solche ungewöhnlichen Ideen hätten. 

 

Was ist für die nahe Zukunft und darüber hinaus noch geplant, darf man da schon etwas verraten?

Na klar. Ich werde auf jeden Fall weiter Vollgas geben, so wie man es von mir kennt. Ich stehe nun für ein Jahr als Testimonial und Sportmodel für die Fitness- und Wellnessclubs „Injoy“ und auf die geplanten sportlichen Fotoshootings und Werbedrehs freue ich mich sehr. Zusätzlich produzieren wir gerade sehr fleißig für meine eigene Sendung „On Tour“ für den Sender Motorvision TV. Ich werde in Zukunft weiter fossieren den Action/ Sport- und Modelbereich miteinander zu verbinden, denn ich glaube das können nicht viele Models.

 

Mit wem würden Sie nicht in der Sauna sitzen wollen?

Oh, da gibt´s bestimmt einige. In der Sauna hab ich nämlich gerne meine Ruhe, von daher würde ich wohl Partyhengste wie Roberto Blanko meiden 🙂

 

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© Daniel Pietrzik | nachgebloggt.de

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