Interview: Martin Rütter „Die neue Staffel Der Hundeprofi wird im Spätsommer ausgestrahlt“

Martin Rütter ist ein deutscher Hundetrainer. Bekanntheit erlangte er durch seine VOX-Sendung der V.I.P. Hundeprofi.

 

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

Ich wünsche Euch viel Spaß beim Lesen dieses Interviews.

 

Urheber: Melanie Grande

Urheber: Melanie Grande

Martin, Auf meiner Recherche bin ich darauf getroffen, dass man Sie den „Hundeflüsterer“ nennt, Sie finden den Titel nicht passend?

Nein, Hundeflüsterer oder auch Super-Nanny, das sind Begriffe, die ich nicht so  gerne mag. Ich sehe mich eher als Hundeversteher. Denn hauptsächlich geht es bei meiner Arbeit darum, Hunde zu verstehen, um ihr Verhalten und ihre Bedürfnisse den Menschen, mit denen sie leben, nahe zu bringen und so das Zusammenleben beider zu einem harmonischen und entspannten Miteinander zu bringen.

Um Hunde zu verstehen, benötigt man ein wenig Zeit, eine genaue Beobachtungsgabe und Einfühlungsvermögen in die Bedürfnisse dieser Tierart. Je mehr man sich mit Hunden beschäftigt, desto besser wird man sie verstehen. So lerne auch ich mit jedem weiteren Hund, den ich beobachte, immer wieder dazu.

 

Richtig bekannt sind Sie ja durch die Sendung „Der Hundeprofi“ geworden, wie kam es denn zu dieser Sendung?

Meine ersten TV-Erfahrungen habe ich ja in der Sendung „Eine Couch für alle Felle“ im WDR gesammelt. Schon da habe ich gemerkt, dass bei diesem Thema ein sehr großer Bedarf besteht. Das Konzept für „Der Hundeprofi“ habe ich VOX vorgeschlagen.

 

Was hat sich seitdem für Sie verändert?

Die Aufmerksamkeit ist natürlich extrem gestiegen. Man wird auf der Straße häufiger erkannt. Ich freue mich in der Regel darüber, denn ich betrachte dieses Phänomen auch als Anerkennung für meine Arbeit. Anstrengend wird es nur, wenn es in denkbar unvorteilhaften Situationen geschieht. Ich saß mal in der Sauna, wollte entspannen, da tippte mir eine Frau auf die Schulter: „Herr Rütter, ich weiß, es ist gerade ungünstig, aber ich habe da mal eine Frage…“

 

Aber mal zu dem, was Sie eigentlich machen: Wie würden Sie Ihre Arbeit mit den Hunden selbst beschreiben?

Eher müsste es heißen: Meine Arbeit mit den Menschen und ihren Hunden. In den wenigsten Fällen ist es nämlich der „Problemhund“. Die Probleme der Hunde resultieren fast immer aus Fehleinschätzungen des jeweiligen Halters, aus der Tatsache, dass die Menschen das Verhalten ihres Hundes falsch interpretieren. Ich helfe daher diesen Menschen im Prinzip bei der Übersetzung der Hundesprache. Die Hauptaufgabe besteht für mich also darin, Hund und Halter richtig einzuschätzen und für dieses Gespann ein ganz individuell zugeschnittenes Trainingskonzept zu entwerfen.

 

Und wie entstand gerade die Liebe zu diesem Tier, warum nicht Katzen?

Ich hatte schon immer einen Draht zu Hunden, obwohl ich als Kind keinen Hund haben durfte, da meine Eltern auch heute noch jedes Tier als sinnlos ansehen, das man nicht auf den Grill legen und essen kann. Ich habe aber bereits in meiner Jugend die Hunde der Nachbarn ausgeführt und die Hunde meiner Tante ohnmächtig gekrault. Die hatte in den 80er Jahren so eine Art Pflegestelle für gestrauchelte Hunde. Mich hat schon damals brennend interessiert, warum so viele Menschen um mich herum Probleme mit ihren Hunden hatten.

 

Auch Vorträge halten Sie, diese sollen gespickt mit lustigen Einlagen sein, wo kann man Sie als nächstes sehen?

Mit meiner Live-Show „Hund – Deutsch, Deutsch – Hund“ stehen jetzt zwei Open-Airs an. Am 2. Juli in Rehling/Augsburg und am 14. Juli in Salzgitter. Und im August findet dann noch eine ganz besondere Veranstaltung statt: Am 11. August werde ich mit meinem Programm erstmalig auf Mallorca auftreten. Anschließend geht es in die Sommerpause, ehe am 13. September in Neuss die Tour wieder startet. 

 

Urheber: Melanie Grande

Urheber: Melanie Grande

Die Live-Show ist also ein Guide um seinen Hund besser zu verstehen?

Genau, in der Show halte ich den Leuten auf unterhaltsame Art und Weise den Spiegel vor, was bei ihnen in der Beziehung zu ihrem Hund falsch läuft. Sie bekommen von mir Interpretationshinweise, was die Körpersprache und Kommunikation der Hunde anbelangt. Die Zuschauer erkennen sich in den Situationen, die ich schildere, absolut wieder. Denn letztlich ist das Programm ein Sammelsurium von Anekdoten, die ich den fast nunmehr 20 Jahren als Hundetrainer erlebt habe.

 

Was ist für die nahe Zukunft und darüber hinaus noch geplant, darf man da schon etwas verraten?

Ganz aktuell drehen wir gerade die neuen Folgen für „Der Hundeprofi“. Es ist mittlerweile die vierte Staffel, die dann ab Spätsommer ausgestrahlt werden wird. Im August/September wird zudem ein neues Fachbuch erscheinen mit dem Titel „Aggression beim Hund“. Und um noch ein wenig weiter in die Ferne zu blicken: Ab Herbst 2012 werde ich mit einem neuen Live-Programm auf Tour gehen.

 

Gibt es etwas, dass Sie gerne an dieser Stelle dem Leser mitteilen würden?

Ganz einfach: Danke sagen. Und zwar all jenen, die mir in den vergangenen 20 Jahren bis heute beim Thema „Hund“ vertraut haben.

 

Mit wem würden Sie nicht in der Sauna sitzen wollen?

Mit der Frau, die mir auf die Schulter getippt hat.

 

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© Daniel Pietrzik | nachgebloggt.de