Michael Hirte „Jeder ist gleich und gleich viel Wert“

Michael Hirte ist ein deutscher Mundharmonikaspieler.

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

Ich wünsche Euch viel Spaß beim Lesen dieses Interviews.

 

 

 

 

 

 

 

Fotograf: Nikolaj Georgiew

Fotograf: Nikolaj Georgiew

 

 

 

 

 

 

Würden Sie mir zustimmen wenn ich sage „Alles Schlechte hat auch etwas Gutes“?

Nicht alles Schlechte hat etwas Gutes. Aber im Großen Ganzen, kann ich Ihnen zustimmen.

Was hat Ihnen die Kraft nach diesem Unfall und der Arbeitslosigkeit gegeben sich als Mensch nicht aufzugeben?

Der Wille zum Leben.

Haben Sie in dieser Zeit gelernt Mundharmonika zu spielen oder schon vorher?

Ich habe bereits mit 8 Jahren angefangen Mundharmonika zu spielen.

War es eigentlich schwer als Straßenmusiker aufzutreten? Ich könnte mir vorstellen das man zu Anfangs Hemmungen hat weil man sich eingesteht, dass man eben sonst Wirtschaftlich ziemlich weit unten ist in der Gesellschaft.

Es ist immer schwer und eine große Überwindung, so etwas zu tun. Deswegen bewundere ich noch heute Leute, die diesen Schritt gehen, um zu überleben.

Was hat Sie schließlich dazu bewogen bei „Das Supertalent“ mitzuwirken?

Ich habe im Frühjahr 2008 DSDS geschaut und da lief die Werbung zum Supertalent und der Aufruf: Bewirb dich jetzt! Das habe ich dann einfach gemacht und ich dachte, dass ich durch einen solchen TV-Auftritt bessere Chancen habe, mal an Auftritte ran zu kommen oder gar entdeckt zu werden.

Wie war das dann als die mediale Begeisterung beim Zuschauer gewachsen ist? Ist dann nicht auch die Gefahr groß als Mensch der viel Pech im Leben hatte, bei diesem auftretenden Erfolg, auf Deutsch gesagt, durchzudrehen oder übermütig zu werden? Wie schützt man sich davor?

Indem man sich immer wieder daran erinnert, wie es einem selbst ergangen ist, wenn andere immer glauben über einem stehen zu müssen. So wollte ich nie werden. Denn das ist nicht so. Jeder ist gleich und gleich viel Wert.  Mein Motto ist immer: „Wer hoch steigt, fällt tief. Ich bleibe lieber unten, dann kann ich auch nicht mehr so tief fallen.“

Über Geld brauchen Sie sich wohl keine Gedanken mehr zu machen, gibt es aber Momente an denen Ihnen die Straßenmusik fehlt? Oder denken Sie das Publikum ist dasselbe nur in einem anderen Rahmen?

Viele Leute, die mich auf der Straße spielen gesehen haben, besuchen heute meine Konzerte. Das macht mich unendlich glücklich und stolz.

Wenn die Leute glauben, man hat viel Geld und braucht sich keine Gedanken machen, liegt man falsch. Die Probleme werden immer größer und man muss sich auch mehr Gedanken machen, als wenn man nichts hat.

 

 

 

 

 

 

Fotograf: Nikolaj Georgiew

Fotograf: Nikolaj Georgiew

 

 

 

 

 

 

Wenn Sie einen Song noch nicht können, wie lange dauert es bis Sie diesen spielen können?

Es kommt ganz darauf an. Nicht jeden Song kann man spielen, da ich ausschließlich auf diatonischen Mundharmonikas spiele.

Wenn ich aber die Melodie im Kopf habe und die erforderlichen Töne auch auf der Mundi vorhanden sind, dann geht es recht schnell, bis ich ein neues Lied spielen kann.

Was ist für die nahe Zukunft und darüber hinaus noch geplant, darf man da schon etwas verraten? Wird es ein neues Album nach Der Mann mit der Mundharmonika und Die schönsten Filmmelodien geben?

Es ist einiges in Planung und einiges steht auch schon fest. Es wird eine große „My Way“ Tour geben. 7 Termine im September, 7 im Oktober, 3 zwischen Weihnachten und Neujahr und von Januar bis April 2012 mindestens noch mal 50 Termine quer durch Deutschland. (Tickets unter www.eventim.de) Da freue ich mich riesig drauf.

Ansonsten wird es höchstwahrscheinlich im Herbst ein neues Album von mir geben. Genaueres kann ich dazu aber leider noch nicht sagen. Aber auch hier freue ich mich und schon bald geht es dafür ins Tonstudio.

Gibt es etwas, dass Sie gerne an dieser Stelle dem Leser mitteilen würden?

Ich danke allen, die für mich angerufen haben und mich auch noch heute unterstützen. Und ich freue mich, viele davon bei meiner Tournee begrüßen zu dürfen. Wir gehen gezielt in kleinere Hallen, damit die Leute mir nah sein können und ich Ihnen. Viele haben doch den Wunsch mit mir ein paar Worte zu wechseln und das ist dann auf jeden Fall möglich. Ich nehme mir die Zeit für meine Fans, denn ohne Sie wäre ich nicht da, wo ich heute bin.

Mit wem würden Sie nicht in der Sauna sitzen wollen?

Mit mir, ist mir viel zu heiß. ;o)

Vielen Dank Michael, für dieses tolle Interview.

© Daniel Pietrzik | nachgebloggt.de

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