Uli Stein „Mit meinen Lehrern im Kunstunterricht war es nicht einfach“

Uli Stein  ist ein deutscher Cartoonist.

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

Ich wünsche Euch viel Spaß beim Lesen dieses Interviews.

Herr Stein, Sie studierten an der Freien Universität Berlin Deutsch, Erdkunde und Biologie auf Lehramt. Könnten Sie sich jetzt vorstellen möglicherweise ihr Leben lang als Lehrer gearbeitet zu haben?

Nein. Ich hatte das auch nicht ernsthaft vor und habe das Studium kurz vor dem Examen von einem Tag auf den anderen an den Nagel gehängt und dann das gemacht, was ich damals wirklich, wirklich  tun wollte:

schreiben und fotografieren.

Wie sind sie zum Zeichnen gekommen?

Ich habe zwar immer schon permament gescribbelt und in meine Schulhefte gezeichnet, aber zu dieser Zeit nie im Leben daran gedacht, das mal irgendwann mal beruflich zu tun. Die abenteuerliche Idee, das zu meinem Beruf zu machen, kam irgendwann nach vielen Umwegen und etlichen Jahren als freier Fotograf, Journalist und Funkautor, als ich feststellte, dass sich manche Dinge in einem Cartoon und in einem Satz besser darstellen lassen, als in meinen Nonsens- und Satiretexten, die ich für den Rundfunk schrieb.

Können sie sich an Ihre Schulnote im Kunstunterricht erinnern? Hat Ihnen der Kunstunterricht Spaß gemacht, dass sie möglicherweise schon in frühen Jahren eine besondere Lust am Zeichen hatten?

Mit meinen Lehrern im Kunstunterricht war es nicht einfach. Galt es beispielsweise einen Wald zu malen, war man zensurmässig immer gut beraten, wenn man mit einem Schwamm voll grüner Farbe so unkontrolliert und grobmotorisch wie möglich über das Blatt sudelte. Das war aufgrund des künstlerischen Ausdrucks automatisch eine Eins. Meine Vorstellung vom Bild eines Waldes war stets eine gänzlich andere: auf einem Waldbild hat man gefälligst Bäume zu sehen und zu erkennen, Unterholz, Gebüsch, ja vielleicht sogar hier und da Pilze. Davon liess ich mich einfach nicht abbringen und das war schon mal a priori „Mangelhaft“! Verstieg man sich in aufgeräumter Stimmung vielleicht noch zu einem Astloch aus dem ein Eichhörnchen lugte – war ein „Ungenügend“ so sicher wie das Amen in der Kirche! Und damit war auch bis zum Abitur eine jammervolle Zensur im sogenannten Kunstunterricht vorprogrammiert.

Sie sind Deutschlands erfolgreichster Cartoonist. Was an Ihrer Arbeit macht Ihnen am meisten Spaß?

Seit ein paar Jahren mein blog „Mein Notizbuch“  bei ulistein.de

Wo haben Sie Ihre ersten Cartoons veröffentlicht?

Die ersten Cartoons habe ich in Schweizer Zeitschriften veröffentlicht und in der chaotischen Hamburger Kiezpostille „St.Pauli-Nachrichten“.

Was war Ihre erfolgreichste Publikation?

Mein erfolgreichstes Buch war  „PISA-Alarm“ mit einer Auflage 700.000. Für mich persönlich ist mein bestes Buch mein Tagebuch II „Normal ist das nicht!“. Das hat  bis zu 700.000 aber noch einen langen Weg vor sich.

Welches ist Ihre persönliche Lieblingsfigur?

Das wechselt ständig, je nach Laune.

Haben sie bisher mal an den Ruhestand gedacht?

Nicht so richtig.

Was ist für die nahe Zukunft und darüber hinaus noch geplant, darf man da schon etwas verraten?

Wir haben viele Pläne und Ideen, aber was wir letzendlich als nächstes realisieren, entscheiden wir dann immer relativ spontan und kurzfristig.

Nun aber auch schon zu meiner letzten Frage, diese stelle ich immer jedem, ein Markenzeichen, und bin sehr gespannt wie diese dann beantwortet wird: Mit wem würden Sie nicht in der Sauna sitzen wollen?

Ach je, das wäre eine ellenlange Liste.

Vielen Dank Uli, für dieses Interview.

© Daniel Pietrzik | nachgebloggt.de

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