Sascha Korf “Auf meiner Tour kann man mich berühren und das will ich auch”

Sascha Korf ist ein deutscher Komiker und Improvisationskünstler.

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Ich glaube beides. Wenn man das Talent zur Improvisation hat, kann man es fördern und weiterentwickeln. Man sollte aber eine gewisse Grundlage (Talent) haben.

02 PR Foto SKorf 739x1024 Sascha Korf Auf meiner Tour kann man mich berühren und das will ich auch

Sascha, eine Schauspielausbildung haben Sie mit 22 Jahren angefangen. Wie verlief Ihr Leben denn davor? Gab es einen Moment an dem Sie bemerkt haben, dass Sie ein Talent haben andere zu unterhalten oder auf gewisse Art und Weise gut zu improvisieren?

Davor war ich ganz normaler Schüler. Dann höherer Handelsschüler. Da lernte ich sogar Steno. Warum auch immer. Ich habe es nie gebraucht. Ich habe meinen Zivildienst 20 Monate lang gemacht und alles gepflegt was nicht schnell genug wegrollen konnte. Dann ging’s auf die Schauspielschule. Ich bin mit 4 Geschwistern aufgewachsen. In einer Spanisch-Deutschen Familie. Da war Spontanität und Improvisation fast schon überlebenswichtig. Auf der Bühne kam die Improvisation eigentlich durch Faulheit. Ich sollte eine Show moderieren und war schlecht, na gut … ein wenig … ok … gar nicht vorbereitet. Darauf hin improvisierte ich alles. Und siehe da? Es war noch nicht lustig, hatte mir aber Spaß gemacht. So verfeinerte ich das nach und nach. 

Sehen Sie sich eigentlich mehr als Komiker oder Schauspieler?

Definitiv Komiker. 

Der breiteren Masse wurden Sie dann ab 2002 bekannt durch Ihre Auftritte im Quatsch Comedy Club. Wie spielt sich eigentlich eine Teilnahme dort ab? Wird man für diese Sendung ausgewählt, muss man sich da bewerben oder wie funktioniert so etwas?

Man kann sich als Künstler ganz normal mit einem Band (Ich sage noch Band. Heißt wohl inzwischen: DVD, Show Reel, USB, CSD, FDP; keine Ahnung) bewerben. Und der QCC meldet sich dann wenn der Künstler in die Show passt. Bei mir war das etwas anders. Ich bin bei Nightwash aufgetreten. Da hat mich Thomas Hermanns gesehen, der im Publikum war. Nach der Show kam er auf mich zu und wir sprachen noch ein wenig. Daraufhin schickte ich mein Band nach Berlin und ich wurde eingeladen. Erst nur einmalig, um zu gucken wie ich im Club funktioniere. Die 10 Minuten Newcomer Position. Monate später dann nochmal 10 Minuten. Dann durfte ich die 15 Minuten Position spielen. Irgendwann die 20 Minuten als Finale und dann sogar den Live Club moderieren. Und so begann mein Weg im QCC. 

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Thomas Hermanns bezeichnete Sie als Impromaschine, wie schwer ist es zu improvisieren, ist das ein Talent oder kann man das auch lernen bzw. wie weit kann man das lernen?

Ich glaube beides. Wenn man das Talent zur Improvisation hat, kann man es fördern und weiterentwickeln. Man sollte aber eine gewisse Grundlage (Talent) haben. Improvisation an sich ist gar nicht so schwer. Wenn man sich traut ohne Netz und doppelten Boden auf die Bühne zu gehen um dort aus dem Stegreif heraus zu spielen, ist das die halbe Miete. Bei der Improvisation paaren sich Mut und Kreativität. Mut – ohne Plan auf die Bühne zu gehen. Kreativität – Diese Situation originell zu meistern. 

Ich habe Sie vor kurzem bei TV-Total gesehen, dort treten viele Komiker auf und die meisten sind einfach nur schlecht, bei Ihnen konnte ich aber wirklich wunderbar lachen was sehr selten ist, weil man einfach irgendwann denkt diesen 0815 Kram schon zu kennen. Wie ist das als Komiker im Fernsehen, es gibt ja diese Masse an Komikern, ist es schwer sich da durchzusetzen oder wie groß ist der Konkurrenzdruck?

Wow. Erst mal: Danke. Ich bin ja eher recht spät zu telegenem Ruhm gekommen. Na ja, was heißt Ruhm?! Sagen wir so: Ich fahre schon ein paar Jahre um den Block. Und das Fernsehen ist spät auf mich aufmerksam geworden. Dafür umso doller. Deshalb verspüre ich diesen Konkurrenzdruck gar nicht. Ich bin extrem dankbar und freue mich tierisch, dass ich nun auch im Fernsehen recht viel „wirken“ darf. Ich bin ja ein Bühnenmensch und komme ja aus der Liveabteilung. Da ist der Konkurrenzdruck gar nicht so stark bis überhaupt nicht. Man trifft sich oft auf der Tour. Und es hat immer was von Klassenfahrt. 

Ihr Tourplan auf Ihrer Homepage ist ja voll bis Juli, Sie haben scheinbar sehr gut zu tun, bleibt da eigentlich noch Zeit für Familie und Freunde wenn man u.a täglich woanders auftritt?

Das ist alles eine Frage der Absprache. Ich habe Freunde die sehr viel Verständnis für meinen Beruf haben. Da gibt es keine Vorwürfe wie „Du bist ja nie da“. Man freut sich wenn man sich trifft. Und ich versuche aber auch, dass dies oft der Fall ist. 

Gibt es Auftritte an die Sie sich ganz besonders gut erinnern können oder vielleicht Witze von denen Sie heute denken “Hätte ich die mal besser nicht gemacht”?

Ja mehrere. Ich hatte mal einen Auftritt da ist die Technik komplett ausgefallen. Es war stockfinster. Ich habe dann einfach weitergespielt. Es war wie ein Hörspiel. Aber lustig. Oder der Auftritt wo (da der Veranstalter keine Werbung gemacht hatte) nur 8 Leute da waren. Diese Liste könnte wahrscheinlich endlos so weitergehen. Also: Ja. Es gibt ganz viele tolle Auftritte an die ich gern zurück denke. Zur zweiten Frage: Ich habe mal einen Witz gemacht in dem Anne Frank drin vorkam. Bei Nightwash. Am Tag nach der Ausstrahlung war ich in der Bildzeitung als Flop des Tages vermerkt. Das hätte vielleicht nicht sein müssen. Obwohl der Witz in keiner Weise gegen Juden ging. 

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2010 haben Sie ein tolles Buch geschrieben “Wer zuletzt lacht, denkt zu langsam” Hatten Sie eigentlich Erfahrungen als Autor oder wie haben Sie sich daran gearbeitet, ein Buch schreibt man ja nicht einfach mal eben so oder?

Das hört sich nun blöd an. Aber das ganze war wirklich sehr spontan. Der Verlag ist an uns herangetreten und hat gefragt. Ich habe ja gesagt. Ich wollte schon immer ein Buch schreiben. Nun wurde ich gezwungen, denn ich unterschrieb einen Vertrag. Und so fing ich einfach an zu schreiben, und habe mich da mit meiner großartigen Lektorin durchgearbeitet. Sie hat mich angetrieben, angeleitet, und angemacht. Nein. Ein kleiner Witz. Sie hat mich sehr unterstützt. 

Kurz gesagt, um was geht es in dem Buch mit Ihren Worten?

Es ist ein Ratgeber, der dem Leser aufzeigen soll wo seine Spontanität sitzt. Mit vielen Übungen und Anekdoten. 

Wo werden wir Sie als nächstes sehen/lesen/hören können?

Berühren kann man mich (und das will ich auch!) auf meiner Tour mit meinem aktuellen Soloprogramm „Tausendsascha“, z.B. in Bielefeld, Salzgitter oder Delmenhorst. Die Termine gibt es auf meiner Homepage unter www.sascha-korf.de Zu hören bin ich im „Kabarettfest“ im WDR5 Radio am 30.04.11 und sehen soll man mich im WDR, SWR, auf RTLII, bei einsfestival, auf Sat.1 Comedy, bei RTL, im NDR, auf Prosieben und manchmal bei Sat.1.

Möchten Sie an dieser Stelle dem Leser noch etwas Spezielles mitteilen?

Bitte verabreden sie sich alle an einem Tag und gehen alle gemeinsam in eine Buchhandlung und kaufen alle mein Buch. Sozusagen: Ein Korf-Shopping-Flashmob. Wenn sie das ablehnen, kommen sie einfach in mein Programm. Wenn sie das für unmachbar halten, dann holen sie sich das Hörbuch. Wenn sie das nicht wollen, warum haben sie dann bis hierhin gelesen, wenn ich ihnen so egal bin… 

Mit wem würden Sie nicht gerne in der Sauna sitzen wollen?

Wichtig ist ja welche Sauna. Die Frage ist echt unpräzise. Frau Merkel ist in einer Dampfsauna wahrscheinlich erträglicher als in einer Meditationssauna. Hingegen hätte ich in der Dampfsauna Angst vor Reiner Calmund. Und möchte ich wirklich in der Rosenöl-Minz-Salzpeeling-Trockensauna neben Daniela Katzenberger sitzen? Ich glaube nicht. Die Lichttherapie Sauna wäre mit Nina Hagen wahrscheinlich eine Zumutung. Sehen sie Herr Journalist, da habe ich doch wieder ein Thema für mein neues Buch. Sascha Korf – Der Saunaführer. In diesem Sinne!

© Daniel Pietrzik | nachgebloggt.de

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