Alexander Böhm (AlexiBexi) „Casting-Shows sind Auslutsch-und-Wegwerf-Formate“

Alexander Böhm ist ein bekannt durch verschiedene youtube Videos, in denen er Songs auf seine ganz spezielle Art interpretiert.

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Sein Motto ist: „Immer auf der Suche nach neuen Herausforderungen und stets mit der Idee alltägliches auf neue, unkonventionelle Art und Weise an den Mann zu bringen!“

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Alex, wie würdest Du das beschreiben was du im Internet machst?

Ich beschreibe es mal so: Es ist für mich ganz klar ein Hobby und eine prima Möglichkeit ein wenig zu „Experimentieren“. Soll heißen, dass ich mich, durch entsprechende Videos bzw. Projekte, selbst neu entdecken oder auch erfinden kann und ganz nebenbei auch die eigenen Facetten herausfinden, nutzen oder auch eigene (vielleicht noch nicht bekannte) Grenzen erreichen oder gar überschreiten kann. Klingt ein bisschen kompliziert, dabei ist es im Endeffekt noch komplizierter. 😉

Wie viele Stunden am Tag verbringst du damit für dein Projekt zb. Lieder zu erstellen, deine Seite zu pflegen und deine Social Accounts abzurufen?

Es ist tatsächlich schwierig pauschal einen bestimmten Wert zu finden. Warum? Nun, das liegt daran, dass man beispielsweise die Social Media Accounts täglich mehrmals über Smartphones oder kurz über Computer anderer kontrolliert, wenn man unterwegs ist. Man kann also fast sagen, dass man mit solchen Sachen in gewisser Weise den ganzen Tag beschäftigt ist. Anders sieht es jedoch bei den Vorbereitungen bzw. bei der Produktion neuer Videos (in dem Falle neuer Songs) aus. Es gab bereits Songs, die sind innerhalb von 3 – 4 Stunden komplett fertig geworden (konkret: Lena Meyer Landrut mit Satellite ging noch in der Nacht des ESC online) aber es gab auch Songs, die fast 2 Wochen in Anspruch genommen haben. Es kommt im Endeffekt auf die Qualität und Komplexität des Songs an und natürlich auch auf die Anzahl der Gesangspartnerinnen, denn es wird nicht nur gesungen, sondern es muss auch (grob zusammengefasst) sinnvoll und musikalisch übersetzt, organisiert, gesungen, gemastert und geschnitten werden. Jedes Mal ist anders und immer wieder eine neue Herausforderung!

Wie wichtig sind dir das Internet und die Kontakte?

Mittlerweile ist das Internet ein wichtiger Dreh- und Angelpunkt in meinem Leben geworden. Nicht nur, um Videos der Öffentlichkeit zu präsentieren, sondern auch um ganz simple Dinge von früher bewerkstelligen zu können: Der Kontakt mit Freunden, Verwandten oder auch Kollegen. Was früher nur einen Fußmarsch oder eine Autofahrt von ein paar Minuten bedeutete, würde heute einer halben Weltreise gleichen. Mit der Zeit kommen bei jedem neue Verpflichtungen und Wünsche. Somit ist es natürlich schwer immer persönlichen Kontakt zu halten. Doch das Internet macht es heutzutage leicht, trotz Entfernungen von hunderten Kilometern, mit bestimmten Personen wenigstens virtuell in Kontakt zu bleiben. Zum Thema Internet und Business gibt es ehrlich gesagt nicht viel bzw. nichts spannendes zu sagen, denn hier verlasse ich mich, so wie viele andere auch, weiterhin auf das gute alte Telefon oder auf die traditionelle E-Mail! Businessplattformen oder -portale waren, in meinem Fall, bisher eher geringfügig von Nutzen.

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Du bist ja sicher sehr eingebunden in die Arbeit an deinem Projekt, ist Dir das nicht manchmal ein bisschen viel, hast Du irgendwann mal darüber nachgedacht etwas anderes zu machen oder einfach aufzuhören?

Mir war stets klar, dass solche Projekte immer viel Zeit in Anspruch nehmen. Da ich jedoch seit 2006 im Web 2.0 und Bewegtbild bzw. Medienbereich tätig bin, ist es mittlerweile Möglich, vieles recht genau einzuteilen. Ich bin der Meinung, würde ich Gedanken daran verschwenden „lieber etwas anderes zu machen“ oder gar „aufzuhören“, dann wäre ich falsch in diesem Medium. Nicht nur viel Geduld und Ausdauer, auch viel Geld und viele Tränen hängen an all den vergangenen Projekten. Für mich persönlich wäre es ein unersetzbarer Verlust, all dies aufzugeben, auch wenn ich an einigen Wochenenden zu Freunden oder Familie sagen muss, dass ich mal nicht mit ins Kino kann, da ich noch an einem Projekte sitze.

Wie bist Du eigentlich auf die Idee gekommen Lieder zu übersetzen und diese ins Internet zu stellen? Was ist der Hintergrund dazu?

Die Idee ist einfach: Als täglicher Radiohörer bekommt man natürlich immer das gleiche serviert. „Neue“ und „tolle“ Songs werden für mich nach dem vierten Mal am gleichen Vormittag zu einer Qual. Somit find ich an, mir die Songs „schöner“ zu machen: Ich übersetzte mir die Refrains einfach ins Deutsche. Als entsprechende Songs dann wieder im Radio oder im TV gespielt wurde, konnte ich mich köstlich über die ein oder andere Textzeile amüsieren. Doch ich wollte dies nicht für mich behalten und es der Öffentlichkeit präsentieren. So entstand das erste Übersetzungsvideo, eine „Refrain Zusammenstellung“, auf YouTube.

Gab es eigentlich auch mal Resonanzen von Musikern dessen Lieder du übersetzt hast?

Bisher gab es zum Thema „Übersetzungen“ nur eine Resonanz und zwar von „Unheilig“. Der Kanal Clixoom (YouTube) ist bekannt für seine Interviews mit nationalen, sowie internationalen Stars. Eines Tages konnte man dann auch (obligatorisch) Videofragen für Unheilig einsenden. Da parallel dazu die WM im vollen Gange war und ich eine kleine Hommage mit Unheilig’s Titel „Geboren Um Zu Leben“ zusammenstellte, wollte ich mir die Chance nicht nehmen lassen auch eine Videofrage einzusenden, mit der bitte, meine „Hommage“ zu bewerten. So kam es tatsächlich, dass Unheilig einen kurzen Kommentar dazu abgab: Ganz lustig, findet er.

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Hast Du mal die Idee gehabt eines dieser Lieder bei DSDS oder anderen Casting-Shows vorzutragen oder was hälst Du von diesen Formaten?

Ganz ehrlich: Nein. Ich halte nicht viel von den Formaten, weder von DSDS oder X-Factor, noch von Supertalent oder sonstigen Casting-Shows. Es ist ein „Auslutsch-und-Wegwerf-Format“. Punkt.

Gibt es etwas, dass Du an dieser Stelle gerne dem Leser sagen würdest?

Falls gerade ein Fan oder ein Zuschauer meiner Videos fleißig am durchlesen ist, möchte ich mich an dieser Stelle wirklich herzlichst für all die Unterstützung in der vergangenen Zeit bedanken. Falls jedoch keine dieser Bezeichnungen auf den bzw. die Leser zutreffen sollte, möchte ich jeden herzlichst einladen, sich meine Arbeiten anzuschauen. Vielleicht kann ich einige die Augen öffnen oder auch den ein oder anderen Gedankenstoß mit auf den Weg geben. Die moderne Medienwelt bedeutet weitaus mehr, als viele sie versuchen zu bezeichnen.

Mit wem würdest Du nicht in der Sauna sitzen wollen?

Aus Erfahrung trage ich ungern mobile Handtuchhalter vor mir herum, deswegen bin ich eher weniger der Saunagänger. 😉 Doch müsste ich mich dennoch entscheiden, wäre meine Antwort: Mark Zuckerberg. NOCH mehr, muss auch er nicht von einem wissen.

© Daniel Pietrzik | nachgebloggt.de

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