Michael Thürnau „Hallo, hier bin ich, und ich möchte Reporter werden“

Michael Thürnau ist ein norddeutscher Fernseh- und Hörfunkmoderator, Fachbuchautor und Entertainer.

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Im Nachhinein betrachtet war ich mit 14 kein Kind mehr. Es war eigentlich ganz einfach: Ich bin in die Redaktion gefahren – mit dem Fahrrad übrigens. Ich habe gesagt: „Hallo, hier bin ich, und ich möchte Reporter werden“.

Foto www.thuernauswelt.de

Auf Ihrer Homepage steht, dass Sie schon mit 14 Jahren für eine lokale Zeitung geschrieben haben. Was haben Sie da geschrieben? Und wie sind Sie daran gekommen? Ist doch durchaus ungewöhnlich, dass eine Zeitung etwas von einem „Kind“ schreiben lässt oder?

Im Nachhinein betrachtet war ich mit 14 kein Kind mehr. Es war eigentlich ganz einfach: Ich bin in die Redaktion gefahren – mit dem Fahrrad übrigens. Ich habe gesagt: „Hallo, hier bin ich, und ich möchte Reporter werden“. Ich hatte schon alle möglichen Bücher gelesen über Journalismus und traute es mir zu. Mein Glück war, dass ich an einen fähigen Redakteur geriet. Der sah wohl das Feuer in meinen Augen, die Begeisterung, und schickte mich zu meinem Termin ins Freibad. Es ging um die DLRG und den vermeintlichen Traumjob der Bademeister. Drei Stunden später war ich mit fertigem Text und entwickeltem Foto wieder in der Redaktion. Das hat wohl beeindruckt . Fortan war ich Reporter und habe alle von Grund auf gelernt …

Gibt es einen Auslöser für Ihre Liebe zum Journalismus?

Ich wollte schon immer dabei sein, wenn etwas aufregendes passiert. Ich war immer schon neugierig, wollte hinter die Kulissen blicken. Und es gab im Fernsehen immer Filme und  Serien über Reporter – all das war wohl der Auslöser.

Was hat Sie eigentlich am Radio so begeistert? Und hat Radio Sie mehr begeistert wie Fernsehen?

Radio ist ein schnelles, emotionales Medium. Was passiert, ist sofort bei den Hörern. Man muss es nicht erst drucken, man braucht kein Kamerateam. Passiert, erzählt, gesendet. Und im Radio vereinen sich Musik, Information, Spaß, Bildung. Radio ist etwas völlig anderes als Fernsehen, nicht besser, nicht schlechter – anders.

Wenn man mal so ein wenig aus Ihrer Radio-Zeit liest – dann fällt mir auf, dass wir ganz ähnliche Dinge machen, zum Beispiel was das Interviewen von Menschen angeht. Können Sie sich an den Zeitpunkt erinnern als Sie vom Fragensteller zum Gefragten wurden? Was war das für ein Gefühl? Kann man so etwas beschreiben?

Naja, ich bin ja immer noch Fragensteller und habe die Seiten nicht völlig gewechselt. Aber es ist ein Vorteil, beide Seiten zu kennen. Nicht nur wegen der Tricks. Man lernt zum Beispiel, als Gefragter nicht ausschweifend zu antworten. Und als Fragender wächst der Respekt, wenn man die Situation eines Gefragten kennt.

Wie gefällt Ihnen das Medium Internet mit seinen ganzen Facetten (Social Networks etc.)?

Das Internet hat das Leben verändert, auch das berufliche. Das Internet wird unabhängige, objektive Medien nie ersetzen, weil im Internet auch viele Freaks unterwegs sind. Informationen im Internet sind ungefiltert, im positiven wie im negativen Sinne. Man muss also immer vorsichtig sein, wenn man Informationen aus dem Netz verwendet. Soziale Netzwerke wie Facebook nutze ich natürlich, privat wie beruflich. Und auf meiner Homepage www.thuernauswelt.de halte ich Kontakt zu Kunden und Zuschauern. Auch für Facebook gilt das alte Sprichwort: „Trau, schau wem“.

Sie moderieren nicht nur im Radio, sondern auch im Fernsehen und auf der Bühne. Ist das nicht auf Dauer unglaublich anstrengend? Wie bewerkstelligen Sie die vielen Auftritte? Bleibt da noch Zeit für die Familie und Freunde?

Welcher Beruf ist nicht anstrengend? Natürlich ist Unterhaltung und Moderation, wie ich sie mache, mehr als 3 Stunden auf der Bühne oder 4 im Radio oder eine Stunde vor der Kamera. Vorbereitung, Reisen, Büro, Schreiben …. Dazu gehört viel Disziplin, und oft auch Verzicht. Ich arbeite halt fast immer, wenn andere frei haben.

Welches Ihrer vielen Projekte ist ihr liebstes?

Die Mischung macht es. Ich bin Moderator, Autor, Redakteur, Conferencier, Berater, Gaukler. Eins ist so schön wie das andere. Eine Priorität gibt es nicht.

Stehen eigentlich neue Projekte an in nächster Zeit?

Mein Kopf ist voller neuer Ideen, aber nichts, was ich heute mitteilen könnte. Außerdem halte ich es mit dem Philosophen: „Wenn du das Schicksal zu Lachen bringen willst, mach Pläne für die Zukunft“.

Mit wem würden Sie nicht in der Sauna sitzen wollen?

Ich komme mit allen Menschen klar, auch in der Sauna.

© Daniel Pietrzik | nachgebloggt.de

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