Tetje Mierendorf „Kino und Theater sind wie Pommes und Schokolade“

Tetje Mierendorf  ist ein deutscher Comedian, Schauspieler, Synchronsprecher und Musicaldarsteller.

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Im Grunde besteht ja das ganze Leben aus Improvisation. Ich hatte hier nur eine vorgegebene Rolle und es war echt harte Arbeit, weil die oberste Priorität ja die Glaubhaftigkeit war, damit weder die Braut noch ihre Familie irgendetwas merkt. Also, lachen musste ich eigentlich so richtig nie, weil es ziemlich anstrengend war, die Leute bei Laune zu halten.
© Riccardo Desiderio

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Tetje, was war eigentlich der ausschlaggebende Punkt den sicheren Berufes des Bankkaufmann aufzugeben und Schauspieler zu werden?

Das ist eigentlich ganz einfach beantwortet, wenn man schon mal in einer Bank gearbeitet hat. Für alle, die das nicht gemacht haben: es ist gar nicht so sicher, wie das öffentliche Image. Wahrscheinlich wäre ich meinen Job bei der Bank jetzt auch schon los. Es war wirklich keine Arbeit, die ich mir für ewig hätte vorstellen können, aber es war gut, hineinzuschnuppern und wenigstenes eine „normale“ Ausbildung zu machen, Ich habe da wirklich viel gelernt, vor allem über Schauspiel. Was ich damit meine, kann sich jeder selbst denken. 🙂

„Mein großer, dicker, peinlicher Verlobter“ fand ich persönlich total genial, wie kamen Sie zu diesem Projekt?

Die Produktionsfirma hatte damals eine schmeichelhaftes Fax an meine damalige Agentur geschickt, in dem stand: „Wir suchen einen großen, dicken, objektiv nicht gut aussehenden Schauspieler. Wir denken da an Tetje Mierendorf“. Daraufhin wurde ich zum Casting eingeladen und aufgrund meines blendenden Aussehens und meiner Improerfahrung für den Job ausgewählt.

Wie schwer ist es bei solchen Formaten zu improvisieren und selbst dabei nicht zu lachen? Ich könnte mir vorstellen, dass das manches Mal nicht so ganz einfach ist?

Im Grunde besteht ja das ganze Leben aus Improvisation. Ich hatte hier nur eine vorgegebene Rolle und es war echt harte Arbeit, weil die oberste Priorität ja die Glaubhaftigkeit war, damit weder die Braut noch ihre Familie irgendetwas merkt. Also, lachen musste ich eigentlich so richtig nie, weil es ziemlich anstrengend war, die Leute bei Laune zu halten.

Sie sind ja im Fernsehen in unglaublich vielen Formaten immer mal wieder zu sehen, ist das nicht auch irgendwann sehr stressig die viele Arbeit oder wie handhaben Sie das?

Man muss zugegebenermaßen ein bißchen aufpassen und sich disziplinieren, Jobs auch mal abzusagen, damit man ein Familienleben hat. Gerade jetzt, wo ich bei Sister Act 7 Shows pro Woche spiele, ist und bleibt der Montag heilig und ist nur fürs Familienleben reserviert. Man kann nicht immer alles machen, wozu man Lust hätte, aber dafür habe ich auch den schönsten Beruf der Welt und darf viele Dinge tun, die mir in einem anderen Beruf vielleicht verwehrt geblieben wären.

© Riccardo Desiderio

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Sie sind auch als Sprecher unterwegs u.a. wie ich gelesen habe für die Reihe Die drei Fragezeichen, was sprechen Sie denn da?

Das war bisher nur eine kleine Rolle, ich weiß nicht mal, in welcher Folge. Aber Mitte des Jahres soll ich dort eine größere Rolle sprechen, ich hoffe, das klappt, denn Hörspiele machen immer viel Spaß und bei den Drei Fragezeichen dabei sein zu dürfen, ist natürlich eine große Ehre!

Aktuell spielen Sie im Operettenhaus Hamburg, was machen Sie persönlich lieber, vor einem Millionenpublikum in einer Kinorolle, da aber im Prinzip nur vor der Kamera oder vor einigen Hundert Menschen Live im Theater?

Hm … beides ist toll. Ich vergleiche das immer mit Pommes und Schokolade. Beides ist lecker, zusammen kann das mal komisch schmecken. Vor der Kamera kann man intimer und wahrhaftiger spielen, dreht dafür oft nicht chronologisch und man sitzt unglaublich viel herum. Im Theater hingegen bekommt man immer sofort eine Reaktion auf das, was man getan hat und weiß am Ende des Abends, ob man den Menschen eine schöne Zeit schenken durfte, außerdem spielt man größer, auch für die letzte Reihe und weiß genau, wie lange man arbeitet, was beim Film oft nicht so ist.

2011 hat ja gerade erst begonnen, wo werden wir Sie in der nächsten Zeit noch sehen oder hören?

Ich hoffe, wie oben schon gesagt, natürlich bei den Drei Fragezeichen, außerdem kommen 2 Computerspiele mit meiner Stimme auf den Markt und  2 weitere Hörspiele sowie eine Trickserie, in der ich spreche. Aber davon abgesehen bin ich momentan mit Sister Act beschäftigt. Aber Augen und Ohren offen halten, denn es kann immer plötzlich was Neues vor der Tür stehen.

Gibt es etwas, dass Sie an dieser Stelle dem Leser gerne mitteilen würden?

Danke allen Zuschauern und Zuhörern und an dieser Stelle auch den Zulesern, ohne Euch wäre der Job gar nichts!

Mit wem würden Sie nicht in der Sauna sitzen wollen?

Mit sehenden Menschen und schlecht gelaunten Türstehern.

© Daniel Pietrzik | nachgebloggt.de 

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