Jana B. „Pornos drehen nur noch als Produzentin“

Jana B. ist ein deutsches Model, Moderatorin und ehemalige Pornodarstellerin.

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Seit meinem 15. Lebensjahr wurde ich als Fotomodel engagiert. Den Grundstein dafür legte mir ein Praktikumsplatz in einem Fotogeschäft, den ich im Rahmen des Lehrprogrammes in der Schulausbildung bekommen hatte. Anfangs waren es Mode- und Werbeaufnahmen.

Jana Bach

www.janab.tv

2004 warst du Model für die Zeitschrift Coupé, vorher ein „normales“ Berufsleben, wie kam es eigentlich zu den Aufnahmen, ist man da an Dich rangetreten oder bewirbt man sich für so etwas?

Seit meinem 15. Lebensjahr wurde ich als Fotomodel engagiert. Den Grundstein dafür legte mir ein Praktikumsplatz in einem Fotogeschäft, den ich im Rahmen des Lehrprogrammes in der Schulausbildung bekommen hatte. Anfangs waren es Mode- und Werbeaufnahmen. Durch Zufall und Neugier kam ich mit Anfang 20 auch zur Erotikfotographie. Die Zusammenarbeit mit der „Coupè“, „Praline“, „Young Magazin“, dem „DTS“ usw. basierte auf einer Bewerbung mit meiner Set-Card bei der „Intermedia Content KG“. Also ja, man stellt sich meist mit einer Fotomappe und der Vita bei möglichen Interessenten vor und schaut, ob eine Zusammenarbeit möglich ist.

Wie lange vorher bestand der Wunsch als Model oder im Erotik-Bereich tätig zu sein?

Das war ein Selbstläufer, es hat sich ohne Planung entwickelt. Ich hatte einfach Gefallen daran und mochte die Aufnahmen. Mode-, Kosmetik- und Werbeaufnahmen mache und machte ich jedoch weiterhin. Ich muss mich nicht an der Erotik festbeißen und arbeite auch sehr gern flexibel.

Wie ging es dann weiter, ich denke mal man wird nicht gleich von einer Firma wie Inflagranti entdeckt nur durch Aufnahmen in einem Erotik-Magazin oder?

Auf Pornoproduktionsfirmen bin ich zur „Venus“ 2004 aufmerksam geworden. Ich wurde für die Messe als Fotomodel gebucht, in diesem Zusammenhang lernte ich viele Leute der Branche kennen und wurde total neugierig auf dieses Business. Ganze 6 Monate überlegte ich, ob ich den Schritt ins Abenteuer Pornoland wagen sollte. Als meine Entscheidung feststand, bewarb ich mich schriftlich bei „Magma Film“ und „Inflagranti“. „Inflagranti“ war mir sympathischer vom Umgang mit meinen Drehvorstellungen und meiner Person. Nach wochenlangen Gesprächen und ersten persönlichen Treffen hatte ich ein sicheres Gefühl, meine erste Szene zu drehen, kam unter Vertrag und wurde schließlich Exklusiv-Star der Firma.

Hattest Du damals keine Bedenken Pornofilme zu drehen? Ich könnte mir vorstellen, dass Freunde, Bekannte und Familie nicht gerade begeistert sind von dieser Entscheidungsfindung, gab es da Probleme oder gar nicht?

Ich hab nur ein einziges Leben und bin sehr stolz darauf, eine Familie und einen Freundeskreis zu haben, der mir bei meinen Entscheidungen freie Hand lässt und mich nicht für die Gestaltung meines Lebenslaufes verurteilt. Meine Pornolaufbahn lass ich mir nicht als Problem nachreden, ich habe damit meinen Lebensunterhalt bestritten, sehr spannende Erfahrungen machen dürfen und interessante Menschen kennengelernt. Insgesamt hat mir Pornographie Türen geöffnet, die ich fürs Jobs nutze und fürs Leben schätze. Ich war und bin als Kolumnistin, Darstellerin, Moderatorin, Reporterin, … tätig. All diese Berufe hätte ich sonst wohl nie in Angriff genommen und wohl auch keine Chancen erhalten, mich darin zu probieren und mich letztendlich zu behaupten.

Spielt Sympathie eigentlich eine Rolle bei Dreh? Ich stelle mir das ziemlich schwer vor mit jemanden Sex zu haben den man zb. Total abstoßend findet.

Ich denke, dass sich jedermann vor einem abstoßenden Menschen ekelt: ein völlig natürliches Verhalten. Beim Porno kann man sich die Drehpartner aussuchen. Viele Darstellerinnen und Darsteller sind da jedoch gegen eine gewisse Bezahlung sehr anpassungsfähig und haben in Bezug auf Ästhetik keine Schmerzgrenzen. Ich selbst habe mir jedenfalls jede Darstellerin und jeden Darsteller allein ausgesucht, um meinem eigenen Geschmack und der Umsetzung der Szene gerecht zu werden. Dazu durfte ich auch die Drehbücher für meine Szenen schreiben, hatte damit die volle Entscheidungsfreiheit in allen Belangen.  Neben einem angenehmen Äußeren spielt immer der Charakter, der Umgang miteinander eine wesentliche Rolle, so wie überall im Leben.

Es ist ja so, dass in etwa ein Informatiker nach Feierabend keine Lust hat sich noch an einen PC zu setzen, wie ist das bei deinem ehemaligem Beruf? Hat man nach einem Drehtag noch Lust auf Sex und ist man nach einer gewissen Zeit nicht irgendwie abgestumpft?

Wenn man eine Leidenschaft zum Beruf hat, sieht man das anders: Nicht als Beruf, sondern als Berufung. Dabei vergeht die Zeit rascher und man schafft mit Leichtigkeit und nicht mit Mühe. Kann man Sex eigentlich wirklich als „Arbeit“ bezeichnen? Ich hab ja auch stets Lust auf leckeres Essen und auf all die Dinge, die ich gern mache.

Seit kurzem benutzt Du nicht mehr den Namen „Bach“ sondern Jana B und willst Dich verändern, was war der ausschlaggebende Punkt dafür?

Bei „Inflagranti“ gab es für mich nichts mehr zu erreichen. Ich war schon vor einigen Jahren am Maximum angelangt. Daraufhin bewarb ich mich 2009 bei „Videorama“ und wäre gern mit Vivian Schmitt zusammen noch einmal richtig durchgestartet. Leider kam es nicht zum gewünschten Firmenwechsel und so beschloss ich, meinen eigenen Weg zu gehen, ohne eine Firma als Arbeitgeber. Meine damit gewonnene Entscheidungsfreiheit öffnet mir verschiedene Medien- und Kunstbereiche, in welchen ich mich stets neu ausprobiere . Jetzt möchte ich meine Unabhängigkeit nicht mehr aufgeben und ziehe eine Exklusivität, wie sie vorher bei mir bestand, nicht mehr in Betracht.

War die Entscheidung schwer?

Die Entscheidung fiel mir leicht, da ich mich stets verändern und weiterentwickeln möchte, so blieb mir zum Glücklich werden keine Alternative bei dieser Firma.

Den meisten Lesern, die dieses hier lesen werden wirst Du einfach als Pornodarstellerin bekannt sein, wie schwer glaubst Du ist es dieses Image was sich Jahre lang aufgebaut hat seriöser zu gestalten bzw. dich nicht mehr als Jana Bach zu sehen sondern vielmehr als Jana B.?

Wenn man meine Vita liest, kann man sich diese Frage eigentlich selbst beantworten. Ich hatte ein sehr gutes Leben / Berufsleben vor dem Pornogeschäft, hatte ein prima Leben mit dem Pornojob und werde mir auch weiterhin mein Leben so gestalten, dass ich mit Beruf, Alltag und mir selbst im Einklang bin. Mir ist es nicht wichtig, was andere Leute von meinem sogenannten Image halten. Ich bin mit mir im Einklang, nur das zählt für mich im Leben.

Jana Bach

www.janab.tv

Was steht jetzt als erstes an, was ist für die Zukunft geplant, was wirst Du als nächstes machen?

Ich habe seit kurzer Zeit wieder stundenweise einen „normalen“ Job, welchem ich sehr engagiert nachgehe, um mich langfristig für Alternativjobs, neben dem künstlerischen Schaffen zu qualifizieren. Mir sind ein facettenreiches Arbeiten und abwechslungsreiche Tätigkeiten wichtig. Dazu möchte ich irgendwann auch einmal eine Familie gründen, daher denke ich jetzt schon an die Berufszeit, die mit der Familienplanung ein Thema werden soll. Ansonsten bin ich immer für neue Ideen offen und bekomme fast täglich Angebote für Bühnenaufführungen, Moderationen, Reportagen, FSK-16-Projekte und vieles mehr. Man wird sehen, wo mich die Zukunft hinführt, ich mag mich da auch noch nicht zu sehr festlegen.

Ist eine Rückkehr zum Hardcore-Dreh ausgeschlossen?

Wenn ich jemals wieder Hardcore drehen würde, dann nur als Produzentin meiner eigenen Filme, weitere Alternativen würden sich für mich nicht mehr rentieren.

Gibt es etwas, dass Du dem Leser an dieser Stelle direkt mitteilen möchtest?

Schaut regelmäßig auf meiner Homepage vorbei, dort kann man regelmäßig alle News aus meinem Leben lesen.

Mit wem würdest Du nicht in der Sauna sitzen wollen?

Ich wüßte nur, mit wem ich gern mal allein in der Saune wäre. Doch das ist mein kleines Geheimnis.

© Daniel Pietrzik | nachgebloggt.de

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