Bernhard Hoecker “Man kann substituierende Elemente nur begrenzt austauschen”

Bernhard Hoecker ist ein deutscher Komiker, Schauspieler und Moderator.

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Bei DSDS liegt der Fokus nicht nur auf Gesang, sondern auf Show und Stories. Das war ich so nicht von anderen Wettbewerben und Auftritten gewohnt. Bevor ich das mitbekam, wurde mir schon eine Rolle zugeteilt.

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Bernhard, Sie haben Volkswirtschaftslehre bis zum Vordiplom studiert. In welchen Punkten bestehen die Hauptprobleme der substitutionalen Produktionsfunktion. Was wünschen sich Unternehmer, sinkende, konstante oder steigende Skalenerträge?

Man kann substituierende Elemente nur begrenzt austauschen, das ist zwar in der Realität klar, aber in Theorie natürlich doof. Ich denke eher, dass Cobb und Douglas da etwas genauer sind, wenn sie sagen, dass der Output immer steigt, wenn auch abnehmend. Es ist besser wenn a*f(x1+x2+…+xn)<f(ax1+ax2+…+axn). Denn oftmals ist das Ergebnis mehr als die Summe seiner Teile.

Spaß beiseite, gab es einen Moment im Leben wo Sie drüber nachgedacht haben Sie hätten besser zu Ende studieren sollen?

Natürlich, gerade eben, als es um die alten VWL Hüte ging. Generell sollte jeder immer wieder mal darüber nachdenken, ob das was er getan hat auch so in Ordnung war. Aber ich gehöre nicht zu denen, die sagen “selbst wenn ich könnte, würde ich alles noch einmal genauso machen”. Wer so  denkt, lernt scheinbar nichts aus Erfahrung.

3 Jahre „Switch“ Ende der 90er. Seit 2007 „Switch Reloaded“ Welches ist Ihre persönliche Lieblingsrolle?

Das ist wirklich schwer zu sagen, weil es so vielfältig war. Es gab mal einen Bankräuber, der hat rumgeballert. Das fand ich super. Dann natürlich als Bruce Darnell oder Dirk Bach mit sehr aufwendiger Maske. Die Lieder in den alten Folgen haben sehr viel Spaß gemacht und so gibt es immer wieder Rollen, die man liebt wegen des Originals, der Szene oder des Drehmomens.

Ist das Aktuelle Fernsehprogramm wirklich so schlecht wie überall behauptet?

Wer behauptet das denn? Wenn es etwas Demokratisches gibt, dann ist es das Fernsehprogramm. Man braucht nur auszuschalten und man ist es los. Ich selber habe ein tolles Fernsehprogramm, weil ich mir das aussuche, was mir gefällt. Wer sich schlechte Sachen ansieht, darf sich hinterher nicht beschweren, dass er sie gesehen hat.

Gehört das Trema in Ihrem Namen eigentlich wirklich dahin?

Nein, das ist ein “Künstlertrema”, welches sich nur in den Credits und auf Autogrammkarten wiederfindet.

Von 2001 bis 2005 waren Sie beim Bonner Improvisationstheater „Die Springmaus“ tätig. Wann kommt man als „Witzeerzähler“ in die „Bedrängnis“ zu Improvisieren?

Vielen Dank dass ich hier als “Witzeerzähler” beschrieben werde. Ich kann eine Menge, aber ich kann keine Witze erzählen. Deshalb kann ich diese Frage konkret nicht beantworten. Aber die Leute tun immer so, als wäre Improvisieren etwas völlig Abgefahrenes, dabei macht jeder Mensch genau das jeden Tag und immer wieder. Ich hatte noch nie ein Abendessen mit vorgegebenen Themen oder Texten. Die Schwierigkeit besteht nur darin, diese Lockerheit auch auf der Bühne zu erlangen.

Sie nehmen sich selbst auch gerne auf den Arm, ist es nicht manchmal ärgerlich wenn Menschen über Ihre lichten Haare lachen oder Ihre geringe Körpergröße? Gibt es Witze oder Äußerungen von anderen die Sie verletzen?

Wenn es um den Witz geht ist es in Ordnung, wenn ich aber das Gefühl habe es geht um Herabsetzung, dann wird es unangenehm. Es ist natürlich albern sich darüber zu beschweren, dass andere das machen wenn man selber damit kokettiert. Aber wenn die Leute beispielsweise bei Fotos so ganz offensichtlich in die Knie gehen oder Stühle heranziehen, dann finde zumindest ich das nicht lustig. Aber einen Vorwurf daraus zu machen, das wäre etwas viel.

Gibt es Gags, die Sie im nach hinein besser nicht gemacht hätten?

Immer wieder. Gerade wenn man improvisiert, kann das schnell passieren. Man greift spontan auf Klischees zurück, die man später etwas kritischer sieht. Oder man dreht den Gag und er geht nach hinten los. Wenn ein Student etwas Falsches sagt und ich ihn von der Bühne herab korrigiere mit “besser studiert, als gar keine Ausbildung”, dann ist das noch ganz lustig. Mir ist das aber mal bei einem Hauptschüler rausgerutscht und da ist es einfach nicht mehr lustig sondern gemein.

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„Das Handbuch des unnützen Wissens“ Sie haben mal gesagt das das Ihr erstes Buch war das Sie gelesen haben. Macht es Ihnen Spaß sich ein solches Wissen an zueignen und wann Benutzt man ein solches Wissen?

Ähm … ich habe auch andere Bücher und die habe ich schon vorher gelesen, aber es war das erste richtige Besserwisserbuch. Und: JA, es macht totalen Spaß, Dinge zu erfahren. Jedesmal geht ein kleines Fenster auf und in der Zwischenzeit ist es schon ziemlich hell um mich herum.

Meilenweit für (k)ein Kamel, was war spontan die erste Situation bei dieser Reise an die sie sich erinnern können?

Im Auto sitzen und auf dem Laptop bei Wikipedia Online nach dem Namen einer Kirche suchen.

Wo liegen Ihre Prioritäten?, eher irgendwo im Fernsehen oder auf der Bühne?

Meine Priorität liegt darin, möglichst viel davon zu machen. Der Mensch ist zur Vielfalt geboren und genau das hoffe ich immer wieder zu haben.

Gibt es noch etwas das Sie direkt an Ihre Fans loswerden wollen?

Nur das abgedroschene “Vielen Dank, ohne Euch wären wir nicht das was wir sind”. Aber leider ist da etwas dran. Als eitle Egozentriker, die Bühnenmenschen nun mal sind, braucht man jemanden, der einem zuschaut. Und eine Bitte: Meldet Euch und schreibt, wenn Ihr was schlecht findet, nur so kann man besser werden, auch wenn es manchmal hart sein sollte.

In diesem Jahr sind sie auf Tour, was ist noch für 2011 und darüber hinaus geplant?

Ich sitze gerade an zwei Büchern und “diversen Projekten über die man noch nicht reden kann” so nennt man das in der Branche.

Mit wem würden Sie nicht in der Sauna sitzen wollen?

Mit mir.

© Daniel Pietrzik | nachgebloggt.de

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