Metty Krings “Ich habe nie aufgehört, zu spielen”

Metty Krings ist ein Fernsehmoderator, Sänger und Schauspieler. Vielen von uns ist er u.a bekannt durch die RTL Sendung Li-La-Launebär.

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Ich stehe  zunächst einmal allen Neuerungen aufgeschlossen gegenüber. Alle Neuerungen können allerdings positiv ins Negative wie ins Positive ausschlagen. Mir wird nur schwindelig, wenn ich bedenke, dass Informationen, sind sie erst einmal ins „WäWäWä“ geraten, dort auf ewig herumgeistern werden

Metty Krings, zum Anfang Ihrer Karriere waren Sie in einer Spielshow von Frank Elstner, der sie kann man sagen entdeckte. Haben Sie sich jemals vorher Gedanken darüber gemacht einmal für das Radio oder Fernsehen zu arbeiten? Gab es diese Überlegung irgendwann in oder vor Ihrem Studium?

Nein. Ich habe auch nie in der Dusche gesungen und nur als 9-Jähriger mal bei einem Krippenspiel den Josef gegeben.

Privatarchiv M.K.

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War die Entscheidung am Ball zu bleiben und bei Frank Elstner vorstellig zu werden die Richtige oder haben Sie jemals daran gedacht wie es geworden wäre wenn Sie als Grafiker eine Beschäftigung gefunden oder sogar als Lehrer weiter gearbeitet hätten?

Nein. Ich habe den Sprung ins Risiko nie bereut.

Privatarchiv M.K.

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Schließlich bei RTL angekommen in den 80er Jahren wurden Sie Bereichsleiter für Kinder- und Jugendprogramme. War dieser Schritt vom Radio zum Fernsehen schwer für Sie? Ich stelle mir das so vor, dass private Sender gerade erst gegründet werden und dementsprechend auch nicht wirklich absehbar war ob diese sich durchsetzen werden. War das damals ein riskanter Schritt?

Nein. Dieser Schritt war die logische Folge der Radio-Karriere. Wir haben auch nicht lange gegrübelt – sondern haben angepackt und gemacht. Appetit kommt mit dem Essen, Erfahrung mit dem Tun.

Privatarchiv M.K.

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In dieser Zeit waren Sie verantwortlich für viele Kinderserien unter anderem dem „Li-La-Launebär“. Ich habe in den letzten Tagen viele Bekannte gefragt, ob diese sich noch an diese Sendung erinnern und wirklich alle kannten diese noch. Es gab Antworten wie zb. „Ja klar, Metty war cool“. Wie ist das Gefühl wenn Sie hören das sie eine ganze Generation mit ihrer Unterhaltung geprägt haben und ihre Sendungen für Menschen nun auch schon an die 30 Jahre und darüber zu einem sehr festen Bestandteil deren Jugend gehören?

Das berührt mich sehr. Ich bin im Nachhinein allerdings froh, dass ich den Launebär so konzipiert hatte, dass Kinder immer ein klitzekleines Bisschen schlauer aus der Sendung gehen sollten.

Meine Frau fragte mich eben ob ich Sie nach den vielen Jahren erkannt hätte auf der Straße und ich sagte zu ihr „Ja“, hätte mich aber nicht getraut Sie anzusprechen.  Einem Kollegen von mir zeigte ich ein aktuelles Bild von Ihnen, dieser wusste Sie in Verbindung mit dem Fernsehen zu bringen und sagte auch „Kindersendungen“ doch kam er nicht mehr auf den Namen, wie ist das heutzutage, sprechen die Menschen Sie auf der Straße an, erinnern sich die Menschen an Sie?

Ja, das tun sie. Ich habe allerdings im Lauf der Jahre einen „Tunnelblick“ entwickelt, sodass ich Menschen nicht in die Augen schaue – nach dem Motto: „Na, erkennste mich?“ – sondern meist nur aus dem Augenwinkel mitkriege, wenn mich jemand fixiert. Es haben sich aber etliche dann doch getraut, mich anzusprechen und z.B. um eine Zeichnung des kleinen Raben zu bitten. Kein Problem. Am schönsten aber sind die Kontakte, in deren Verlauf mir inzwischen „groß“ gewordene Zuschauer von einst versichern, durch den Li-La-Launebär eine schöne Zeit erlebt zu haben.

Gab es eigentlich Projekte an die Sie heute denken und sagen würden „Die hätte ich lieber nicht machen sollen“?

Beruflich nein, privat ja…

Privatarchiv M.K.

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An welches Ihrer vielen moderierten Fernsehsendungen erinnern Sie sich am liebsten zurück?

An Sendungen mit meinem Chaosbruder Axel in den ersten 4 Jahren von RTL-plus – damals noch aus Bertrange. Heute würde man so etwas Comedy nennen. Wir haben es einfach „Spaß“ genannt.

2008 arbeiteten Sie beim Radio (DNR, Luxemburg), dementsprechend sind Sie in Deutschland auch nicht mehr so präsent wie in den 80er und 90er Jahren, vermissen Sie diese Zeit?

Nein, das war nur ein ganz kurzes Intermezzo. Ich musste Luxemburgisch sprechen – und Axel blieb bei seinem Hamburgischen. Dadurch flogen die Pointen nicht so locker hin und her. Aber Spaß hat auch das gemacht.

Wenn man etwas über Sie liest dann liest man Sie sind: Fernsehmoderator, Radiomoderator, Sänger, Schauspieler, Produzent, Grafiker und Pädagoge. Was sind Sie in Ihren Augen?

Ein neugieriges Wesen und ein Erwachsener, der sich noch genauestens an seine eigene Kindheit und Pubertät erinnert. Ich habe nie aufgehört, zu spielen.

Wenn man Sie fragen würde ob Sie noch einmal eine Sendung im Fernsehen für Kinder moderieren würden, was würden sie sagen?

Da würde ich erst dann darüber nachdenken, wenn ich wüsste, was geplant ist.

Privatarchiv M.K.

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Social Network, Web 2.0: Sie schrieben kritisch wie auch positiv in einem Bericht über dieses neue „Phänomen“. Meiner Meinung nach sind diese Plattformen interessant, um Neuigkeiten zu lesen von denen man bisher nicht wusste, dass sie einen interessieren, was nicht schlecht sein muss, denn wer bestimmt welches Wissen von Wert ist? Jeder individuell, stimmen Sie mir zu oder sehen Sie das anders?

Eines meiner Lieblingsthemen. Ich stehe  zunächst einmal allen Neuerungen aufgeschlossen gegenüber. Alle Neuerungen können allerdings positiv ins Negative wie ins Positive ausschlagen. Mir wird nur schwindelig, wenn ich bedenke, dass Informationen, sind sie erst einmal ins „WäWäWä“ geraten, dort auf ewig herumgeistern werden… Wie hieß es in einem Schlager von H. Carpendale: „Du fängst den Wind niemals ein…“ Worte auch nicht.

Seit 2008 begeistern Sie die Menschen wieder mit Ihren Chansons,  45 Jahre ist es her, dass Sie damit begannen, Wahnsinn oder?  Damit waren Sie in 2010 auch auf Tour mit Ihrem  Freund Peter Klasen, wie geht es da weiter? Was ist für dieses Jahr und darüber hinaus noch geplant?

Da es sich dabei um (Titel) LebensVerfahrungen (mit V) handelt, werden wir uns in Kürze um ein Management bemühen, das nicht damit rechnet, Riesensäle zu beschallen. Bei den wenigen Testauftritten haben wir allerdings gespürt, dass es ein Publikum für unsere Musik gibt: Menschen, die sich in unseren Titeln wiederfinden. Video (Anmerkung von nachgebloggt.de: In diesem Video sind u.a. 2 Chansons angespielt die Metty und Peter im Theater Trier im Verlauf einer Wohltätigkeitsveranstaltung vorgetragen haben.)

Privatarchiv M.K.

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Gibt es etwas, dass Sie an dieser Stelle den Lesern dieses Beitrages gerne sagen würden?

Nein. Botschaften verbreite ich nur mit reitendem Boten. Sollte aber mein Tun jemandem gefallen haben, wäre ich glücklich.

Mit wem würden Sie nicht in der Sauna sitzen wollen?

Haha, die Frage juckt mich nicht, weil ich niemals in eine Sauna gehe. Nänänä!

© Daniel Pietrzik | nachgebloggt.de