Vera Int-Veen “Ich finde, dass wir nicht über die Personen lachen sondern mit ihnen”

Vera Int-Veen: Ich finde, dass wir nicht über die Personen lachen sondern mit ihnen. Den Kandidaten ist sehr wohl bewusst, dass es schon ein Schmunzeln wert ist, wenn man im Erwachsenenalter noch bei Mama wohnt und etwas tollpatschig im Umgang mit dem anderen Geschlecht ist. Und heutzutage weiß auch jeder, der beim Fernsehen mitmacht, worauf er sich einlässt. Die Jungs, bei denen ich zu Besuch war, haben Spaß beim Dreh, freuen sich auf die Frauen, die zu ihnen kommen und die Erfolgsquote derer, die tatsächlich ihre erste große Liebe finden ist ja ziemlich beachtlich.

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Ich hatte schon viele Castings gemacht, aber durch meine Jobs hinter den Kulissen war ich in der Fernsehlandschaft schon bekannt wie ein bunter Hund. Fred Kogel, damals Programmgeschäftsführer bei Sat.1, hat mich dann entdeckt.

Vera Int-Veen, vom Studium der Rechtswissenschaften und Politische Wissenschaften in München zur freien Mitarbeiterin bei Rudi Carrell und Thomas Gottschalk. Wie kann man sich die Arbeit, die Sie für diese beiden Größen gemacht haben vorstellen?

Das war einfach eine tolle Arbeit, ich habe ja neben dem Studio ganz viele Jobs hinter den Kulissen gehabt, aber für diese beiden arbeiten zu dürfen war für mich einfach das Größte. Ich habe wahnsinnig viel von den beiden gelernt und mein Wunsch beim Fernsehen zu arbeiten damit nur noch mehr gefestigt. Außerdem hat Thomas Gottschalk immer gesagt, ich gehöre vor die Kamera…

War es schon immer Ihr Wunsch für das Fernsehen zu arbeiten?

Ja, das war schon immer mein Wunsch – schon als Kind. Und komischer Weise war es auch meiner Familie und Freunden immer klar, dass das auch wirklich so sein wird.

Vera Int-Veen / Quelle: RTL

Wie kamen Sie zu Ihrer Talkshow „Vera am Mittag“? Gab es da ein Casting oder nach welchem Kriterium wurden Sie gewählt?

Ich hatte schon viele Castings gemacht, aber durch meine Jobs hinter den Kulissen war ich in der Fernsehlandschaft schon bekannt wie ein bunter Hund. Fred Kogel, damals Programmgeschäftsführer bei Sat.1, hat mich dann entdeckt.

10 Jahre gab es diese Show mit 2064 Folgen. Unglaublich oder? Gibt es Folgen oder Personen an die Sie sich noch besonders erinnern?

Ja, ich erinnere mich an einige Personen sehr gut. Da gibt es schon einige Geschichten, die einen besonders berührt haben oder die extrem lustig waren. Am verrücktesten war auf jeden Fall ein junger Mann, der 700 km von zu Hause bis zu meinem Studio gelaufen ist, nur um einmal dabei sein zu können.

Ich habe Sie in dieser Talkshow als sehr seriös, freundlich und interessierend wirkend in Erinnerung. Wenn ich heute Talkshows schaue, merke ich wie versucht wird, gezielt eine Person lächerlich wirken zu lassen. Wie groß ist als Moderatorin der Einfluss auf die Auswahl der Gäste?

Ich hatte ja das Glück, dass ich die Talkshow relativ schnell selber produziert habe. So habe ich natürlich im Büro immer schon eher alles mitbekommen und konnte mich auch einmischen. Ich denke dass es bei einer täglichen Sendung schwer ist, schon allein zeitlich, den Moderator immer komplett in die Vorbereitungen einzubinden, aber sicherlich haben auch die anderen Kollegen mit der Redaktion im Vorfeld abgesprochen, welche Themen geplant sind usw.

Wieso gab es eigentlich keine weiteren Folgen von „Vera am Mittag“?

Das war die Entscheidung von Sat.1, der Auftrag wurde nicht verlängert. Damals wollte Sat.1 lieber ein Nachrichtenmagazin auf diesem Sendeplatz etablieren.

Sie moderieren u.a. Schwiegertochter gesucht. Es wird ja gnadenlos mit der Kamera drauf gehalten und dieses sorgt in der deutschen Fernsehlandschaft für den einen oder anderen Lacher auf Kosten dieser Personen. Wie stehen sie dazu, dass sich über diese Personen mehr oder minder lustig gemacht wird?

Ich finde, dass wir nicht über die Personen lachen sondern mit ihnen. Den Kandidaten ist sehr wohl bewusst, dass es schon ein Schmunzeln wert ist, wenn man im Erwachsenenalter noch bei Mama wohnt und etwas tollpatschig im Umgang mit dem anderen Geschlecht ist. Und heutzutage weiß auch jeder, der beim Fernsehen mitmacht, worauf er sich einlässt. Die Jungs, bei denen ich zu Besuch war, haben Spaß beim Dreh, freuen sich auf die Frauen, die zu ihnen kommen und die Erfolgsquote derer, die tatsächlich ihre erste große Liebe finden ist ja ziemlich beachtlich.

Wenn angefangen wird auf diverse Situationen lustige Geräusche zu legen, wo ist dann die Grenze?

Die Grenze liegt ganz klar bei mir, wenn nicht die Wahrheit erzählt wird und Dinge falsch dargestellt werden. Den Protagonisten soll natürlich kein Schaden dadurch entstehen, dass sie in einer meiner Sendungen mitgemacht haben.

Möchten Sie Ihren Fans und den Lesern dieses Interviews noch etwas Spezielles sagen?

Ich freue mich einfach wahnsinnig, dass mir die Zuschauer über all die Jahre die Treue halten und hoffe, dass das auch so bleibt!

Was war ihr bisheriges Lieblings-Format, das Sie moderieren durften?

Mein Lieblings-Format ist „Helfer mit Herz“

Gibt es Projekte in 2011 und darüber hinaus über die der Fernsehzuschauer sich freuen darf?

Ja, ab 20.02.2011 geht es schon mit „Schwiegertochter gesucht“ weiter. Erstmal kommen zwei Specials, in denen Frauen aus vergangenen Staffeln, die noch kein Glück mit den Männern hatten, eine zweite oder auch dritte Chance bekommen. Im Anschluss daran läuft am 06.03.2011 die Kick-Off-Folge der neuen Staffel, in der die neuen Männer sich vorstellen. Dann geht es noch weiter mit „Helfer mit Herz“ und ich habe zwei neue Formate ausprobieren dürfen. Das eine heißt „Mietprellern auf der Spur“, bei dem ich Vermietern helfe, Mietnomaden aufzuspüren und zur Rechenschaft zu ziehen – das wird sehr spannend! Genaue Termine  und Infos kann man immer unter www.vera.de finden.

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© Daniel Pietrzik | nachgebloggt.de
Bildquelle: RTL

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