Ralph Ruthe „Ich arbeite jeden Tag zwischen 8 und 10 Stunden“

Ralph Ruthe: Seit 2003 konzentriert er sich auf seine Cartoonserie SHIT HAPPENS!, die in vielen Zeitungen und Magazinen in ganz Europa erscheinen. Außerdem arbeitet er regelmäßig an seiner Jugend-Serie FRÜHREIF, die auch für eine TV-Umsetzung bearbeitet wurde.

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Bereits mit 14 Jahren arbeitete Ruthe als Texter für das Kundenheft MIKE und für die Honk-Studios, wo er unter anderem für Käpt’n Blaubär Texte schrieb. Nach seinem Zivildienst wurde 1996 sein erstes Buch SCHWEINSKRAM veröffentlicht.

Mit 14 schrieben Sie schon Texte für „Mike“ das Kundenheft der Volksbank. Wann kam die Liebe zum Zeichnen und Texten?

Solange ich denken kann wollte ich entweder Comiczeichner, Musiker oder Schauspieler werden.

Können Sie sich an Ihre Schulnote im Kunstunterricht erinnern?

Allerdings. Eine 3 (mit Hängen und Würgen)

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Auch schrieben Sie Texte für Käptn Blaubär, wie sind Sie nach Ihrem Fachabitur an diese Stelle gekommen?

Einer der Zeichner für das „Mike“-Heft war auch Zeichner für die Käptn Blaubär-Comics. Er mochte meine Ideen und fragte mich daher, ob ich mir auch vorstellen könnte, mir Blaubär-Stories auszudenken. Und das konnte ich mir vorstellen.

20.000 Menschen lesen Ihre Comics in jedem Quartal im MAD-Magazin, Das Magazin gibt es seit 1967 in Deutschland, war es möglicherweise schon ein Kindheitswunsch für MAD zu Zeichnen?

Ja, war es. Aber diese Zahl stimmt nicht, denn MAD erscheint 1. monatlich und hat 2. pro Ausgabe über 50.000 Leser. Inzwischen arbeite ich außerdem nur noch selten für MAD. Bei täglich 35.000 Besuchern auf ruthe.de ist die Pflege meiner eigenen Seite und der eigenen Cartoons mir am allerwichtigsten.

Werden Ihre Zeichnungen eigentlich auch in fremdsprachigen MAD-Magazinen übernommen?

Ich glaube, Material von mir ist im französischen MAD-Ableger erschienen.

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An über 5.000 Zeichnungen haben sie mitgewirkt, haben Sie eine Lieblings Zeichnung?

Diese Zahl ist veraltet, inzwischen dürften es weit mehr sein. Einer meiner persönlichen Lieblinge ist dieser Cartoon: Link

In so einem Umfang muss man sicher sehr viel arbeiten, wie viel Zeit verbringen sie am Tag mit Zeichnen?

Zeichnen ist für mich reines Handwerk und geht mir inzwischen ziemlich schnell von der Hand. Das aufwändige ist das Finden guter Ideen. Wieviel Zeit ich mit beidem verbringe ist unterschiedlich. Aber ich arbeite jeden Tag zwischen 8 und 10 Stunden.

Seit 2003 arbeiten sie Schwerpunkt mäßig an der Cartoonserie „Shit Happens“ Band 7 Das Buch der Arbeit erzählt satirisch Alltagssituationen in Büros. Wie ist der Produktionsweg von der Idee zum Fertigen Buch? Wie kann man sich so was vorstellen?

Sehr kurz gesagt schaue ich einfach ein mal im Jahr mein angesammeltes Cartoonmaterial durch (ich produziere 4 Cartoons pro Woche für ruthe.de) und überlege dann, welches Oberthema der nächste Sammelband haben könnte. Je nach Themen-Idee lege ich inhaltlichen Schwerpunkt nachträglich etwas mehr auf die Titel-Idee.

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Regisseur, Produzent und Schauspieler zudem Musiker Cartoonist und Comiczeichner. Wenn Sie sich aktuell nach Tagesgefühl für eine Arbeit entscheiden müsste, welche Berufswahl wäre das heute und warum?

Weder möchte noch muss ich mich für eine Arbeit entscheiden. Jeder dieser Bereiche ist mir sehr wichtig und befruchtet die anderen. Ich bin kein Freund der Monokultur und möchte mich kreativ ausprobieren, daher schätze ich die Vielseitigkeit.

Seit 2006 haben sie ein eigenes Bühnenprogramm mit selbst verfassten Texten im Zusammenhang mit projizierten Cartoons. Wie kann man sich das genauer vorstellen, um was geht es da?

Schwer zu beschreiben! Ich merke nur an den Reaktionen des Publikums, dass die meisten sowas noch nicht gesehen haben. Am besten angucken, es macht garantiert viel Spaß! Termine findet man auf ruthe.de.

2008 führten Sie Regie in einem No-Budget Film „Carninchen“ Ein Spaß Projekt oder könnten Sie sich vorstellen im größeren Stile Filme zu machen?

Ich wollte rausfinden, ob ich mir das vorstellen kann. Da ich aber kein ausgebildeter Regisseur bin gab es nur einen Weg, das rauszufinden: ich musste einmal einen Film machen. Deshalb gibt es „Carninchen“. Und ja, ich werde noch weitere Filme realisieren.

Wie ist es eigentlich bei einem Cartoon, es brauch ja immer seine Zeit bis die Menschen die Zeichnung überblicken. Liest man eigentlich erst den Text oder sollte man erst das Bild anschauen?

Westeuropäer lesen von oben nach unten und von links nach rechts. Diesen Fakt beziehe ich bei meinen Cartoons mit ein und daher wird die Pointe in meinen Arbeiten am besten funktionieren, wenn man sich den Cartoon exakt nach diesem Prinzip anschaut.

Welche Comics lesen Sie eigentlich selber?

Aktuell wenig. Ich schaue lieber amerikanische und britische Comedy-Serien (wie z. B. „30 Rock“) im Original auf DVD.

Gibt es etwas spezielles das sie mal an Ihre Fans loswerden wollen?

Ich sage Dankeschön!

Mit wem würden sie nicht in der Sauna sitzen wollen?

Mit einer alten Pizza.

© Daniel Pietrzik | nachgebloggt.de